La Spinetta: Kronjuwelen aus dem Piemont

La Spinetta: Kronjuwelen aus dem Piemont

La Spinetta zählt im Piemont zu den jungen Weingütern, aber zu den absoluten Top-Produzenten in Italien. Der Durchbruch an die Spitze liegt erst rund 20 Jahre zurück und ist Winemaker Giorgio Rivetti geschuldet. Vinaria verkostete Vertikalen und aktuelle Jahrgänge.

Noch der Vater von Giorgio Rivetti war Bauer in der Region Castagnole Lanze im nördlichen Piemont, einer Gegend, in der ausnahmslos Moscato gepflanzt wird. Dies liegt an den Böden, die kaum einer anderen Rebsorte ausreichend Perspektiven gewähren. Giorgio hegt eine unglaubliche Passion für Wein in seiner Seele. Er kümmert sich nahezu um jeden Schritt des Weinmachens persönlich, legt an vielen Details Hand an. Er ackert auch mit seinem Pferd „Pippo“ in den Filetstücken der Barololage Campè. Dort wo die raren Riservas gekeltert werden, die erst nach zehn Jahren Reife – davon drei im Holz, sieben in der Flasche – und nur in der Magnum auf den Markt kommen.

1977 übernahm Giorgio mit seinen Brüdern Bruno und Carlo das elterliche Moscato-Weingut. Rasch wurde expandiert, zahlreiche Barbera-Lagen wurden dazugekauft. 1995 dann der große Wurf: Im Barbaresco wurde ein Teil des Gallina-Weinberges, eine Toplage, erworben. Fünf Jahre später gelang dann der Erwerb des größten Teils des Weinberges Campè im Barologebiet. Die Kronjuwelen sozusagen. Verarbeitet werden nur Trauben aus eigenen Weingärten. La Spinetta führt das Logo „Sustainable farming“ für nachhaltige, biologische Bewirtschaftung. „Schon mein Vater hat organic (= bio) gearbeitet, das ist unser Prinzip“, sagt Giorgio Rivetti, für den der Nebbiolo die beste Rebsorte der Welt ist.

Oft werden nur 2.500 Flaschen pro Hektar von den Topweinen gemacht. Die haben es dann aber in sich: „Wir machen Weine zum Essen, nicht zum Verkosten“, erläutert Rivetti seine Philosophie. Die Weine präsentieren sich stets intensiv, druckvoll, erdig, beerig, mitunter kantig und als Kraftlackeln. Purer Nebbiolo, die einzige Rebsorte, die laut Gesetz in Barbaresco und Barolo enthalten sein darf.

Rund 180 Hektar Weinberge bewirtschaftet La Spinetta im Besitz der drei Rivetti-Brüder. Giorgio ist der Chef-Winemaker, ein Bruder kümmert sich um das übernommene Toskana-Weingut Casanova della Spinetta, der andere um die Olivenöl-Produktion. Vor fünf Jahren erwarb die Familie zudem das traditionsreiche Spumante-Weingut Contratto, den ältesten Metodo-Classico-Produzenten Italiens. 65 Mitarbeiter sorgen für rund zehn Millionen Euro Jahresumsatz.

La Spinetta verfügt über eine große Bandbreite. Sehr schöne, günstige Einstiegsweine und Cuvees (Ca de Pian, Pin). Der wunderbare Barbera Gallina und die Schwerpunkt-Kompetenz des Hauses, die Lagen-Barbaresco von Gallina, Starderi und Valeirano, die sich im Glas völlig unterschiedlich präsentieren.

Ein Kapitel für sich ist der Barolo Campè, eine wahre Wucht und Größe von einem Rotwein. „I love wine, sorry“, entschuldigt sich Giorgio Rivetti. Und kommt gleich auf die Unterschiede zwischen Barbaresco und Barolo zu sprechen. Das ist vor allem die Temperatur, die im Barbaresco um bis zu sechs Grad kühler ist als im Barolo-Gebiet, vor allem nachts. Maximal 40 Prozent eines Weins baut Rivetti in neuen Barriques aus, der Rest kommt in ein Jahr alte Fässer.     


