Hoch hinaus: Viel Neues in Lech am Arlberg

Hoch hinaus: Viel Neues in Lech am Arlberg

Hoch hinaus: Viel Neues in Lech am Arlberg

 
Im Sommer gehören Kräne zur Silhouette des renommierten Wintersportortes Lech am Arlberg. Zuletzt waren es besonders viele. In der laufenden Wintersaison kommen die Urlauber in den Genuss all der neuen Attraktionen. Vinaria konzentriert sich auf die kulinarisch-vinophilen.
 
Pünktlich zum Jubiläum des 80-jährigen Bestandes des traditionsreichen Hotel Post im Zentrum von Lech wurde das Panoramarestaurant Postblick neu eröffnet. Praktisch zeitgleich übernahm der junge David Wagger aus Kufstein in Tirol die Verantwortung für die Küche. Er führt den Stil fort, für den das Haus bekannt ist: bürgerlich auf hohem Niveau mit einer zeitgemäßen Leichtigkeit, ohne ins Rustikale abzudriften. An der bekannt erlesenen Weinkarte hat sich nichts geändert. Neben absoluten Top-Gewächsen aus Burgund, Bordeaux und Italien genießen die Weine von Schloss Gobelsburg einen hohen Stellenwert. Und das ist kein Zufall, immerhin ist Michael Moosbrugger, der Regisseur auf dem Langenloiser Leitbetrieb, der Bruder des Hausherrn Florian Moosbrugger.
 
Das lichtdurchflutete Restaurant öffnet den Blick auf die Hänge des Kriegerhorns und des Schlegelkopfs. Der Gast kann aber auch dem geschäftigen Treiben im Dorfzentrum folgen. Architektonisch war die Einbindung des neuen Traktes in das gediegen-ländliche Erscheinungsbild des Hotelbestandes eine Herausforderung. Man kann ohne weiteres feststellen, dass diese Aufgabe mit Bravour gelöst wurde.
 
Thomas und Hannelore Lucian eilt der Ruf voraus, zu den umtriebigsten Bauherrn in Lech zu gehören. Das Burg Vital Resort in Oberlech ist seit Jahren die Wirkungsstätte des hochdekorierten Küchenchefs Thorsten Probost. Gault Millau ist seine Kochkunst 18 Punkte und damit drei Hauben wert. Dieser Visionär bekennt sich kompromisslos zu regionalen Produkten. Dazu gehören Fische aus dem Lech ebenso wie Wild aus den Wäldern des Arlbergs oder Schweine aus dem Bregenzerwald. Nach Möglichkeit wird das ganze Tier verwertet, ein weiteres Kennzeichen seiner Küche. Ein herausragendes Merkmal ist die Verwendung von Kräutern, die extrem vielfältig und teilweise exotisch sind.
 
Vor Beginn der Wintersaison wurde ein Zubau errichtet. Dieser verfügt über Suiten, die auch sehr hohe Ansprüche zufrieden stellen sollten. Ein Show-Cooking wurde etabliert. Das À la Carte-Restaurant „Griggeler Stuba“ wurde in den neuen Trakt verlegt. Auf einem Regal im Restaurant ruht nun ein Teil von Probosts „Einlegearbeiten“. Es handelt sich dabei um fermentiertes Gemüse, das der ehedem bäuerlichen Bevölkerung im Winter als Vitaminspender diente. Dass damals allerdings teuflisch scharfe Chilis eingelegt wurden, darf nicht als historisch gesichert angesehen werden. Die Übersiedlung der „Griggeler Stuba“ schaffe Platz für „das Wirtshaus“, dem neu gestalteten Restaurant für die Hausgäste mit einer Halbpensions-Küche auf unglaublich hohem Niveau. Neu im Untergeschoß des Komplexes ist die stilvolle Zigarrenlounge.
 
Absolut sehenswert ist der neue Weinkeller tief unter der Erde. Er ist zweigeteilt mit zwei Klimazonen und einem sehr konstanten Temperaturverlauf über das Jahr. Das bietet den Vorteil, auch moderat kühle Rotweine direkt aus dem Keller servieren zu können, was angesichts der vielen Posten auf der Spezialitätenliste von großem Vorteil ist. Der Weinkeller unter der Ägide des Hausherrn Thomas Lucian und des gleichermaßen erfahrenen wie trittsicheren Sommeliers Fabian Mennel gehört mit zum Besten dieser an Trinkpretiosen nicht gerade armen Region, die Jahrgangstiefe ist beeindruckend. Die Weinkarte von Thomas Lucian wurde vielfach, auch international ausgezeichnet.
 
Im benachbarten Hotel Sonnenburg der Familie Hoch wurden ebenfalls neue Zimmer errichtet. „10 Sekunden bis zur Skipiste“ sind für sportbegeisterte Gäste ein schwerwiegendes Argument. Küchenchef Christian Rumpold kümmert sich seit 2014 um das leibliche Wohl der Gäste.
 
