Zierfandler: Die Rückkehr des Spätrots

Zierfandler: Die Rückkehr des Spätrots

Zierfandler: Die Rückkehr des Spätrots

Im Süden von Wien gelegen, ist der berühmte Weinbauort Gumpoldskirchen Herzstück der Thermenregion. Wesentlich dazu beigetragen hat das Stiftsweingut Freigut Thallern, das sich mit viel Engagement den Sortenraritäten Zierfandler und Rotgipfler widmet.

Es gibt viele Gründe, warum die Thermenregion zu den historisch wichtigsten Weinherkünften Österreichs zählt. Die mit Muschelkalk durchsetzten Böden, ein sonnenreiches und trockenes Klima sowie die geschützte Lage an den Flanken des Anningers bieten die perfekten Voraussetzungen für den Rebbau. Die Zisterziensermönche des Stifts Heiligenkreuz erkannten schon frühzeitig, dass dieser Platz besonders ist – und sie setzten diese Erkenntnis auch um, indem sie das Freigut Thallern als zweites Weingut Österreichs gründeten, bereits seit 1141.

Ganz besondere Trümpfe stellen die weißen Sortenraritäten Zierfandler (Spätrot) und Rotgipfler dar, die im einzigartigen Terroir der Thermenregion zu wahren Höchstleistungen fähig sind. Traditionell oft als Sortenblend namens Spätrot-Rotgipfler produziert, werden die beiden Spezialitäten heutzutage meist sortenrein ausgebaut. Unmittelbar einnehmend ist der fruchtbetonte, vollmundige Rotgipfler, der etwas zurückhaltendere Zierfandler kann dafür mit Rasse und Noblesse punkten, weshalb ihm im Freigut besondere Aufmerksamkeit zuteil wird.

Der Zierfandler fordert beste Lagen, dafür kommt er mit schwachwüchsigen Böden ebenso zurecht wie mit hohen Kalkanteilen. „In der Bewirtschaftung erweist sich der Zierfandler als anspruchsvoll, möglicherweise ist er aus diesem Grund bei manchen Kollegen nicht ganz so beliebt wie der robustere Rotgipfler. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass es sich bei dieser Rebsorte um ein wunderbares Juwel der Thermenregion handelt, das definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient“, so Erich Polz jun. vom Freigut Thallern.

Die berühmteste Einzellage in Gumpoldskirchen ist die Richtung Süden geneigte Ried Wiege mit extrem kalkreichen, kargen Böden am oberen Ortsende von Gumpoldskirchen, die sich im Eigentum des Freiguts Thallern befindet. Sie wurde erst jüngst zur Gänze mit Zierfandler neu bestockt – auf die Jungfernernte und ersten Lagenweine wird man daher noch ein paar Jahre warten müssen.

Doch nicht nur in dieser Spitzenriede wird Zierfandler kultiviert – so kommt bereits jetzt mit dem Zierfandler Hofbreite aus dem Jahrgang 2013 ein neuer Star und Fixpunkt ins Sortiment. Gegen Westen ausgerichtet, erstreckt sich die Lage Hofbreite entlang der gesamten Breite des Freiguts Thallern. Tiefgründiger Boden voll Muschelkalk und lehmigem Sand trifft hier auf sonnenverwöhnte Ausrichtung. Spaziert man kurz vor der Ernte durch die Reihen, wird man Teil eines farbenprächtigen Schauspiels. Die Rebfläche ist reihenweise abwechselnd mit Rotgipfler und Zierfandler bestockt. Die spät reifenden Trauben des Zierfandlers (Spätrot) färben sich auf der Sonnenseite rötlich. In den benachbarten Reihen blitzen die gelblich gefärbten Früchte des Rotgipflers hervor. Im Volksmund wird diese Bepflanzungsweise daher auch die „G‘strafte“ genannt.

2013 Zierfandler Hofbreite, Kostnotiz: Würzige Nase mit dezenter Reife, leicht rauchige Schotennoten, Weißbrot, Zitrus, etwas Ananas, helle Aromatik; angenehm saftiges Entree, etwas geräuchert, viel Zitrus, knackiger Biss, lebhaft, feinherb, mittelkräftig, geht straff ins mittlere Finale. - Erhältlich in der Gebietsvinothek am Freigut Thallern.

www.freigut-thallern.at
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