Wein&Fussball: Winzer wird DFB-Präsident

Wein&Fussball: Winzer wird DFB-Präsident

Wein & Fussball: Topwinzer wird DFB-Präsident

Winzer, Hotelier und Gastronom Fritz Keller aus dem deutschen Bundesland Baden-Württemberg soll Präsident des Deutschen Fusball Bundes (DFB) werden. Das hat eine Findungskommission einstimmig beschlossen. Fritz Keller, zuletzt von Gault&Millau Deutschland zum Winzer des Jahres ausgerufen, führt das Weingut Franz Keller und das Sterne-Restaurant Schwarzer Adler in Vogtsburg-Oberbergen im Kaiserstuhl, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, in Baden-Württemberg.

Keller ist derzeit und schon seit Jahren Präsident des Bundesligisten SC Freiburg und damit im deutschen Spitzenfussball bestens vernetzt. „Mit Blick auf den SC Freiburg ist mir die Entscheidung, für das Amt des DFB-Präsidenten zur Verfügung zu stehen, alles andere als leichtgefallen", sagte der 62-jährige Keller in einer ersten Stellungnahme auf die Entscheidung der Findungskommission. Da die beiden Ämter nicht miteinander zu vereinbaren wären, werde er im Falle einer erfolgreichen Wahl als DFB-Präsident das Amt als Präsident des SC Freiburg "schweren Herzens" niederlegen. Mit Keller kommt künftig neben Bundestrainer Joachim Löw dann auch der Verbandschef aus Freiburg.

Keller gilt als meinungsstarke Führungskraft. Er soll am 27. September 2019 den DFB, einen der größten nationalen Sportverbände der Welt, in stürmischen Zeiten übernehmen. Skandale erschüttern die DFB-Spitze und deren oberste Repräsentanten. Selbst „Kaiser“ Franz Beckenbauer wird vor Gericht zitiert, es geht um mögliche Korruption rund um die Vergabe der Fussball-WM an Deutschland 2006.

Kellers Rolle als 13. Chef des DFB dürfte eher präsidial denn operativ ausgerichtet sein. Mit einer Strukturreform und der komplett ausgelagerten GmbH will sich der kriselnde Verband neu aufstellen. Fritz Keller soll dem Anfang April zurück getretenen DFB-Chef Reinhard Grindel folgen. Auch Grindels Vorgänger Gerhard Mayer-Vorfelder, Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach waren wegen ihrer umstrittenen Führung oder moralischer Verfehlungen früher als geplant aus dem Amt geschieden.

In seinem Hauptberuf als Winzer und Gastronom ist Fritz Keller höchst erfolgreich. Sein Weingut, das den Namen seines Vaters Franz trägt, zählt zur Creme de la creme der deutschen Weingüter und ist auch Mitglied im renommierten Verband deutscher Prädikatsweingüter (VdP).

Als Winzer hat sich Fritz Keller dem Ausbau expressiver Burgunderweine und der Pflege der Kleinterrassen und Steillagen, die in die römische Zeit zurückreichen verschrieben. In den Weinbergen am Kaiserstuhl sind hauptsächlich Grauburgunder und Spätburgunder ausgepflanzt. Einige Weine werden als Großes Gewächs abgefüllt. Im Weingut teilt sich Fritz Keller mittlerweile die Arbeit mit Sohn Friedrich.

Das Restaurant am Weingut, der Schwarze Adler, führt seit 50 (!) Jahren einen Michelin-Stern, der einst von Irma Keller, der Muter von Fritz Keller, erkocht wurde. Der Küchenstil ist geprägt vom nahen Frankreich und von der regionalen badischen Küche, modern interpretiert und verfeinert. Daneben betreiben die Kellers noch eine große bodenständige Gastronomie, das Winzerhaus Rebstock, eine klassiche badische Wirtschaft wie man diese nur noch selten findet.

International geht es im Restaurant KellerWirtschaft zu, die im Weingut-Neubau integriert ist und den Blick über die Weingärten in den Terrassenlagen am Kaiserstuhl schweifen lässt. 2 Hauben sind auch hier Standard. Das Hotel Schwarzer Adler wiederum komplettiert das gesamt-gastronomische Angebot am Weingut Keller. Der Neubau des Weinguts ist zudem ein architektonisches Meisterwerk, voll in die Landschaft integriert.

Die Familie Keller ist aber auch einer der renommiertesten Weinhändler Deutschlands, seit über 100 Jahren. Der Schwerpunkt liegt auf Burgund und Bordeaux sowie dem angrenzenden Elsass. Die naturkühlen Lagerkeller sind bis zu 112 Meter tief in den Kaiserstühler Löss gegraben.

Fritz Keller war vor einigen Jahren Gastwinzer beim wachau GOURMETfestival und präsentierte seine besten Weine auch bei der Vinaria-Messe „Wein & Genuss Krems“.

www.franz-keller.de
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