Die besten Rosèweine Österreichs 2016

Die besten Rosèweine Österreichs 2016

Die besten Rosèweine Österreichs 2016

Trends kommen und gehen und kommen wieder: Selbiges gilt auch für die Weinkategorie Rosé, die aufgrund der stark wie ständig steigenden Nachfrage mittlerweile von vielen Winzern bedient wird. Präsentieren sich viele der pinken Erzeugnisse als mehr oder weniger gelungene unkomplizierte Sommerweine, so gibt es auch durchaus seriöse Vertreter.

Freuten wir uns in früheren Zeiten, als die Roséweine noch der Sommerweinverkostung zugeordnet waren, wenn wir insgesamt 20 Proben erhielten, wurden heuer gut 110 Rosés zur großen Vinaria-Verkostung eingereicht.

Direktpressung oder Saftabzug - Gerade beim Roséwein gibt es teils erhebliche Unterschiede in Bezug auf die Herstellungsmethode. Bei der Direktpressung werden spezifische Parzellen oder Traubenpartien dezidiert für die Erzeugung von Rosé auserkoren. Die blauen Trauben werden je nach Sorte und Reifezustand meist nach mehreren Stunden oder wenigen Tagen auf der Maische abgepresst und vergoren – Farbe und auch Charakter des entstehenden Weins sind abhängig von der Dauer der Maischestandzeit.

Wird der Saft der blauen Trauben ohne Maischestandzeit abgepresst und ohne Schalen vergoren, entstehen fast weiße bis blassrosafarbene Weine, die hierzulande meist unter der Bezeichnung Gleichgepresst oder Weißgepresst laufen, aber derzeit sehr selten zu finden sind.

Eine häufige Methode der Rosé-Erzeugung ist das sogenannte Saignée-Verfahren, der Saftabzug. Diese Rosés entstehen quasi als Nebenprodukt bei der Rotweinherstellung. Hier stellt der Saftabzug eine durchaus übliche Methode zur „Verdichtung“ gewisser Rotweine dar: Dabei wird üblicherweise nach einem halben Tag bis einigen Tagen bis zu 20 Prozent des Mosts ohne Pressung aus dem Gärbehälter für Rotwein abgezogen und anschließend vinifiziert. Der verbleibende Anteil an Most für den Rotwein profitiert vom deutlich erhöhten Anteil an Schalen im Verhältnis zur Flüssigkeit.

Frucht und Struktur gesucht - Die Bandbreite an Stilistiken und Qualitäten ist beim Rosé recht groß: In der Farbe blassrosa bis hellrot, findet man vom unkomplizierten Sommerwein bis zum durchaus mit seriöser Struktur und mehrschichtigem Geschmack ausgestatteten Pinky das gesamte Spektrum. Abgesehen von der einen oder anderen pinken Spezialität, bei der andere Charakteristiken im Vordergrund stehen, geht es bei der Erzeugung vor allem um die Nutzung des beträchtlichen Fruchtpotenzials.

Die Spitzenplätze bei der Vinaria-Verkostung wurden von recht unterschiedlichen Vertretern besetzt: Während der herausragende Cabernet Sauvignon von Karl Steininger aus Langenlois durch die klare, reife Rotfrucht, Fruchtsüße sowie Vitalität und Balance bestach, wusste der hellfärbigere Cistercien von Schloss Gobelsburg (Langenlois) durch seine Eleganz, Straffheit und Rasse sowie die feinen Linien zu überzeugen.

Sehr verführerisch auch der erdbeerige, molligere und schmeichelndere Rosé Kalmuck von Franz-Josef Gritsch aus Spitz. Beim viertplatzierten Rosé von Josef Rosenberger (Rohrendorf bei Krems) machte sich der Cabernet-Anteil in Sachen transparenter Frucht und Konturen positiv bemerkbar. Von Ingrid Groiss aus dem Weinviertel stammt ein Vertreter der kraftvollen Abteilung mit 13 Prozent Alkohol laut Etikett, der zu einer ganzen Reihe von Speisen passen dürfte.

Auf gleichem Niveau steht der feingliedrige Pinot Pink von Karl Stierschneider aus der Wachau sowie der saftig-schmalzige, fast schon halbtrockene Pink Bliss aus dem Hause Mad im Burgenland. Letzterer ist übrigens der einzige ausschliesslich mit Saftabzug hergestellte Wein aus dieser Gruppe. Gemeinsam mit Leberl und Best-Buy-Sieger Müller aus Krustetten bei Göttweig (Kremstal) landete ex-aequo auf dem achten Platz die Domäne Wachau. Mit Frauwallner gleich dahinter übrigens der erste Steirer.

Toplist Rosè 2016 (Auszug)

16,4 Weingut Steininger | 2016 Rosé Cabernet Sauvignon NÖ
16,0 Schlosskellerei Gobelsburg | 2016 Rosé Cistercien NÖ
15,9 Franz-Josef Gritsch | 2016 Kalmuck Pink WA
15,8 Mad – Haus Marienberg | 2016 Rosé Pink Bliss BG
15,8 Josef Rosenberger | 2016 Rosé Zweigelt & Cabernet Sauvignon NÖ
15,7 Ingrid Groiss | 2016 Rosé NÖ
15,7 Karl Stierschneider | 2016 Rosé Pinot Pink WA
15,6 Domäne Wachau | 2016 Rosé Zweigelt Terrassen Federspiel WA
15,6 Weingut Leberl | 2016 Rosé Cabernet Sauvignon BG
15,6 Weingut Müller | 2016 Rosé Zweigelt Göttweiger Berg NÖ
15,5 Walter Frauwallner | 2016 Rosé (ZW/ME BW) VL

Best Buy Rosèweine bis 6,00 Euro (Auszug)

15,6 Weingut Müller | 2016 Rosé Zweigelt Göttweiger Berg NÖ € 6,–
15,4 Gotthard Eichberger | 2016 Rosé Zweigelt NÖ € 5,80
15,3 Familie Reinberger | 2016 Rosé WG € 5,50
15,2 Fichtenbauer-Mold | 2016 Rosé Zweigelt NÖ € 5,50
15,2 Hans Moser | 2016 Rosé Blaufränkisch BG € 5,–
15,1 Johannes Strudler | 2016 Rosé Blaufränkisch BG € 5,20
15,1 Rudi Woditschka | 2016 Spätherbst-Rosé Selektion NÖ € 6,–
15,1 Phillip Zull | 2016 Rosé Lust & Laune NÖ € 6,–
15,0 Weingut Seltenhammer | 2016 Zweigelt Rosé Anna Rosa NÖ € 6,–

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