Trophy „Lebenswerk“ 2018 an Emmerich Knoll

Trophy „Lebenswerk“ 2018 an Emmerich Knoll

Vinaria Trophy „Lebenswerk“ 2018 an Emmerich Knoll


Die Trophy für ein herausragendes Winzer-Lebenswerk geht 2018 an Emmerich Knoll aus Loiben in der Wachau, weltweit bekannt durch seine herausragenden Weine mit dem Etikett des Heiligen Urbanus. „Für seine Pionierrolle, seine Vorbildwirkung für die Wachau, den Donauraum und den österreichischen Wein“, begründen Vinaria-Herausgeber Erwin Goldfuss und Chefredakteur Peter Schleimer die Entscheidung.

Emmerich Knoll reiht sich damit in die Legenden-Kategorie von Vinaria ein, die erst wenige große Winzer-Persönlichkeiten für sich beanspruchen können: Josef Jamek (†), Anton Kollwentz, Franz-Xaver „F.X.“ Pichler, Karl Fritsch sen. und Manfred Tement sowie seit dem Vorjahr Ernst Triebaumer.

Emmerich Knoll hat mit dem Weinbau quasi seine Leidenschaft zum Beruf gemacht; darüber hinaus hat er als hochangesehene, integrative Persönlichkeit von natürlicher Autorität in zahlreichen Funktionen erfolgreich und nachhaltig für seine Wachau gewirkt, die er zum Großteil heute noch ausübt. Das Gründungsdatum des Knoll’schen Betriebs ist insofern recht einfach zu belegen, als es mit dem Erwerb des Stammhauses im Jahr 1825 zusammenfällt.

Die erste Flaschenfüllung hat dann nach dem Krieg im exzellenten Weinjahrgang 1947 Vater Emmerich Knoll vorgenommen. 1975 hat schließlich der heutige Betriebsführer Emmerich Knoll das mittlerweile auf fünf Hektar angewachsene Weingut offiziell übernommen. Gleichzeitig war es in den Siebzigerjahren auch relativ leicht möglich, die dazumals ungeliebten Terrassenweingärten im Pachtweg zu erwerben, die ab 1978, nach der Inbetriebnahme der Tropfbewässerung in Loiben, wesentlich an Wert gewannen.

In dieser Ära hat das Weingut Knoll auch bei den ersten Vinaria-Jahrgangsverkostungen mit den Themen Grüner Veltliner und Riesling einen Sieg nach dem anderen eingefahren. Legendär war und ist zum Beispiel der Sieger der zweiten Vinaria-Degustation überhaupt, der exzellente 1979er Riesling Schütt.

Zahlreiche Funktionen hat Emmerich Knoll für seine so geschätzte Wachau seit jungen Jahren wahrgenommen: so als Vorstandsmitglied und stellvertretender Obmann der Vinea Wachau, als Obmann der Bewässerungsgenossenschaften Loiben und Pfaffenberg und schließlich als Vizebürgermeister von Loiben und Mitbegründer der Schubertiade in Dürnstein. Diese hob Emmerich Knoll mit seinem Freund, dem weltweit gefeierten Bassbariton Kammersänger Robert Holl aus der Taufe. Robert Holl war es auch, der bei der Trophy Gala die Laudatio auf den Preisträger hielt. Gespickt mit höchst persönlichen, philosophischen Betrachtungen über die Knoll’schen Weine bis hin zu einschlägigen Zitaten aus der Weltliteratur.

Kunst sinnig ist Lebenswerk-Preisträger Emmerich Knoll jedenfalls. Er gilt als größter Sammler von Genrebildern der Wachau, die im Dachgeschoß des 2012 erbauten neuen Hauses nunmehr ihren adäquaten Rahmen gefunden haben. Begonnen hat diese Leidenschaft aufgrund der langjährigen Freundschaft mit dem bekannten Wachaumaler Siegfried Stoitzner, dessen Werke auch das Herzstück der Galerie bilden. Übrigens hat jener Siegfried Stoitzner auch das ursprüngliche Bild des heiligen Urban (nach der Statue in der Loibner Kirche) gemalt, woraus jenes unverkennbare Etikett gestaltet wurde, das ab dem Jahrgang 1961 sämtliche Flaschen des Weingutes Knoll ziert und durchaus als frühes Beispiel einer gelungenen Corporate Identity gelten kann.

Noch immer ist das Ehepaar Knoll Inhaber des Weingutes, wenn auch die Söhne inhaltlich völlig in das Geschehen eingebunden sind, wobei die Schwerpunkte für Emmerich junior eher bei der Kellerwirtschaft und dem Vertrieb liegen, für Sohn August im Weingarten, was alle Familienmitglieder für eine sehr günstige Konstellation halten.

„Meiner Überzeugung nach sollte, ja muss der Weinbau eine wahre Leidenschaft sein, die insofern auch keine Leiden schafft, als auch Widerwärtigkeiten wie Frostschäden, Ernteeinbußen und dergleichen durch jene Euphorie wieder aufgewogen werden, die einem auch die Kraft verleiht, sich aufzurappeln und weiterzumachen“, stellt das Wachauer Urgestein abschließend fest.

Die Vinaria Trophy Lebenswerk 2018 geht an Emmerich Knoll, den Paradwinzer aus der Wachau, für seine herausragenden Leistungen als Winzer, weit und nachhaltig über seinen eigenen Betrieb hinaus. Lesen Sie dazu das gesamte Portrait in der kommenden Ausgabe von Vinaria, die am 3. April 2018 erscheinen wird. Den bei der Trophy gezeigten Kurzfilm zum Lebenswerk 2018 sowie alle Fotos von der Vinaria Trophy 2018 im Palais Niederösterreich in Wien finden Sie hier!


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