Tantris mit 3 Ruhetagen pro Woche!

Tantris mit 3 Ruhetagen pro Woche!

Tantris plant mit drei Ruhetagen pro Woche

 
In deutschen Fachportalen wird die Einführung des dritten Ruhetages pro Woche im Münchner Gourmet- und 2 Sterne-Tempel Tantris als „Ruhetags-Revolution“ abgefeiert. Was dem Personal Erholung bescheren soll, ist in Wahrheit aber wirtschaftlichen Realitäten geschuldet.
 
Das Tantris führt den Dienstag als zusätzlichen Ruhetag ein und hat ab Januar 2018 an vier statt wie bisher fünf Tagen geöffnet. Das Restaurant positioniert sich – nach eigenen Angaben - mit diesem Schritt als Vorreiter hinsichtlich attraktiver Arbeitsbedingungen in der gehobenen Gastronomie und verspricht sich eine noch vertrautere Atmosphäre für die Gäste, die bei jedem Besuch das stets gleiche Personal vorfinden werden. Von Mittwoch bis Samstag sind dann dieselben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort. Bisher musste durch den Fünftage-Betrieb mittags und abends mit zwei Schichten gearbeitet werden (beziehungsweise 1,5 Schichten, auf Vollzeit gerechnet).
 
Küchenchef Hans Haas, ein Tiroler, und sein Team gewinnen damit einen Tag, um noch besser erholt in die Arbeitswoche zu starten, so die Tantris-Geschäftsleitung. Der neue Ruhetag soll auch deutlich die Attraktivität des Restaurants als Arbeitgeber steigern. "Es ist kein Geheimnis, dass es auch in der Sternegastronomie zunehmend schwieriger wird, Nachwuchs beziehungsweise gelerntes Personal zu finden", wird General Manager Felix Eichbauer in deutschen Medien zitiert. Obendrein verschafft der neue Ruhetag mehr Planungsflexibilität für die Umsetzung der europäischen Arbeitszeitrichtlinien, die Angestellte beispielsweise vor übermäßigen Überstunden schützen.
 
Arbeitsrecht & Wirtschaftlichkeit - Was der Wahrheit schon ein gehöriges Stück näher kommt. Die Arbeitszeitprobleme und wirtschaftlicher Druck machen auch vor erfolgreichen Sterne-Restaurants wie dem Tantris nicht halt. Und sind kein deutsches Phänomen, sondern auch in Österreich nur allzu präsent. Die Viertagewoche ermöglicht es der Gastronomie, mit einer Arbeitsschicht halbwegs gesetzeskonform über die Runden zu kommen. Dazu kommt, dass die Werktage zu Beginn der Woche kaum mehr gut gebucht sind.
 
Der wirtschaftliche Druck steht somit Pate bei der Entscheidung, die Ruhetage auszudehnen. Gästefreundlich ist das aber nicht. Gerade ab Mitte der Woche werden dann Plätze in gefragten Restaurants noch schwieriger zu bekommen sein, die Wartelisten länger werden und der Frust durch Absagen größer.
 
Auch in Österreich ist dieses Problem virulent. Hier retten sich manche Betriebe in die Reduktion der Öffnungszeiten auf den Abend. Mittelfristig geht sich dann aber die betriebswirtschaftliche Rechnung nicht mehr aus: kein Lokal ist rentabel zu führen, wenn es nur noch an fünf Abenden die Woche ein paar Stunden offen hält. Da reicht dann selbst eine gute Auslastung nicht mehr.
 
Zurück zum Tantris: An den Uhrzeiten an Öffnungstagen ändert sich nichts: Lunch beginnt im Tantris wie gewohnt um 12.00 Uhr, Dinner ab 18,30 Uhr. Ausgenommen von der neuen Regelung ist die Zeit von Anfang Oktober bis Ende Dezember 2018. In diesen drei Monaten wird das Restaurant wie bisher von Dienstag bis Samstag geöffnet sein.Offenbar waren im Tantris auch schon bisher die Dienstage nur im Herbst rentabel.
 
www.tantris.de


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