„COOL CLIMATE“: So schmeckt Kärntner Wein

„COOL CLIMATE“: So schmeckt Kärntner Wein

„COOL CLIMATE“: So schmeckt Kärntner Wein

Vinaria verkostete, unterstützt vom Weinbauverband Kärnten, eine Anzahl von Proben und bewertete diese. Das Ergebnis stellt eine Art Status quo der Kärntner Weinszene dar. Verkostet wurden 22 Weine, davon drei Schaumweine und vier rote Kreszenzen. Das Sortenspektrum war bunt gemischt. Erwartungsgemäß reüssierten im weißen Sektor die in der benachbarten Steiermark erfolgreichen Sorten Sauvignon Blanc und Chardonnay. Die Rieslinge zeigten Sortentypizität und eine akzentuierte Säure; man kann hier ohne Weiteres von cool climate wine sprechen. Dass in Kärnten auch ein Gemischter Satz gute Ergebnisse bringen kann, beweist die Familie Egger aus Weinberg im Jauntal; hier heißt er eben Kärntner Satz.

Das Lavanttal wurde seinem Ruf aus dem Mittelalter gerecht. Hervorzuheben ist hier der 2018er Chardonnay Ried Weinberg des Weinhofs Vlg. Ritter aus dem Lavanttal. Der Sekt aus diesem Haus wusste ebenso zu überzeugen wie der hier vorgestellte Sauvignon Blanc. Die Familie Gartner aus St. Andrä schickte neben dem Riesling einen quicklebendigen und präzise strukturierten Grauburgunder und einen sympathischen Sauvignon Blanc ins Rennen, alle Jahrgang 2017.

Nicht weit entfernt, in St. Paul, sind die Trauben für den 2018er Sauvignon Blanc des Buschenschanks Lippitz gewachsen, ein bedenkenlos zu empfehlender Sortenvertreter. Für eine absolut positive Überraschung sorgte der Brut Rosé von Burg Taggenbrunn bei St. Veit an der Glan, ein ernsthafter und balancierter, trinkanimierender Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung.

Keinesfalls verstecken müssen sich die beiden bewerteten Rotweine dieser Verkostung: Der 2015er Roesler vom Weinbau Köck in Feldkirchen ist in seiner transparenten und präzisen Art ausgesprochen trinkanimierend, der gleich alten „Wild Cuvée 15“ von Horst Wild ist eine Finesse zu attestieren, wie sie ein feiner Pinot Noir besitzt. Die Zweigelt-Jahrgangscuvée der Klagenfurter Weinwerkstatt zeigt ebenfalls gute Anlagen.

Die Überraschung schlechthin lieferte das Trippelgut aus Feldkirchen mit dem 2014er Pinot Noir. Dieser finessenreiche und elegante Wein zeigt, dass kühle Jahrgänge auch in Kärnten zu meistern sind.

Probe Nr. 18 war ein Mischgetränk aus Bier und Riesling, komponiert von der Brauerei Schleppe. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Dieser Durstlöscher hat das Zeug, sich zu einem bekömmlichen und natürlichen Trendgetränk zu entwickeln.

Die Verkostungsergebnisse finden Sie hier zum Download

Wolfgang Wachter

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