Frostwelle erreichte nun auch Bordeaux

Frostwelle erreichte nun auch Bordeaux

Frostwelle erreichte auch Bordeaux


Nach dem Jahrhundert-Frost in Deutschland, der nahezu kein Weinbaugebiet verschonte, zog die Kältefront am Wochenende auch über Bordeaux. Österreich kam glimpflich davon; Winzer beklagen aber, dass die zugesagten Frosthilfen aus dem Vorjahr bis heute nicht ausgezahlt sind.

Speziell das rechte Ufer im Bordelais kam bei der jüngsten Frostwelle zum Handkuss, die in der Nacht von 26. auf 27. April 2017 massiv einsetzte. Bis zu minus 3 Grad Celsius wurden gemessen. Damit erreichte die Kältewelle auch Südfrankreich, nachdem eine Woche zuvor bereits die Champagne arg betroffen war. Auch hier konnte der frühe Austrieb der Weinreben den Minusgraden vielfach nichts trotzen. Die Winzervereinigung FDSEA schätzt, dass an mehreren tausend Hektar Rebfläche Frostschäden entstanden sind.

Die ärgsten Schäden liegen zwischen 50% und Totalausfall in einigen Weingärten. Wie in Deutschland und Österreich versuchten sich die rund 6.000 Bordelaiser Winzer mit Feuern in den Weingärten, vorsorglichem Wassersprühen zwecks schützender Vereisung oder mit tief fliegenden Hubschraubern gegen die Minusgrade in Bodennähe zu schützen. Meist aber vergeblich. Paralleln zum verheerenden Frost im Jahr 1991 waren rasch gezogen. Das linke Ufer im Bordelais scheint glimpflicher davon gekommen zu sein.

Neben Deutschland, das Frostschäden im Weinbau von über 100 Millionen Euro beklagt, und Österreich wütete die Kältewelle auch in den Wein- und Obstbauregionen der Schweiz und Norditaliens. In Österreich sind die Winzer froh, diesmal mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein und hoffen, dass die jüngste Kältewelle bereits eine Art vorgezogene „Eismänner“ waren, die üblicherweise erst Mitte Mai am Bauernkalender stehen.

Wermutstropfen für viele Winzer in Österreich ist der Umstand, dass offenbar die zugesagten Finanzhilfen nach der Frostwelle 2016 bis heute nicht ausbezahlt wurden. Sauer stieß daher die in der Vorwoche im Vinaria-Newsletter zitierte Aussage des steirischen Landesrats Johann Seitinger manchen Winzern auf: „Wir haben im Vorjahr die Bauern innigst gebeten, in Versicherungssystem einzusteigen. Es muss klar sein, dass in Zukunft die Verteilung über die Versicherung und nicht über Entschädigung laufen muss.“

„Bis jetzt ist noch kein Cent geflossen. Darüber sollte man einmal schreiben; nicht über das, was ein Landesrat von sich gibt“, ärgert sich etwa der Mörbischer Topwinzer Günther Schönberger.

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