Erhältlich sind die Weine von La Spinetta, Casanova della Spinetta und Contratto bei PREMIUMwines: www.premiumwines.at.
Infos & Bestellungen: office@premiumwines.at

 

Kostnotizen

Masterclass La Spinetta Barbaresco Gallina

19,0  | Barbaresco Gallina 2010
Tolle Nase, pure Frucht, bereits wunderbar ausgewogen, am Gaumen lang und komplex, schier unendliches Potenzial, ganz großer Wein aus ebensolchem Jahr.

18,8 |  Barbaresco Gallina 2009
Sehr elegant, komplex, vielschichtige Beerenfrucht, jahrgangsbedingt etwas weicher als die anderen verkosteten Weine, Aromen von Kräutern, Wald.

18,2 | Barbaresco Gallina 2008
Wieder ganz tolle Nase, sehr klassisch am Gaumen, noch sehr jung, schöne, präsente Tannine, eindrucksvolle Länge, dunkelbeerig, archetypisch.

18,0 | Barbaresco Gallina 2007
Schon in der Nase eröffnet sich ein Fruchtkomplex, der sich in einem Aromenspiel am Gaumen fortsetzt. Noch straffe Säurestruktur, aber schon trinkig, duftig, animierend, fast sexy.

18,5 | Barbaresco Gallina 2006
Kraft, Saft, Power – von der Nase bis zum Abgang, sehr charaktervoll, reife Früchte betören in Nase und am Gaumen, edle Rotweinsüße (wie bei allen etwas reiferen Weinen dieser Vertikale), nicht enden wollend.

19,0 | Barbaresco Gallina 2005
Ein Wein, der trotz seiner zehn Jahre noch umwerfend jugendlich daherkommt, fast am Beginn seiner ersten Reife. Wenn man ihm ausreichend Zeit und Luft gewährt, lohnt er es mit jeder Menge Eleganz, kraftvoll und gleichzeitig sensibel strukturiert, unendlich lang, dicht, stoffig, toller Frucht-Säurekomplex.

19,2 | Barbaresco Starderi Riserva 2004
Eine Schwesterlage von Gallina, diesmal in der Riserva-Variante (zehn Jahre Reife, nur in ca. 700 Magna verfügbar): Extreme Frucht, stoffig-füllig, aber fein geschliffen, Frucht-Säure perfekt, balanciert, animierend ohne Ende, trotzdem erste Trinkreife, Vanille und etwas Süße, unendlich lang.


Masterclass La Spinetta Barolo Campè

19,1 | Barolo Campè 2010
Eine Wucht von einem Wein! Barolo pur in seiner schönsten Form. Ganz jung, noch weit weg von idealer Trinkreife, präsente Tannine lassen die Vielfalt an Frucht und Aromen erst mit einiger Luft aufblitzen, Saft & Kraft, extreme Länge und Potenzial.

19,0 | Barolo Campè 2009
Die Nase erschnüffelt anfangs so etwas wie einen Hasenstall. Das vergeht mit etwas Luft sehr rasch, dahinter offenbart sich ein vielschichtiger, fast feinnerviger Aromenkomplex aus dunklen Früchten, Holz, Wald und Kräutern. Expressiv bis explosiv. Ein wahrhaft großer Wein.

18,4 | Barolo Campè 2008
Klassischer Barolo, bereits schön balanciert und ausgewogen, feine Beerenfrucht, Cassis, guter Fluss, dezenter Druck am Gaumen, schöne Länge, trotz allem noch sehr jugendlich.

18,8 | Barolo Campè 2007
In diesem Wein findet der warme Jahrgang seinen Niederschlag. Tiefgründig und lang, aber eine Spur weicher als seine Artgenossen in dieser Vertikale, nuanciert und strukturiert, sehr schöner Trinkfluss.

18,5 | Barolo Campè 2006
In der Nase und am Gaumen ein Feuerwerk an Aromen, anfangs dezent, danach im Minutentakt intensiver, kraftvoll ausgewogen, nie aufdringlich, feine Süße.

