Dockners Vision Sacra: Rotweine vom Hl. Berg

Dockners Vision Sacra: Rotweine vom Hl. Berg

Dockners Vision Sacra: Top-Rotweine vom „heiligen Berg“

Einmal jährlich öffnen sich die altehrwürdigen Gewölbe des Prior-Kellers von Stift Göttweig bei Krems, um ihre Schätze preiszugeben – dann nämlich, wenn Hausherr Sepp Dockner zur großen Jahrgangsvertikale seines „Sacra“ ruft. 2017 bereits zum fünfzehnten Mal.

Sie machen wunderschöne Weißweine in allen Abstufungen bis hinein in den Hochprädikatsbereich. Sie produzieren Lagensekte von herausragender Güte und – Überraschung! – Sepp und Josef Dockner zählen heute unbestritten zu den besten Rotweinwinzern des Kremstals. Rund 20 Jahre ist es her, dass das Vater-Sohn-Duo im von weißen Weinen dominierten Gebiet den Grundstein für eine Rotwein-Cuvée auf Basis der Sorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Zweigelt legte.

Die Maxime war dabei von Anfang an kompromisslos auf höchstmögliche Qualität ausgerichtet. Mit dem Jahrgang 2000 erschien nach 30-monatiger Verweildauer in kleinen Eichenfässern dann der erste Wein auf dem Markt – die Vision „Sacra“ hatte Hand und Fuß bekommen. Namensgeber des Weins war der vom mächtigen Barockstift gekrönte Göttweiger Berg, der „heilige Berg“, wie ihn die Winzer respektvoll nennen, an dessen Hängen der Wein entsteht.

Was macht nun einen Kremstaler Rotwein so besonders, dass er mittlerweile zur heimischen Oberklasse zählt und auf eine 15-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken kann?

Niedrige Erträge und penible Weingartenarbeit zählen ebenso dazu wie perfekte Kellerarbeit und der Einsatz bester französischer Eiche. Selbstredend bedarf es entsprechender Toplagen, auf denen die Reben optimal reifen können. Während der Merlot am Kremser Kogl auf kalkreichen Konglomeratböden heranwächst, steht der Cabernet Sauvignon in der Ried Neubergen auf lehmig-sandigem Untergrund, ebenso wie der aus der Lage Leithen stammende Zweigelt.

Die Ernte erfolgt spät, Ende Oktober bis zumeist Mitte November, das jeweilige Mischungsverhältnis für die Cuvée wird in akribischer Weise, abhängig von der physiologischen Reife der Trauben aller verwendeten Sorten, jedes Jahr neu bestimmt.

Ehe die Flaschenfüllung erfolgt, also nach 18 Monaten Reifezeit in ausschließlich neuem Holz, werden dann Jahr für Jahr die besten 40 Fässer für den „Grand Vin“ herausgepickt. In Ausnahmejahren wird unterdessen sogar eine eigene „Sacra Grande Reserve“ kreiert. Die nochmalige Selektion der (lediglich vier!) besten Fässer hat es bisher erst dreimal gegeben – 2003, 2006 und 2011; mit dem Jahrgang 2015 wurde die nächste Ausgabe präsentiert.




Degustationsnotizen

Sacra-Vertikale 2000 bis 2015


In Klammer sind die jeweiligen Sortenanteile in der Reihenfolge Cabernet Sauvignon/Merlot/Zweigelt angeführt. 2001 wurde kein Sacra produziert.

***** 2015 Grande Reserve (65/35/-)
Konzentrierte Dunkelfrucht, Schwarzkirschen, Brombeeren, Würztabak, 
dezente Röstnoten, Bourbonvanille; ungemein vielschichtig, seidige Textur, ganz feine Tannine, ummantelt von verführerischem Fruchtschmelz; 
enorme Tiefe und Länge, da reift Großes heran!

**** 2015 (60/20/20)
Tabakig-würzige Nase, dahinter klare Cassisfrucht, feste, reife Tannine, etwas Kakao und Bitterschoko, alles total jugendlich, frisch, aber bereits ausgewogen, mit viel Finesse und Strahlkraft; ein Versprechen für die Zukunft.

