Die besten Rieslinge Österreichs 2016

Die besten Rieslinge Österreichs 2016

Die besten Rieslinge Österreichs 2016


Exzellente Weine an der Spitze, ein Regions-Dreikampf Wachau, Kamptal und Kremstal, überraschende „Einsteiger“ und Best Buys: Das war die Vinaria Riesling Premium 2016-Verkostung, die größte Österreichs. Als Achterbahnfahrt wurde die überaus wechselhafte Witterung des Jahres 2016 einst treffend bezeichnet. Dieses Auf und Ab setzte sich bei der Degustation der nunmehr abgefüllten 2016er-Rieslinge fort, denn zahlreiche solide, wenn auch punkto Ausdruck und Dichte nicht ganz die anfänglichen Erwartungen erfüllende Gewächse wechselten mit guten bis sehr guten sowie einigen exzellenten Weinen an der Spitze in bunter Reihenfolge ab.

Zwar war von Anfang an klar, dass Alkoholgehalt und zuckerfreier Extrakt vermutlich nicht an den Jahrgang 2015 oder auch Jahrgänge wie 2013, 2012 oder 2009 heranreichen würden, dafür waren die Weine aber endlich wieder mit einer gesunden Säurestruktur gesegnet, welche guten Trinkfluss begünstigte. Für die absolute Spitzenklasse sind aber doch mehr Fruchttiefe und Expression gefragt, und letztlich fehlt es vielen Gewächsen auch an der Persistenz und Länge, die – wie immer – gute Parameter für die Lagerfähigkeit derartiger Weine sind.


Gutes Niveau - All diese Erwägungen taten aber einem erstaunlich hohen Punktedurchschnitt keinen Abbruch, weil eben sehr viele Weine in ein gehobenes, gutes Mittelfeld zwischen 15 und 16 Punkten fielen. Eine Sonderstellung nehmen jene sehr guten Rieslinge ein, die es aufgrund ihrer Bewertung bis einschließlich 16,5 Punkten zwar nicht in das Finale der allerbesten geschafft haben, aber dennoch fraglos zu den besten ihres Jahrgangs gezählt werden dürfen.

Wiewohl sie vereinzelt in den Weinbergen aufgetreten ist, hat die Botrytis zu keinen negativen Effekten geführt. Wenn auch etwas mehr als zwei Drittel der Weine mit Schraubverschlüssen versehen waren, ist doch mehr als bemerkenswert, dass aus dem verbliebenen Drittel so gut wie überhaupt keine Korkfehler zu beanstanden waren.


Dreikampf statt Duell - An der absoluten Spitze gab es das übliche Duell zwischen den Kamptaler und Wachauer Rieslingen, aus dem diesmal eigentlich ein Dreikampf wurde, weil einige Kremstaler Gewächse so gut wie noch nie reüssiert haben. Aus den übrigen Gebieten hat das Weingut Leth den Wagram würdig vertreten, während Mayer am Pfarrplatz die Wiener Fahnen hochhielt. Aus dem Traisental waren, wie eigentlich immer, Ludwig Neumayer und Markus Huber an der Spitze.

Die östlichen Wachauer Granden, allen voran das traditionell hochstehende Trio Alzinger, Knoll und Franz Xaver Pichler, haben wieder bestens reüssiert, wiewohl sie recht unterschiedliche Weinstile verkörperten. So waren die Rieslinge von Leo Alzinger diesmal besonders rassig und straff, während sich die Knoll’schen Gewächse durch tiefe Frucht und mollige Extraktsüße auszeichneten (was an sich nichts Neues darstellt) und die Pichler’schen Edelrieslinge vor allem durch hohe Eleganz und wunderbare Balance der Inhaltsstoffe glänzten.

In der westlichen Wachau gaben ebenfalls die Marktführer wie Hirtzberger, Prager, Schmelz und allen voran Franz-Josef Gritsch mit gleich mehreren exemplarischen Rieslingen ganz unterschiedlicher Bauart den Ton an. Als „Neuling“ vom anderen Ufer hat Georg Frischengruber sehr positiv überrascht: Mit dem „Riesling seiner Welt“ hegt er offensichtlich hochstehende Ambitionen.


