Die besten Sauvignon Blancs Österreichs

Die besten Sauvignon Blancs Österreichs

Die besten Sauvignon Blancs Österreichs

Schon einige Monate nach der Ernte zeichnete sich ab, dass 2017 für die Steiermark ein großer Sauvignon-Jahrgang werden könnte. Die aktuelle Sortenverkostung hat diese Einschätzung eindrucksvoll bestätigt. Doch auch die 2018er zeigten sich überwiegend in guter Verfassung, ebenso die Nachzügler.

Es ging um Sauvignon Blanc aus den Jahren 2018 und 2017, ferner um Reserven und länger ausgebaute Weine älterer Jahrgänge. Naturgemäß stellten die Jüngsten die größte Gruppe dar. Für die Interpretation und das Verständnis der Verkostungsergebnisse ist es hilfreich zu wissen, wie das Wetter war.

Extreme Jahre - Die Witterung des Jahres 2018 ist in vielerlei Hinsicht als ungewöhnlich zu bezeichnen, zum Teil als extrem. Wir erlebten das zweitwärmste Frühjahr, seit es Wetteraufzeichnungen gibt. Entsprechend früh blühten die Reben. Dieser Vegetationsvorsprung zog sich durch den Sommer, der ausgesprochen heiß und trocken war. Speziell junge Reben litten merklich unter dem Trockenstress. Dieses ungewöhnliche Wetter führte zur frühesten Lese seit Menschengedenken. Im Burgenland wurde der erste Qualitätswein schon am 2. August zur Prüfnummer eingereicht!

Ende August bis Anfang September stellte sich in den meisten Weinbaugebieten ergiebiger Regen ein, der vor allem den Winzern in der Steiermark und entlang der Donau Sorgen bereitete. Die Bekämpfung von Pilzkrankheiten verlangte ihnen alles ab, vor allem den biologisch arbeitenden Betrieben. Der Aufwand hat sich gelohnt, der Weinjahrgang 2018 ist als reif und sortentypisch zu bezeichnen. Dennoch ist der Alkoholgehalt nicht überschießend, was Trinkfluss und Bekömmlichkeit fördert. Die Säure blieb etwas unter den Werten des Vorjahres.

Die Jahrgänge 2017 und 2016 waren in ihrer Art ebenfalls außergewöhnlich. 2017 wird als Jahr der extremen Temperaturwechsel in die Annalen eingehen. Der Jänner war sehr kalt, der Februar dafür (zu) warm, der darauf folgende Monat legte diesbezüglich noch eins drauf. Insbesondere 2016 wird den Winzern als Jahr der Extreme vermutlich noch lange in Erinnerung bleiben. Ende April 2016 wurde die Alpenrepublik von einem Spätfrost besonders hart getroffen. Der Qualität hat der Kälteeinbruch keinen Abbruch getan, ganz im Gegenteil. Die Rebstöcke hatten viel weniger Trauben als üblich mit Nährstoffen zu versorgen.

Beachtliches Niveau - Schon während der Verkostung hatten wir – rein subjektiv – den Eindruck, das Niveau sei hoch. Die Auswertung hat diese Einschätzung bestätigt: Der Durchschnitt lag bei beachtlichen 16,0 Punkten. 31 Proben erreichten mindestens 17 Punkte, zwei weitere kratzten knapp an dieser Marke.

Verkostungsimpressionen - Obschon das Finale steirisch dominiert war, haben sich vier exzellente Weine aus dem Burgenland und aus Niederösterreich im Spitzenfeld behauptet: Andi Kollwentz hat mit seinem „Ried Steinmühle Methusalemreben“ erneut gezeigt, zu welcher Komplexität sehr alte Weinstöcke fähig sein können. Hammer Wein aus Rust ist kein Geheimtipp mehr, seine Sauvignons gehören schon länger zu den sehr guten Vertretern dieser Varietät. Mit 17,2 Punkten hatte diesmal jener aus der Ried Geyer, Jahrgang 2017, die Nase vorne. PMC Münzenrieder ist mit dem „Ried Steinbruch“ nur ganz knapp dahinter gelegen. Ein echter Preis-Leistungs-Wein ist die 2017er Reserve S von Taubenschuss – um 10,– Euro ein wahres Schnäppchen in der Liga über 17 Punkten.

Als brav und solide ist das Gros der heuer eingereichten 2018er zu umschreiben. Herausragend hat sich der Sauvignon Blanc Ried Steinbruch des Landesweinguts Silberberg präsentiert und 16,9 Punkte erhalten; damit war er der mit Abstand beste Repräsentant des letzten Jahres. Die 2015er haben gut bis sehr gut abgeschnitten, Tements Reserve von der Ried Grassnitzberg zählt zu den großen Weinen. Dass Reinhard Muster mit dem 2016er Grubthal Privatarchiv im Spitzenfeld landete, war angesichts der Performance dieses jungen Winzers bei den zurückliegenden Verkostungen nicht wirklich eine große Überraschung. Seinem sich stetig festigenden Ruf als Top-Jahr für Sauvignon gerecht wurde 2017. Die heuer eingereichten Reserven und reiferen Lagenweine präsentierten sich auf einem gediegenen Niveau, sie wirkten überwiegend ausgewogen, in sich ruhend und lagerfähig.

Abo bestellen - Die gesamte Verkostungs-Reportage mit allen Weinbewertungen und -beschreibungen und den Winzer-Interviews finden Sie in der Ausgabe Vinaria 5/2019. Bestellen Sie Vinaria jetzt einfach & bequem zum Erscheinungstermin nach Hause. Das 1-Jahresabo Vinaria inkl. Prämie für Neuabonnenten ist ab € 39,- (EU-Ausland € 55,-) erhältlich. Jetzt im Vinaria Abo-Shop bestellen!

Toplist Sauvignon Blanc (Auszug)

18,0 Wolfgang Maitz | 2017 Ried Hochstermetzberg GSTK
17,8 Gross | 2017 Witscheiner Herrenberg
17,6 Skoff Original | 2017 Stoan
17,6 Tement | 2015 Ried Grassnitzberg Reserve
17,4 Muster.gamlitz | 2016 Grubthal Privatarchiv
17,3 Skoff Original | 2017 Royal
17,3 Kollwentz | 2017 Ried Steinmühle Methusalemreben
17,3 H. u. R. Schwarz | 2015 Wunsum
17,2 Hammer Wein | 2017 Ried Geyer
17,2 Tschermonegg | 2017 Lubekogel

Best Buy bis € 12,–

17,1 Taubenschuss, Poysdorf | 2017 Reserve S € 10,00
16,7 Winkler, Lengenfeld | 2017 Ursprung Ried Sand € 10,80
16,5 Pichler-Schober, St. Nikolai | 2017 Ried Nebenegg € 12,00
16,5 Weixelbaum, Straß | 2017 Wahre Werte € 12,00
16,4 Allacher Vinum Pannonia, Gols | 2018 Sauvignon Blanc € 7,50
16,4 Vorspannhof Mayr, Droß | 2018 Sauvignon Blanc € 8,00
16,4 List, Siebing | 2017 Ried Grassnitzberg € 12,00
16,2 Johannes Artner, Höflein | 2018 Sauvignon Blanc € 10,00
16,2 Maitz – Urbanikeller, Ratsch | 2018 Ried Schusterberg € 10,00
16,2 Kollerhof, Leutschach | 2016 Steinkogl € 10,50

Wolfgang Wachter
Zurück