Harald Wohlfahrt nimmt Abfindung und den Hut

Harald Wohlfahrt nimmt Abfindung und den Hut

Harald Wohlfahrt nimmt Abfindung und den Hut 

Die letzte Klappe fiel am Arbeitsgericht Pforzheim vor wenigen Tagen. 3-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt einigte sich vor dem Richter mit seinem nunmehrigen Ex-Arbeitgeber und Hotelier Heiner Finkbeiner auf seinen Abschied aus der „Schwarzwaldstube“. Er nimmt eine mit Sicherheit fette Abfindung und seinen Hut, scheidet aus Restaurant und der Unternehmensgruppe Finkbeiner aus. Dort hat Wohlfahrt fast 40 Jahre gewerkt, in den vergangenen 25 Jahren der „Schwarzwaldstube“ durchgehend drei Michelin-Sterne und damit die Höchstwertung erkocht.
 
Harald Wohlfahrt ist ein Fixstern der deutschen Gourmetwelt, ja sogar weltweit. Das wird er auch bleiben, sein kulinarisches Erbe ist in Stein gemeisselt. Wie berichtet, gerieten sich Arbeitgeber und Wohlfahrt in die Haare wegen der Modalitäten zur Übergabe des Zepters im 3-Sterne-Tempel „Schwarzwaldstube“. Nach einer harmonisch kommunizierten Staffelübergabe an den operativen Küchenchef und Nachfolger Thorsten Michel flogen bald die Fetzen zwischen Hotelier Finkbeiner und Wohlfahrt, der in der Folge das Arbeitsgericht bemühte.
 
Wohl um einen weiten öffentlichen Streit zu vermeiden, einigten sich die Streitparteien auf einen Vergleich und Stillschweigen über dessen Inhalte. Der finale Abschied Wohlfahrts war Part of the Deal. Man muss kein Prophet sein, um zu vermuten, dass es zum Abschied einen besonders fetten Golden Handshake gegeben hat. Heiner Finkbeiner entschied sich wohl für die Zukunft und gegen seine Küchenikone Wohlfahrt. Er drängte letztlich auf den Generationswechsel in der Küche, um den designierten Nachfolger Thorsten Michel halten zu können. Dieser leitet seit Juli 2016 bereits den operativen Küchenbetrieb in der „Schwarzwaldstube“, ist seit 14 Jahren im Team (und mit Wohlfahrt bis zuletzt per „Sie“).
 
Jetzt gehören Bühne und Rampenlicht dem „Neuen“. Und niemand zweifelt daran, dass Thorsten Michel die drei Sterne wird halten können. Schließlich hat er diese in den vergangenen Jahren bereits weitgehend operativ verantwortet.
 
Hoteldirektor Jan Kappler streut dem Team der Traube Tonbach Rosen: "Mit uns arbeiten allein in Baiersbronn rund 340 Menschen. Über 160 davon in der Gastronomie unserer fünf Restaurants, darunter 62 sehr gute Köche, die ihr Wissen teils seit über 20 Jahren tagtäglich mit unseren Auszubildenden teilen. Das ist Teil der renommierten Kaderschmiede Traube Tonbach".
 
Leistungsträger wie Sommelier Stéphane Gass, Chef-Patissier Pierre Lingelser und Maître David Breuer stehen voll hinter ihrem Küchenchef Torsten Michel. Gemeinsam geht es nun in die Sommerpause des Restaurants bis Ende August. "Danach startet ein neues Kapitel", ist Heiner Finkbeiner überzeugt.
 
Harald Wohlfahrt (61) wiederum sieht nach seinem Abschied seiner beruflichen Zukunft gelassen entgegen. Er hat diverse, gut dotierte Beraterverträge, unter anderem mit der Dinnershow „Palazzo“ in Stuttgart, der Vertrag läuft noch fünf Jahre. Und es gibt bereits viele Angebote, vom Buchprojekt bis zum neuen Restaurant, auch den Weg in die Selbständigkeit schließt Wohlfahrt nicht aus: „Das muss der Familienrat entscheiden.“
 

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Hotel Traube Tonbach
Familie Finkbeiner KG
72270 Baiersbronn, Tonbachstraße 237
Tel. +49 7442 492-0
reservations@traube-tonbach.de
www.traube-tonbach.de



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