Weinkarten: Entwicklung in den Hauben-Lokalen

Weinkarten: Entwicklung in den Hauben-Lokalen

Weinkarten: Entwicklung in den Hauben-Lokalen

Julia Gappmaier ist Absolventin des Bachelor-Studiengangs „International Wine Business“ am IMC FH Krems. In ihrer Bachelorarbeit verglich sie die Weinkarten österreichischer Haubenlokale von 2008 und 2018. Die zentrale Fragestellung: Wie hoch ist der Anteil österreichischer Weine, welche Sorten und Anbaugebiete werden bevorzugt?

In den vergangenen zehn Jahren verzeichnete der heimische Weinmarkt einige Veränderungen. Neue DAC-Regionen sind entstanden, neue Weinstile werden angeboten und nachgefragt. Außerdem gewann Regionalität in den letzten Jahren mehr und mehr an Bedeutung; kleine Weinbaubetriebe werden mittlerweile oft bevorzugt. Auf Grund dieser Trends wurde die Aktualität der Ergebnisse einer Studie aus 2008 angezweifelt und eine Neuauflage der Forschung geplant, die im Rahmen der Abschlussarbeit angestoßen wurde.

Haubenlokale in Österreich - Um die Studie neu durchzuführen, wurden die gleichen Haubenlokale wie 2008 kontaktiert. Allerdings wurde schnell klar, dass einige Betriebe ihre Hauben über die letzten zehn Jahre nicht halten konnten oder dass manche Betriebe gar nicht mehr existierten. Um diese Restaurants zu ersetzen, wurden ähnliche Haubenlokale in geografischer Nähe für die Studie ausgewählt. Generell zeigte sich eine Zunahme an von Gault&Millau empfohlenen Restaurants mit ein und zwei Hauben. Im Top-Segment stagnierte die Anzahl der Lokale.

Die Studie von Julia Gappmaier zeigte, dass die Auswahl an Weinen in Haubenlokalen insgesamt zugenommen hat. Die Anzahl der österreichischen Weine auf den Weinkarten heimischer Haubenlokalen ist außerdem deutlich gestiegen. In den zehn Jahren von 2008 bis 2018 hat der Weißwein stark an Bedeutung gewonnen, während gleichzeitig die Anzahl der Rotweine auf den Weinkarten abgenommen hat.

Mehr österreichische Weine - Der Riesling kann nach wie vor als wichtigste Rebsorte deklariert werden. Dicht gefolgt liegt der Grüne Veltliner auf Platz zwei der bevorzugten Weine österreichischer Haubenlokale. Die Weine aus der Wachau spielen nach wie vor eine zentrale Rolle im Weinangebot heimischer Restaurants. Zur Analyse der Preisdynamik kann gesagt werden, dass die Steigerungen der Preisaufschläge über der Inflationsrate liegen.

Derzeit arbeiten zwei aktuelle Studierende aus dem fünften Semester des Bachelor-Studienganges Internatonal Wine Business an der Weiterführung und Vertiefung der Erhebung. Studiengangsleiter Dr. Dipl.-BW(FH) Albert Franz Stöckl, MA will die Ergebnisse anschließend auf der Konferenz „Academy of Wine Business Research“ in Dijon, Burgund, im Sommer 2020 präsentieren.

Julia Gappmaier kommt ursprünglich aus der Region Pongau in Salzburg. Nach Abschluss der Tourismusschule konnte sie zahlreiche Erfahrungen in diversen Restaurants, Hotels und Weinbaubetrieben sowie bei Veranstaltungen wie der Vierschanzentournee sammeln.

Nach dem Studium an der IMC FH Krems arbeitete sie als Assistentin der Geschäftsführung im Weingut Hirtzberger in Spitz, einem der Top 10-Weingüter Österreichs. Vor kurzem ist sie zu ihren Wurzeln zurückgekehrt und unterstützt den elterlichen Hotelbetrieb bei der anstehenden Umstrukturierung.

www.fh-krems.ac.at
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