Kremstal stark wie nie - Im Kamptal überragten wieder einmal die Bründlmayer’schen Heiligensteiner, aber auch die Weine von Allram, Eichinger, Schloss Gobelsburg und Steininger sowie die aufstrebende Newcomerin Barbara Öhlzelt sorgten für überaus gute Geschmackserlebnisse. Sehr stark, vermutlich mit so geballter Kraft wie noch nie präsentierten sich die Gewächse des Kremstals. Aus dem oberen Kremstal waren dies nicht überraschend die Trendsetter Martin Nigl und Franz Proidl sowie das räumlich angrenzende Weingut von Josef Schmid, während sich in Krems der Undhof von Bertold Salomon offensichtlich in Hochform befindet.

Was die Kremser Rieslinge vom rechten Donauufer, in der Gegend von Hollenburg und Stift Göttweig, betrifft, so haben diesbezüglich die Weine von Josef Dockner, Petra Unger und erstmals auch aus dem Weingut Müller-Grossmann ein positives Statement abgegeben, wobei für letzteren Betrieb einer der wenigen 2015er-Rieslinge, und zwar aus der Ried Steinbühel, verantwortlich zeichnete.


Toplist Rieslinge Österreich 2016 (Auszug)

18,4 Bründlmayer | 2016 Ried Zöbinger Heiligenstein Alte Reben 1ÖTW
18,3 Schmelz | 2016 Best of Riesling Smaragd
18,1 Mayer am Pfarrplatz | 2016 Ried Weißer Marmor
17,9 Hirtzberger | 2016 Ried Singerriedel Smaragd
17,9 Jamek | 2016 Ried Klaus Smaragd
17,9 F. X. Pichler | 2016 Ried Kellerberg Smaragd
17,8 Salomon | 2016 Ried Pfaffenberg
17,7 FJ Gritsch | 2016 Ried Kalkofen Smaragd
17,7 F. X. Pichler | 2016 Unendlich Smaragd
17,6 Alzinger | 2016 Ried Steinertal Smaragd
17,6 Nigl | 2016 Ried Hochäcker 1ÖTW
17,6 F. X. Pichler | 2016 Ried Steinertal Smaragd
17,5 Bründlmayer | 2016 Ried Zöbinger Heiligenstein Lyra 1ÖTW
17,5 Prager | 2016 Ried Klaus Smaragd
17,5 Salomon | 2016 Ried Kögl 1ÖTW
17,4 Alzinger | 2016 Ried Loibenberg Smaragd
17,4 Leth | 2016 Ried Brunnthal 1ÖTW
17,4 Nigl | 2016 Privat Ried Pellingen 1ÖTW
17,3 Allram | 2016 Ried Heiligenstein 1ÖTW
17,3 Knoll | 2016 Ried Kellerberg Smaragd
17,2 Knoll | 2016 Ried Loibenberg Smaragd
17,2 Proidl | 2016 Ried Pfeningberg 1ÖTW
17,2 Schmid | 2016 Ried Sunogeln 1ÖTW
16,8 FJ Gritsch | 2016 Dürnsteiner Burg


Toplist Rieslinge Österreich 2016 Best Buy bis € 15,00 (Auszug)

16,5 Müller-Grossmann | 2015 Ried Steinbühel € 14,–
16,1 Engelbrecht | 2016 Graphit € 9,60
16,1 Rosner | 2016 Hasel € 14,–
16,0 Hofstätter | 2016 1000-Eimerberg Smaragd € 13,–
16,0 Sigl | 2016 Kirnberg Smaragd € 14,–
15,8 Wutzl | 2016 Ried Hofstatt € 9,30
15,6 Mayer am Pfarrplatz | 2016 Ried Alsegg € 11,–
15,6 Pröll | 2016 Kirchberg € 5,90
15,6 Siedler | 2016 Reserve Riedenselect € 10,20
15,6 Weixelbaum | 2016 Wahre Werte Ried Gaisberg € 14,–
15,4 Rosner | 2016 € 9,–
15,3 Hellmer | 2016 Riede Hammer € 6,50
15,1 Dockner | 2016 Ried Rosengarten € 12,50
15,1 Dockner | 2016 Ried Gottschelle € 12,50
15,1 Grill | 2016 Ried Brunnthal € 8,–
15,1 Müller | 2016 Leiten € 13,–



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