Kasperltheater um Lafers Stromburg-Abschied

Kasperltheater um Lafers Stromburg-Abschied

Kasperltheater um Lafers Stromburg-Abschied

Geht er oder bleibt er? Braucht er eine Auszeit oder ein neues Konzept? Unzählige neue Versionen seiner „Umorientierung“ tischte der aus der Steiermark stammende und in Deutschland wirkende Sterne- und Fernsehkoch seinen Fans zuletzt auf. Jetzt ist fix: Die Ära auf der Stromburg ist vorbei.

In seiner über 40jährigen Karriere als Sterne- und TV-Koch hat Johann Lafer sich immer wieder bewiesen. Seine „Stromburg“ in Rheinland-Pfalz (Deutschland) mit dem Sterne-Restaurant Le Val d’Or war über Jahrzehnte Inbegriff des Fine-Dining-Zirkus. Generationen von Gourmets gingen durch dieses Lokal, zahlreiche Schüler hat Lafer hervorgebracht, viele haben die Stromburg als Karriere-Turbo genützt, auch viele exzellente Köche und Gastgeber aus Österreich.

Zum Jahresanfang verabschiedete sich Johann Lafer vom gastronomischen Sternezirkus, schloss das Sterne-Restaurant Le Val d‘Or und kehrte zu seinen kulinarischen Wurzeln zurück: Einfach, aber raffiniert kochen wollte er künftig. Am besten in seinem neuen Restaurant Restaurant „JOHANNS“ auf der Stromburg, das sogleich im März 2019 an den Start ging. Nach aufwändiger Sanierung der Stromburg mit exklusivem Hotel, Bar, atmosphärischem Burghof, Event- sowie Tagungsräumen. Ohne Schicki-Micki, Fine Dining, Molekular- und sonstigem High-tech. In zahlreichen Interviews und TV-Shows erläuterte er seine Neuorientierung wort- und gestenreich.

Damit ist schon wieder Schluss, alles Geschichte, Lafer verlässt die Stromburg ganz und für immer. Nach 25 Jahren sagt er endgültig tschüss, gemeinsam mit seiner Frau Silvia. „Ich möchte mich mit 61 Jahren von allen Ketten befreien und als „kulinarischer Botschafter“ mit meinen Partnern, Freunden und Gleichgesinnten das Wissen um gute, nachhaltige Produkte sowie den Genuss einer bodenständigen und trotzdem raffinierten Küche mit meinem Engagement außerhalb der Stromburg so vielen Menschen wie möglich nahe bringen“, erklärt Johann Lafer wortreich und Abschied schwanger.

Lafers Partner in seiner „The Good Taste Group“ seit 2017, die Hohnhaus & Jansenberger-Gruppe aus München, wird nun die komplette Verantwortung auf der Burg übernehmen. Dr. Wolfgang Hohnhaus, Miteigentümer der Stromburg GmbH & Co. KG, wird in der der Pressemitteilung wie folgt zitiert: „Ich freue mich, dass wir seit Beginn unserer Kooperation die Stromburg gemeinsam mit dem Ehepaar Lafer auf einen neuen Kurs bringen konnten. […] Nun können wir die vollständige Verantwortung übernehmen“. Der Fernsehkoch soll der Stromburg aber „als Freund des Hauses“ verbunden bleiben. Wie genau es auf der Stromburg weiter gehen wird, will die neue Geschäftsleitung „zeitnah bekannt gegeben“.

Trockener und nichtssagender kann man das gar nicht formulieren. Klingt sehr nach einem nicht wirklich harmonischen Abschied und Übergang. Solche Floskeln werden normalerweise gebraucht, wenn es gilt, viel zerbrochenes Porzellan zu verbergen. Wer das kulinarische Zepter künftig auf der Stromburg schwingen wird, steht auch nicht fest. Spricht ebenfalls nicht für eine geplante Staffelübergabe.

Lafers Zukunftspläne - Fad wird ihm nicht werden, dem Steirerbua Johann Lafer aus Sankt Stefan im Rosental: Die Ausweitung seiner Kochschule in Guldental gemeinsam mit Silvia Lafer-Buchholz für exklusive Kochevents steht ebenso am Programm wie die Entwicklung digitaler Projekte für Online-Kochkurse. Als kulinarischer Botschafter betreut er „Mein Schiff Herz“ und Singapore Airlines und plant weitere Kooperationen und Events mit ihm. Dazu kommt sein Magazin, Kochbücher und natürlich sein TV-Geschäft („ZDF-Küchenschlacht“), da soll es auch neue Formate geben. „Zuletzt habe ich mit meinem Freund und Chefkoch Wai Look Chow „The Library“, das Spitzenrestaurant im The Ritz-Carlton in Kuala Lumpur (Malaysia), eröffnet. Wer weiß, was noch kommt“, schmunzelt Johann Lafer.

https://lafer.de 

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