Triebaumers Mariental: Legende seit 30 Jahren

Triebaumers Mariental: Legende seit 30 Jahren

Triebaumers Mariental: Legende seit 30 Jahren

Gerhard Triebaumer, einer der Söhne des großen „E.T.“ (Vater Ernst), über Erfolg und Legende seines Blaufränkisch Martiental aus Rust im Burgenland. Interview zum Sieg in der großen Vinaria Verkostung Rotweine Premium.

Vinaria: Die Legende lebt – vor 30 Jahren hat der 1986er Mariental-Blaufränkische als erster österreichischer Rotwein auf internationaler Ebene für Furore gesorgt. Nun hat der Mariental aus dem schwierigen Jahrgang 2016 wieder seine Lorbeeren verdient – wie kommt derartige Kontinuität zustande?

Gerhard Triebaumer: Der Marientaler ist sicherlich unser Flaggschiff und kommt aus einer Lage, deren karger, kalkhaltiger Boden schon immer für höchst lagerfähige Charakterweine stand, wie beispielsweise der zitierte 1986er, aber auch Jahrgänge wie 1994, 1997, 2003, 2004, 2007 und 2009 hinlänglich bewiesen haben, womit nur die älteren angeführt sind.

Wie ist der Jahrgang 2016 im Hause Triebaumer überhaupt gelaufen?

Im Prinzip war es ein sehr schwieriger Jahrgang, und wir haben insgesamt nur eine um rund 40 Prozent verminderte Erntemenge im Verhältnis zum Durchschnittsertrag eingefahren, wobei die Ried Mariental von diesen Ausfällen glücklicherweise weniger betroffen war.

Apropos Minderertrag, gibt es Chancen, die Mariental-Menge in nächster Zukunft ein wenig zu steigern?

Nein, das ist leider nicht möglich, weil wir für eine derartige Qualität nur die ältesten Anlagen heranziehen können.

Wir haben fünf sehr gute Rotweinjahrgänge nacheinander zu verzeichnen. Ein Phänomen, das es noch nie gab; wie sehen Sie den 2016er im Kontext zu Vorgängern und Nachfolgern?

2016 hatte sicherlich von Anfang an ein Alleinstellungsmerkmal. Die Weine sind ausgesprochen kernig, dabei aber elegant und mit reifen Tanninen versehen, und haben auch einige Zeit gebraucht, um sich voll zu entfalten. Wenn wir aber Vergleiche mit vorangehenden Jahrgängen ziehen, und ich denke da in erster Linie an 1997 und 2007, so haben sich gerade Weine mit diesem Säure- und Tanninprofil als besonders lagerfähig und aussagekräftig erwiesen. Ganz sicher gehört der 2016er zu den Langstreckenläufern, während Jahrgänge wie 2015 und in gewisser Weise auch 2017 schon frühzeitig charmant und fruchtbetont erscheinen.

Gibt es einen der kommenden Jahrgänge, der mit 2016 annähernd vergleichbar wäre?

Nicht wirklich, vielleicht am ehesten der 2019er als jüngst geernteter Jahrgang; er könnte eventuell in diese Stilrichtung gehen, während 2017 sehr reif und charmant, wenn auch nicht so füllig und wärmend wie 2015 erscheint, und 2018 mit Unmengen von Fruchtaromen schon jetzt überzeugt.

Gibt es Neuigkeiten in puncto Arbeitsweise im Weingarten und Vinifizierung?

Nach jahrzehntelanger Erfahrung mit der Ökologisierung unserer Weinrieden können wir feststellen, dass unsere Reben mittlerweile ihre Abwehrkräfte erhöht und ein schönes Gleichgewicht erreicht haben. Im Keller verzichten wir seit jeher auf allerlei legal mögliche Zusätze und lassen den Weinen einfach Zeit zu ihrer Entwicklung. Sämtliche Weine werden so weit wie möglich spontan vergoren und unfiltriert abgefüllt.


Interview: Viktor Siegl
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