Schmuckenschlager weiter Weinbau-Präsident

Schmuckenschlager  weiter Weinbau-Präsident

Schmuckenschlager weiter Weinbau-Präsident

In den vergangenen Wochen hat es sich hinter den Kulissen bereits abgezeichnet: Johannes Schmuckenschlager (41) bleibt weiterhin Bundes-Weinbaupräsident. Die Neuwahl, die durch seinen Rücktritt nötig geworden wäre, ist vom Tisch. Nachfolge-Favorit Otto Auer scheidet aus der Weinbaupolitik aus.

Johannes Schmuckenschlager wollte sein Amt eigentlich abgeben, nachdem er am 3. Dezember 2018 zum Präsidenten der Landwirtschaftskammer Niederösterreich gewählt wurde. Der Klosterneuburger ist damit der wohl mächtigste Agrarpolitiker Österreichs. Bis zur Delegiertenversammlung des Bundesweinbauverbandes am 7. November 2019 führte der burgenländische Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld die operativen Geschäfte unter der Ägide von Johannes Schmuckenschlager.

Otto Auer, Kammervize in Niederösterreich und da auch für den Weinbau zuständig, war von niederösterreichischer Seite als Schmuckenschlager-Nachfolger designiert und übernahm im laufenden Jahr zahlreiche Agenden. Alleine, die Unterstützung für Auer, dessen Sohn Michael in Höflein (Carnuntum) sehr ambitioniert ein Weingut führt, war enden wollend. In Höflein ist Otto Auer seit vielen Jahren mit großem Erfolg auch Bürgermeister. Er hat mittlerweile ein Bundesrats-Mandat übernommen, dessen Besetzung dem Bauernbund (ÖVP) zusteht. Als Bundesrat möchte er sich stärker auf die Anliegen seiner Heimat konzentrieren, dem Bezirk Bruck an der Leitha, einer der am stärksten wachsenden Regionen Österreichs östlich von Wien.

Neuwahl abgesagt - Als dann auch noch einige niederösterreichische Weinbauregionen – unter anderen Thermenregion und Kremstal – Otto Auer die Unterstützung versagten, war sein Schicksal besiegelt. In der Vorstandssitzung des Verbandes wurden die Weichen gestellt. Um einen Eklat bei der Delegiertenversammlung am 7. November 2019 in Graz zu vermeiden, wurde die geplante Neuwahl einfach abgesagt. Johannes Schmuckenschlager bleibt damit bis zum Ende der Funktionsperiode 2021 Bundes-Weinbaupräsident. Sein Aufsichtsratsmandat bei der Wein Marketing (ÖWM) behält er ebenfalls.

Wie bisher wird sich Andreas Liegenfeld verstärkt um operative Agenden des Verbandes kümmern, den wie gehabt Josef Glatt souverän als Geschäftsführer leitet. Die vier Vizepräsidenten werden verstärkt repräsentative Aufgaben übernehmen, um Schmuckenschlager zu entlasten. „Vizes“ sind die Landespräsidenten Norbert Walter (Wien) – er wurde wegen des Wechsels in Wien erstmals gewählt -, Andreas Liegenfeld (Burgenland), Franz Backknecht (Niederösterreich) und Johann Dreisiebner (Steiermark). Als Ehrenpräsident auf Lebenszeit fungiert übrigens Österreichs langjähriger „Mister Wein“ Josef Pleil.

Folgen auch in Kammer - Wenn sich das Personalkarrussel einmal dreht, dann gewinnt es schnell an Fahrt. So stehen auch an der Spitze der mächtigen Landwirtschaftskammer Niederösterreich im Vorfeld der Kammerwahl am 1. März 2020 gravierende Veränderungen an: Otto Auer wird danach auch aus seiner Funktion als Vizepräsident der Kammer ausscheiden.

Johannes Schmuckenschlager stellt sein Führungsteam in der Kammer gänzlich neu auf: Der Bauernbund nominiert für das Präsidium der Kammer nach der Wahl am 1. März 2020 Lorenz Mayr, einen jungen Ackerbauern aus dem Bezirk Stockerau, der auch den Verein „Boden.Leben“ gegründet hat. Und Andrea Wagner, die im Waldviertel einen Bio-Milchbetrieb führt. Beide sollen auch Vizepräsidenten werden. Johannes Schmuckenschlager wird dann, neben vielen anderen Belangen, wieder für den Wein zuständig sein.

Eine weitere Personalie, über die Vinaria bereits berichtet hatte, scheint ebenfalls fix: Der junge, ambitionierte Weinviertler Winzer und Kammerrat Reinhard Zöchmann wird zum Nachfolger von Franz Backknecht als niederösterreichischer Weinbaupräsident aufgebaut. Der Wechsel soll zum Ende der Funktionsperiode erfolgen.
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