***/* 2014 (10/60/30)
Schokige, dunkelbeerige Nase, Cranberries, Nougat, Toastbrot, Mokka; relativ milder Tanninhintergrund, streichelweiche Textur, satter Fruchtschmelz, gewürzig, rund, für den Jahrgang überraschend gut gelungen.

*** 2013 (50/25/25)
Bisschen rustikale Nase, ledrige Anklänge, Peperonata, rote und schwarze Johannisbeeren, Bitterschoko, noch etwas sprödes Tannin; ein wenig weitere Reife kann nicht schaden.

***/* 2012 (60/20/20)
Weit geöffneter Fruchtfächer, Kirschen, Minze, Wildkräuter, unterlegt von rauchig-mineralischen Schichten, auch etwas Vanilleglasur und Röstbrot; feinkörniges Tannin, klar gezeichnet, hat sich schön entwickelt.

***/* 2011 (60/10/30)
Würzige Nase, Baumrinde, Waldbeeren, ledrig-zedrige Einflüsse, Weichseln, Nougat; fleischiger, saftiger Gaumen, sanfter Trinkfluss, Holz und Tannin gut integriert, voll einnehmendem Charme.

*** 2010 (20/30/50)
Präzise Weichselfrucht, etwas Zwetschken, Mokkabohnen und ein wenig Unterholz; schlankes, kühl unterlegtes Gefüge, feine Säure, etwas Ecken und Kanten, dafür glasklares Profil.

****/* 2009 (40/20/40)
Komplexe Nase, Cassis, Heidelbeeren, Kirsch-Confit, roter Paprika und Trüffelschokolade, eskortiert von mächtigen, total reifen Tanninen; fruchtsüße, substanzielle Textur, mundfüllend, elegant, mit Superlänge.

*** 2008 (30/30/40)
Schöner Mix aus Frucht und Holz, Blaubeeren, Kirschen, Maronen, etwas Thymian, relativ kräftiger Fassbrand; transparent, ausdrucksstark, fein 
liniert, mittlere Länge.

**** 2007 (30/40/30)
Delikate Nase, erstaunliche Fruchtsubstanz, reife, dunkle Kirschen, Zwetschken, später auch Röstkaffee und Lakritze, untermalt von feiner, salziger 
Mineralität, Tannin nur peripher erkennbar; klar konturiert, tief, lang und überaus harmonisch.

**** 2006 (40/40/20)
Betört mit Fruchtcharme sondergleichen, Waldbeer-Confit, Cassis, Zwetschkenröster; kraftvolle, stoffige Mitte, seidiges Tannin, mundfüllend, beinahe opulent, aber ausreichend konturiert; macht Druck, alles sitzt und passt; 
feine Länge.

***/* 2005 (30/20/50)
Zunächst rauchig-tanninige Nase, dann setzt sich die Frucht durch, Schwarzbeeren, Kirschen, eine Prise Röstkaffee; wirkt insgesamt etwas schlanker, in sich allerdings sehr homogen.

**** 2004 (25/50/25)
Ansprechende Melange aus roten und dunklen Früchten, Herzkirschen, Heidelbeeren, dann dunkler Nougat und Schokomousse; beachtliche Substanz, extraktsüß, samtig-feines Tannin, schöne Länge.

****/* 2003 (30/50/20)
Feine Nuancen von Edelholz und schwarzbeerigen Motiven, auch Veilchen, süßer Würztabak; kraftvolles Fundament, seidige Tannine, präsentiert sich mit generöser Fülle, gepaart mit Finesse und beeindruckendem Tiefgang.

*** 2002 (40/40/20)
Dunkelfruchtige, mineralische Nase, Havanna, Brombeeren, Gewürznelken, Grafit; festes, griffiges Tannin, auch rauchige Akzente; straff gegliedert, offenherzig.

**** 2000 (60/30/10)
Zunächst leicht nostalgische Elemente, Malzkaffee, Eibisch, getrocknete Beeren; blüht auf und zeigt sich nach wenigen Minuten voller Frische und Jugendlichkeit mit geradezu distinguierter Dunkelfrucht, Holz ist optimal eingegliedert, finessebetont, lang anhaltend; hat immer noch Reifepotenzial.

 






Winzerhof Familie Dockner
3508 Höbenbach, Ortsstraße 30
Tel. +43 2736 7262
winzerhof@dockner.at
www.dockner.at


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