19,1 | Barolo Campè 2005
Steht seinem Pendant aus dem Barbaresco um nichts nach! Großer Wein, großer Jahrgang. Perfekt balanciert, Tannine wunderbar eingebunden, Vanille und Beeren, Kräuter und Terroir.

19,5 | Riserva Magnum 2004
Die Nase ist betört, der Gaumen umspült von intensiven Eindrücken und Aromen. Von vollreifen dunklen Früchten bis zu salzigen Tönen, weiße Trüffel, endloser Abgang, braucht noch immer jede Menge Luft, lässt seinen geschmeidigen Kern nur ungern aufblitzen, einfach groß!


Degustation La Spinetta: Aktuelle Jahrgänge

17,7 | Barbaresco Gallina 2013
Jede Minute im Glas lohnt dieser Wein, die Karaffe braucht er sowieso. Schöne Frucht, präzise Säure, gut balanciert, wird sich noch entwickeln.

18,0 | Barbaresco Starderi 2013
Schon zugänglicher als Gallina, etwas weicher, pelzig von den Tanninen, die sich schon gut einfügen, Beerenfrucht.

18,4 | Barbaresco Valeirano 2013
Hier reift ein großer Wein! Wunderbare Frucht, Mineralik, fein balanciert, feine Säurestruktur, lang und tiefgründig.

18,8 | Barbaresco Gallina Riserva 2006 Magnum, Fassprobe
Eleganter Kraftlackel, bei dem Giorgio Rivetti hadert, ob er die Riserve wie gewohnt im Herbst 2016, also zehn Jahre danach, füllen soll oder doch erst im kommenden Frühjahr. Fleischig-beerig-kräutrig, erdig und kantig (ist aber nicht störend, im Gegenteil), puristischer, großer Stoff.

19,0  Barbaresco Starderi Riserva 2006 Magnum, Fassprobe
Ähnliche Erfahrung wie beim 2013er, der Starderi ist etwas weicher und zugänglicher als der Gallina, sonst gelten die identen Attribute. Nase und Gaumen nach vollreifen Heidelbeeren, superanimierend, Fluss.

19,2 | Barbaresco Valeirano Riserva 2006 Magnum, Fassprobe
Vielschichtig und differenziert, komplexes Aromenspiel, feine Säurestruktur, dezente Rotwein-Süße, animierend, Fluss, saftig, sehr lang, eindrucksvoller Abgang, klingt nach.

17,5 | Barolo Bordini 2012
Noch sehr jung, aber bereits gut antrinkbar, zugänglich bei aller Zurückhaltung, komplex, kraftvoll, schöner Fluss, braucht noch zwei, drei Jahre.

17,5 | Barolo Garetti 2012
Stammt aus alten Rebanlagen, schon feine Frucht, Erdtöne, Waldbeeren, dezente Süße, bereits gut trinkbar.

18,6 | Barolo Campè 2012
Präsentiert sich trotz seiner Jugend eindrucksvoll, ideale Tanninstruktur, tief, intensiv und lang, ein Barolo wie aus dem Bilderbuch.

19,5 | Barolo Campè Riserva 2006 Magnum, Fassprobe
Die Nase deutet es an, am Gaumen explodiert dieser Wein förmlich. Hin und her gerissen zwischen Fruchtaromen, Waldtönen und Kräutern, Vanille und Tanninen. Mit etwas Luft offenbar sich ein ganz großer Wein, engmaschig, fleischig, maskulin. Kraft & Saft ohne Ende.

17,0 | PIN 2013
Cuvee aus Nebbiolo und Barbera d’Asti (ca. 1/3), schönes Frucht-Säure-Spiel, schon gut antrinkbar, braucht aber Zeit und Luft, preiswerter, schöner Wein, vielseitiger Speisebegleiter.

16,5 | Ca de Pian 2012
Zur Gänze aus Barbera d’Asti, der Einsteigerwein von La Spinetta, Preis-Leistung. Schöne Frucht, feine Säure, unkompliziert für alle Tage.

17,3 | Langhe Nebbiolo 2013
Extrem zugänglich, Trinkfluss, Spaß, fruchtig, angenehm, strukturiert.

 

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