Die besten Schilcher- Weine Jahrgang 2016

Die besten Schilcher- Weine Jahrgang 2016

Die besten Schilcher-Weine Jahrgang 2016


Im Herbst des Vorjahrs zeichnete sich bereits ab, dass die Qualität der Schilcher weit über deren Menge liegen wird. Dennoch überraschte die aktuelle Vinaria-Blindverkostung der Schilcher-Weine des Jahrgangs 2016 ausgesprochen positiv.

Als die ersten Berichte über die gewaltigen Ertragseinbußen in der Weststeiermark in die Redaktion drangen, kamen Zweifel auf, ob 2017 überhaupt an eine Schilcherverkostung zu denken sei. Frost und Hagel hatten im Schilcherland gehörig aufgeräumt. Noch nie war die Anzahl der Proben so gering, und wohl noch selten waren die Ergebnisse so kompakt auf einem hohen Niveau wie diesmal. Der Wertungsdurchschnitt liegt bei unglaublichen 15,9 Punkten. Die teilnehmenden Schilcherwinzer haben bewiesen, dass sie der Natur zum Trotz hervorragende Produkte gekeltert haben.

Die Weststeiermark wurde vom Spätfrost besonders hart getroffen, der Ende April 2016 die Alpenrepublik und andere europäische Weinbaugebiete heimsuchte. Es wird von Ertragsausfällen bis zu 90% berichtet, in Einzelfällen sogar noch mehr. Das hat jedoch mit der Qualität nichts zu tun. Eine nüchterne Analyse führt zur gegenteiligen Schlussfolgerung. Die Rebstöcke hatten viel weniger Trauben als üblich mit Nährstoffen zu versorgen. Was über die Wurzeln aufgenommen wurde, kam vergleichsweise wenigen Früchten zugute.

Maßgeblich für die gute Entwicklung waren schwüle Monate im Frühjahr und im Sommer. Es gab ausreichend Niederschlag und auch einige Hitzephasen, allerdings war die Temperatur nie extrem hoch. Die Kehrseite der Medaille: Die Peronospora hing wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Weinbauern. Vor allem die biologisch arbeitenden Betriebe hatten alle Hände voll zu tun, diesen Pilz in Schach zu halten.

Der Alkoholgehalt der Schilcher 2016 ist nicht überbordend, die Weine besitzen ein strukturförderndes Säurerückgrat. Das sorgt für Trinkvergnügen und Frische.

Eine merkliche stilistische Änderung hat die Domäne Müller bei ihren Schilchern vorgenommen. Polarisierten diese Weine in der Vergangenheit das Jurorenteam immer wieder, finden sich diesmal ausschließlich positive Anmerkungen. Wenig überraschend haben Johannes und Luise Jöbstl ihre Kompetenz beim Schilcher auch heuer unter Beweis gestellt. Wacker geschlagen hat sich das Weingut Pichler-Schober aus dem Sausal, das einen trinkfreudigen Schilcher ins Rennen schickte, einer der Kollegen hat ihn als sommerlichen Durstlöscher apostrophiert. Beide Weine von Altmeister Eduard Oswald erinnern an Sauvignon Blanc, der Schilcher Tradition schaffte es auf das Siegertreppchen.

Mit seinem fein gehaltenen „Privat“ bewies Thomas Strohmaier zum wiederholten Mal, dass er auch beim Schilcher sattelfest ist. Nach einigen Jahren der Abstinenz hat Edi Weber ein kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben; beide von ihm eingereichten Proben haben 16,4 Punkte erreicht und sind somit in den Top Ten gelandet. Nicht im Geringsten überrascht hat das Abschneiden von Stefan Langmann, seine drei Weine erreichten Spitzenplatzierungen, der Schilcher „Greisdorf“ musste sich nur der klassischen Ausgabe des Schilcherweingutes Friedrich geschlagen geben. Dem Siegerwein kam der Lufteinfluss zwischen der ersten Runde und der Finalverkostung sichtlich zugute, er legte an Feinheit nochmals zu.


Toplist Schilcher 2016
17,0 Friedrich | Klassik
16,7 Langmann vlg. Lex | Greisdorf
16,5 Eduard Oswald | Tradition
16,5 Langmann vlg. Lex | Hochgrail
16,5 Schilcherei Jöbstl | Alter Weingarten
16,4 Weber | Langegg
16,4 Langmann vlg. Lex | Langegg
16,4 Thomas Strohmaier | Privat
16,4 Weber | Trilogie
16,3 Friedrich | Variation

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