Questers Feine Fische ist pleite, wird geschlossen

Questers Feine Fische ist pleite, wird geschlossen

Konkurs: Biofischzucht Questers wird geschlossen


Die Questers Feines GmbH aus Mariazell (Steiermark) ist in Konkurs und wird wohl nicht weiter geführt werden. Grund ist unter anderem ein Blitzschlag, bei dem fast der gesamte Fischbestand getötet worden sei. Noch schwerer dürfte allerdings der Wegfall des Rewe-Konzerns (Merkur, Billa) als Hauptkunde wiegen. Rewe stieg aus den Lieferverträgen Ende August 2017 kurzfristig aus. Über die Gründe wird spekuliert.

Betroffen sind neun Dienstnehmer und mehr als 50 Gläubiger, wie die Kreditschutzverbände mitteilten. Ein Konkursverfahren ist am 5. September am Landesgericht Leoben über die Questers Feines GmbH aus Mariazell eröffnet worden. Die Überschuldung liegt bei gut 1,3 Millionen Euro. Die Passiva belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro, die Aktiva liegen bei etwa 182.500 Euro. Eine Fortführung wird nicht angestrebt, die Prüfung durch den Masseverwalter steht noch aus.

Der Betrieb war 2006 von Alexander Quester – Spross der Rennfahrer- und Baustoffhändler-Dynastie - als Biofischzucht im Mariazellerland gegründet worden. Die Umsätze lagen zunächst bei rund zwei Millionen Euro jährlich. 2016 konnten jedoch nur mehr geringfügige Gewinne erzielt werden und die noch nicht vorliegende Bilanz für 2016/2017 werde laut Kreditschützern erhebliche Verluste ausweisen.

Außerdem habe es Versorgungsengpässe bei einzelnen Fischarten gegeben, dazu eine verlustreiche Geschäftsbeziehung mit einem Geschäftspartner und Abwertungsbedarf bei den Vorräten. Ende August 2017 fiel Rewe als Hauptkunde weg und versetzte der Questers Feines GmbH, die sich auch der Slow food-Bewegung zugehörig fühlte, den Todesstoß.

Alexander Questers Biofische wurden auch in der Spitzengastronomie gerne verwendet, etwa von Österreichs höchstdekoriertem Koch Heinz Reitbauer im Steirereck. Der Mariazeller Biosaibling in Bienenwachs gegart schaffte es zeitweilig zum signature dish.

www.questers.at
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