Die technisch überaus anspruchsvolle und wohl größte Baustelle im Ort ist ebenfalls vor Beginn der Wintersaison fertig geworden. Die Rede ist vom Hotel Almhof Schneider. Die neue Tiefgarage wurde in zwei Etagen in den Untergrund getrieben. Neu ist auch der Wellnessbereich, der mit erlesenen Materialien gestaltet wurde und – einem neuen Trend folgend – nach Geschlechtern getrennt ist. Der großzügige Neubau strahlt die Gediegenheit eines 5-Sterne-Superior-Hauses aus. Selbstredend ist der Gast dort auch kulinarisch bestens aufgehoben. Die haubendekorierte Küche wird von Weinen begleitet, die zum Besten gehören, was der Arlberg zu bieten hat. Das liegt einerseits am ausgesprochen weinaffinen Hausherrn Gerold Schneider, andererseits an Josef Neulinger, von Gault & Millau zum Sommelier des Jahres 2018 geadelt.
 
Das alte Schulhaus in Zug wurde vor rund zwei Jahren als Dependance des bekannten Hotels Rote Wand mit viel Gefühl für Architektur und Stil umgebaut. Das „Schualhus“ schmiegt sich unauffällig ins Ortsbild des beschaulichen Ortsteils ein. An einer Art Bar können bis zu 16 Gäste den Köchen bei der Arbeit zusehen. Seit Juli 2017 zeichnet Max Natmessnig, der im Steirereck in Wien ebenso gekocht hat wie am Chef‘s Table at Brooklyn Fare in New York, für die behaubte Küche verantwortlich. Die drei Hauben seines Vorgängers hat Max souverän verteidigt, sogar noch den 18. Punkt dazu geholt. Die Getränke sind auf das jeweilige Gericht abgestimmt, die Weinbegleitung oft unkonventionell, auch mit natural wines gespickt, aber immer perfekt abgestimmt. Dabei muss es nicht immer Wein sein; manchmal werden auch naturbelassene Fruchtsäfte gereicht. Tagsüber werden ebenerdig im ehemaligen Klassenzimmer einfache Speisen kredenzt. Einen Einblick in das Dinner-Erlebnis bei Max Natmessnig finden Sie in der aktuellen Menükarte hier.
 
Der Hype um Max Natmessnig hätte fast das Stammhaus Rote Wand, ebenfalls mit hoch dekoriertem Restaurant, in den Hintergrund gedrängt. Völlig zu Unrecht. Und die Weinkarte vom Hausherrn Joschi Walch hat es sowieso in sich, mit vielen Raritäten bis tief hinein ins Burgund und Bordelais. – Was den Wein angeht, ist am Arlberg das Fux sowieso eine Institution, auch was Großflaschen, Raritäten und Neue Welt betriftt, sicher der ausgewiesenen Steak-Kompetenz geschuldet. Patron Peter Strolz wurde mehrfach für die sensationelle Weinkarte ausgezeichnet.
 
Seit einem Jahr schon gibt es das – immer noch neue – Schlegelkopf Restaurant an der Bergstation des Schlegelkopfliftes. Von Austern & Sushi bis Pizza & Steak bietet die mondäne Luxus-Lounge zudem große Wein-, Champagner- und Whiskyauswahl. Betrieben wird die Gastro von den Seilbahnen Lech, was überraschend gut funktioniert. Etwas bodenständiger, aber sehr fundiert geht es im Holzbau „Der Wolf“ zu, zu dem man über die beliebte Petersbodenbahn von Oberlech aus gelangt. Der kulinarische Bogen spannt sich vom Linseneintopf bis zur Kalbs-Lasagne. Entweder mit den Ski talwärts fahrend oder zu Fuß hinauf wandernd, ist die Rud-Alpe auf halbem Pistenweg nach wie vor ein lohnendes Ziel für Hütten-Gemütlichkeit, zünftige Kulinarik und schöne Weine. Gleiches gilt für die Schneggarei am Fuße der Schleglkopf-Lifte in Lech, wo es meist mittags und nach Pistenschluß urig hergeht.
 
Wer da über die Brücke des kleinen Lech-Flusses geht, steht förmlich an der Openair-Bar vorm Hotel Krone, ebenfalls einer Lecher Institution. Seit dem Umbau vor einigen Jahren wurde der Anspruch als Gourmet- und Wein-Destination ersten Ranges geschärft und gehört die Krone wieder zu den Tops of Arlberg. - Noch ein Bergtipp: Mit der Rüfikopf-Seilbahn hinauf auf 2.362 Meter Seehöhe in gleißendes Weiß zu herrlichstem Rundumblick. Das Panorama-Restaurant gilt seit einigen Jahren auch als Gourmettreff mit herrlicher Terrasse und perfekter Weinkarte.

 
Wichtige Webadressen der genannten und weiterer empfehlenswerter Gourmettipps in Lech:
 
www.burgvitalresort.com
www.rotewand.com
www.postlech.com
www.almhof.at
www.kronelech.at
www.sonnenburg.at
www.aureliolech.com
www.fux-mi.net
www.goldenerberg.at
www.arlberghotel.at
www.burghotel-lech.com
www.murmeli.at
www.kristiania.at
www.rud.aple.at
www.severins-lech.at
www.montanaoberlech.at
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