Red-Bull schließt „Carpe Diem“, Weitzer kommt

Red-Bull schließt „Carpe  Diem“, Weitzer kommt

Red-Bull schließt „Carpe Diem“, Weitzer kommt

Das Restaurant „Carpe Diem“ gilt als eines der Flaggschiffe der Red-Bull-Gastronomie in der Salzburger Altstadt. Das Ende für das Lokal in der Getreidegasse, das sich schon länger abzeichnete, ist jetzt besiegelt. Ende Oktober wird zugesperrt. Übernommen wir der teure Standort von „Meissl & Schadn“ aus der Hotel- und Gastrogruppe des Steirers Florian Weitzer.

2005 eröffnete das „Carpe Diem“ mit viel Tamtam und hohem Promifaktor. Kulinarisches Markenzeichen waren die von Starkoch Jörg Wörther erfunden „Cones“ – kleine Tüten, in denen die Speisen gereicht wurden. Damit ist jetzt Schluss. Warum genau, ist nicht zu erfahren. Red Bull wollte sich auf ORF-Anfrage über die Hintergründe nicht äußern. Die 40 Angestellten des „Carpe Diem“ sollen von anderen Standorten der Red Bull Gastronomie übernommen werden.

Damals, anno 2005, war Jörg Wörther amtierender „Koch des Jahrzehnts“ in Österreich, von Auszeichnungen überhäuft. Er verließ nach langen Jahren ein von ihm bespieltes Schloss, die Stätte seines kulinarischen Wirkens. Gourmets und Stammgäste waren entsetzt. Wörther dürfte damals durchaus dem Lockruf des Geldes aus der Kassa des Erfinders der Getränkedosen mit dem roten Bullen erlegen sein.

Mit Millionenaufwand wurde am Ende der noblem Getreidegasse in der Salzburger Altstadt ein Lokal freigekauft und zum „Carpe Diem“ umgebaut. Fortan der Ich-will-auch-gesehen-werden-Treff der Schikeria. Nicht wenige, die in den Anfangszeiten mit stolz geschwellter Brust erzählten, sie wäre heute mal „auf einen Kaffee beim Mateschitz“ gewesen. Den sie freilich nie zu Gesicht bekamen.

Kulinarisch kam das „Carpe Diem“ nie so recht vom Fleck. Konzepte wurden geändert, Speisekarten umgeschrieben, Geschäftsführer getauscht, das Interieur gewechselt. Der tiefere kulinarische Genuss der Cones wollte sich nicht so recht erschließen. Irgendwann war auch der sensible Meister Jörg Wörther wieder weg. Was danach kam, ist zu Recht schon wieder vergessen. Jetzt zieht Red Bull die Reißleine. Mit dem „Ikarus“ im konzerneigenen Hangar 7 hat man in Salzburg ohnehin ein florierendes Gastro-Flaggschiff auf Sterne-Niveau.

Nachfolger am Standort in der Getreidegasse wird ein auf gehobene österreichische Küche spezialisiertes Restaurant aus Wien sein, das zur Gastrogruppe des steirischen Hoteliers Florian Weitzer gehört. Start rund um Ostern 2020. Weitzer wird hier eine Filiale seines in Wien durchaus erfolgreichen „Meissl & Schadn“ etablieren. Ein Konzept, in dem österreichische Klassiker wie das Wiener Schnitzel hochgehalten werden. Die Weitzer Hotels (Hotel „Das Weitzer“, Grand Hôtel Wiesler, Hotels Daniel Graz & Daniel Vienna, Grand Ferdinand) und Restaurants (Meissl & Schadn, Der Steirer, Salon Marie, Bakery) sind derzeit in Graz und Wien etabliert.

https://meisslundschadn.at
https://weitzer.com
www.carpediemfinestfingerfood.com
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