120.000 € Miete/Monat: Caffè Greco vor Aus

120.000 € Miete/Monat:  Caffè Greco vor Aus

120.000 € Miete/Monat: Roms Caffè Greco vor Aus

In Rom könnte das weltbekannte Caffè Greco vor dem Aus stehen. Der Besitzer der Liegenschaft möchte die sechsfache Miete vom Betreiber: 120.000 Euro pro Monat. Ein seit zwei Jahren anhängiger Gerichtsstreit geht ins Finale. „Wir zahlen jetzt 22 000 Euro im Monat“, sagt Cafetier Carlo Pellegrini: „Wir sind auch bereit, mehr zu zahlen, aber sie verlangen 120 000 im Monat, also fast sechsmal so viel.“

An der Piazza di Spagna, im Herzen der Ewigen Stadt, steigt rechts die Spanische Treppe empor, berühmt aus dem Film „Ein Herz und eine Krone“ mit Audrey Hepburn und Gregory Peck. Vis à vis der Treppe geht es links in die Via dei Condotti, Roms teuerste Einkaufsmeile. Nur 20 Meter die Straße hinein liegt das Caffè Greco. Ein Schild mit der Aufschrift „250 anni“ weist auf das stolze Alter des Lokals hin. Innen schaffen Marmortische, gepolsterte Stühle und Bänke, dunkelrote Wandstoffe und alte Gemälde Kaffeehausatmosphäre.

Damit könnte es bald vorbei sein, wie die römische Presse berichtet. Die Wirte, das Ehepaar Carlo Pellegrini und Flavia Iozzi, sollen raus. Ihr Mietvertrag lief schon 2017 aus und wurde nicht verlängert. Es geht ums Geld, genauer gesagt darum, was eine angemessene Miete in dieser teuren Gegend mit vielen Luxusgeschäften ist. Eigentümer des Gebäudes ist das Israelitische Krankenhaus in Rom. Mit dem Betreiber sei keine Einigung im Einklang mit dem „Marktwert“ gefunden worden, heißt es in einer Mitteilung des Hospitals.

Italienische Medien berichten, dass internationale Luxusmarken an dem Lokal interessiert sind. Das Israelitische Krankenhaus versichert, dass das Café ein Café bleiben soll, aber unter anderer Führung. 2020 werde es einen neuen Betreiber geben, für die Touristen mache das keinen Unterschied. Das Gebäude und das Gesamtensemble inklusive des historischen Inventars stehen unter strengem Denkmalschutz, dürfen nicht einfach verändert oder abgebaut werden. Die Nutzung des Lokals ist auch definitiv als Cafe vorgeschrieben.

Gerichtlich wird zwischen Betreiber und Vermieter gestritten über Räumung und Besitzverhältnisse des Inventars. Das beansprucht der Betreiber für sich, der Vermieter sieht es als untrennbaren Teil der Immobilie.
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