Vorsicht, Trüffel-Fälscher auch im Piemont

Vorsicht, Trüffel-Fälscher auch im Piemont

Vorsicht, Trüffel-Fälscher auch im Piemont


Die Saison der weißen Trüffel ist im Piemont auf Hochtouren angelaufen. Die Qualitäten sind in diesem Jahr durch die Bank sehr gut, viel besser jedenfalls als im durch Trockenheit geprägten Vorjahr. Dennoch haben die Trüffel-Fälscher auch im Piemont Hochsaison.

Vor allem Billigware aus Bulgarien macht rund um Alba, Asti & Co zu schaffen. Wer in diesen Wochen durch das Piemont fährt, bemerkt auffällig viele teure Luxusautos mit bulgarischem Kennzeichen. Viele Fahrer davon fahren nicht mit Trüffel nach Hause, sondern bringen diese mit. Bulgarische weiße Trüffel kosten nur ein Drittel bis maximal die Hälfte der piemontesischen Ware. Natürlich lassen die Qualitäten arg zu wünschen übrig. Weder Aroma noch Geschmack können mit einheimischer Ware mithalten.

Das hält aber selbst Gastwirte und Händler nicht davon ab, zuzugreifen und die Ostblock-Trüffel als piemontesische weiter zu verkaufen. In billigeren Osterien ist daher Vorsicht geboten. Man sollte sich die Ware, die das Lokal vorrätig hat, zeigen lassen und begutachten, daran intensiv riechen. Nur so hat man eine Chance, die Fälschungen zu erkennen. Wenn der Trüffel am Teller gehobelt wurde, ist es meist zu spät. Vorsicht ist auch geboten, wenn Gerichte bereits mit gehobelten Trüffel serviert werden und die Trüffel nicht bei Tisch vor dem Gast gehobelt wird.

Am besten ist natürlich, nur Lokale aufzusuchen, die man kennt oder besondere Empfehlungen sind. Hier kann man weitgehend sicher sein, wirklich nur beste piemontesische Qualität zu bekommen. Der Kilopreis für gute bis sehr gute Qualität in ordentlicher Größe liegt im Moment bei rund 4.000 Euro pro Kilogramm weiße Trüffel. Wirte, die direkt von den Trüffelsuchern kaufen und dort jahrelang Stammkunden sind, zahlen rund 2.500 Euro.

Im Geschäft oder im Straßenhandel, in der Innenstadt von Alba etwa, können die Preise oft weit über 4.000 Euro pro Kilogramm liegen. Vor den meist extrem redegewandten Standlern wird besonders gewarnt: das ist der Hauptabsatzkanal der bulgarischen Ware. Eine wirkliche Empfehlung, wo man an den Ständen und Märken am besten gute Ware findet, können selbst Einheimische kaum geben – sie kaufen selbst meist bei Trüffelsuchern und haben ihre Quellen und Geheimtipps.

Wer in Alba in diesen Wochen den Trüffelmarkt, besser: die Trüffelmärkte besucht, ist gut beraten sich an den Consortien und deren gemeinsamen Märkten zu orientieren. Der offizielle Trüffelmarkt in Alba ist der wohl bekannteste der Welt. Im „Cortile della Maddalena“ (Zentrum von Alba) wird jährlich im Oktober und November die Trüffelmesse (Fiera del Tartufo di Alba) durchgeführt. Dieser Event lockt Besucher aus der ganzen Welt an und ist durch die zahlreichen Aussteller und Spezialitäten ein schönes Feinkost-Erlebnis.
Zurück