Österreichs Rebsorten

Rebsortenkunde

Weissweine
Chardonnay (Morillon)

In der Steiermark ist diese Sorte schon seit mehr als 120 Jahren unter der Bezeichnung Morillon verbreitet. Charakteristisch für einen im Stahltank ausgebauten Chardonnay sind Aromen von Äpfeln über Zitrusfrüchte bis zu tropischen Früchten. Im Barrique-Ausbau tritt für die meist extraktreichen, von einer recht rassigen Säure abgepufferten Weine noch eine röstige Note hinzu, die an Mokka, Karamell, Vanille oder Dörrobst erinnern kann. Viele der bekanntesten Chardonnays der letzten Jahre kommen aus der Steiermark (Morillon) und dem Burgenland.

Frühroter Veltliner (Malvasier)
Diese Sorte, die wenig Primärfrucht besitzt, hat bei eher niedrigem Extraktgehalt eine sehr milde Säurestruktur, weshalb sie in erster Linie für Primeur- bzw. Sommerweine herangezogen wird.

Furmint
Der Furmint wurde schon vor Jahrhunderten in und um Rust für die Kelterung des berühmten Ausbruchs herangezogen; in jüngster Zeit hat er eine gewisse Renaissance erfahren, wobei seine Eignung zur Produktion hochgradiger Dessertweine unumstritten ist. Weniger einfach ist die Kelterung trockener Weißweine, da diese Sorte im Duft oft sehr dezent ist und eine relativ herbe Note vor dem Abgang besitzt.

Grauburgunder (Ruländer, Pinot Gris)
Diese etwas schüchtern duftende Sorte ergibt charakteristische Weine, wenn eine Traubenreife von mindestens 19 Grad KMW erreicht wird. In den besten Jahren und aus den besten Herkünften – etwa Südsteiermark, Thermenregion und dem nördlichen Burgenland – können zartwürzige Exemplare von großer Substanz und geschliffenem Ausdruck entstehen, wobei ein angemessener Säurerückhalt wesentlich ist. Die Sorte eignet sich für den Barrique-Ausbau ebenso wie für den Verschnitt mit den anderen weißen Burgundersorten. Aus Pinot Gris können auch hochklassige Dessertweine gewonnen werden.

Grüner Veltliner
Über die österreichische und in erster Linie niederösterreichische Leitsorte wurde schon so gut wie alles gesagt. Charakteristisch ist die Würze der Weine, die sich bei jeder Reifestufe zeigt. Die Bandbreite des Grünen Veltliners ist beachtlich und auch insofern verständlich, als er sowohl als ganz leichter Kabinett und Sommerwein seine Meriten hat, aber auch phänomenale trockene Premiumweine mit großer Strahlkraft und Lagerfähigkeit hervorzubringen vermag; auch Eisweine aus Grünem Veltliner können sehr sortenspezifisch ausfallen. Zu den positiven Eigenschaften des Veltliners gehört auch, dass er auf vielen verschiedenen Böden sein Profil behält.

Gelber Muskateller
Der Vormarsch dieser Bukettsorte, die ihren Siegeszug in der Steiermark begonnen hat, ist ungebrochen. Obwohl sie der Fäulnisgefahr ausgesetzt und auch starken Jahrgangsschwankungen unterworfen ist, wird sie als Aperitif oder trockener Essensbegleiter ihres betörend aromatischen Duftes wegen geschätzt. Bei eher niedrigem Extraktgehalt ist die Säure oft knackig bis rassig. Ganz exzellent können Prädikatsweine aus dieser Rebsorte ausfallen, da sie zumeist über ein gutes Säurerückgrat verfügen.

Muskat-Ottonel
Pannonischer als diese etwas in die Breite gehende, eher wenig Säure enthaltende Rarität kann kaum ein Wein sein. Ausgezeichnet können die hochgradigen Dessertweine aus dieser Sorte geraten, aber auch die trockenen Muskat-Ottonel haben in den letzten Jahren für positives Aufsehen gesorgt.

Neuburger
Ehemals in Spitz sowie in und um Gumpoldskirchen verbreitet, zählt der Neuburger heute zu den rückläufigen Sorten; die Speisetrauben sind übrigens von unnachahmlicher Güte. Bei sorgfältiger Vinifikation erbringt er dezent nach grünen Nüssen und Dörrobst duftende, kraftvolle, wenn auch etwas neutrale Weine, die jahrzehntelang reifen können. Eine besondere Rarität stellen die seltenen hohen Dessertweine aus dieser Rebsorte dar.

Riesling (Rheinriesling, Weißer Riesling)
Riesling ist für einige der interessantesten und elegantesten österreichischen Weißweine verantwortlich. Speziell auf den Urgesteinslagen der Wachau, des Kremstals, des Kamptals und anderer österreichischer Gebiete können grandiose Weine voll Komplexität und Finesse entstehen. Typisch sind Fruchtanklänge an Steinobst, aber auch an Stachelbeeren, Cassis, Kernobst und Rosenblüten. Auch von den Muschelkalkböden in und um Wien kommen hochwertige Rieslinge, die allerdings die kreidige Note dieses Terroirs hervorkehren.

Rivaner (Müller-Thurgau)
Einst fälschlich als Kreuzung von Riesling und Sylvaner angesehen und auch in Österreich weitverbreitet, ist diese Rebsorte ohne nennenswerte Eigenschaften in einem wohlverdienten Rückzugsgefecht begriffen. Neben einfachen Tafelweinen gibt es teils sehr gute Prädikatsweine aus dieser Rebsorte.

Roter Veltliner
Die einstige Leitsorte des Wagram hat – nachdem sie nicht zuletzt ihrer Fäulnisanfälligkeit wegen fast ausgestorben war – in den letzten Jahren eine deutliche Renaissance erfahren. Das Primärbukett ist im Jugendstadium zaghaft bis bescheiden, mit etwas Lagerung kommen gelbfruchtige Nuancen und brotige Komponenten hervor. Substanzreiche Rote Veltliner können unglaublich lange halten, ohne ihr inneres Gefüge wesentlich zu verändern – sie nähern sich dann im Ausdruck großen weißen Burgundern.

Rotgipfler
Die führende Spezialität der Thermenregion lässt jüngst immer mehr aufhorchen. Sie hat ein eher dezentes Bukett, das an Äpfel, Honigmelonen und Kräuter erinnern kann. Bei hohem Extraktgehalt besitzt sie eine meist adäquate Säurestruktur und eignet sich sowohl für den Stahltankausbau als auch für die Reifung im Fass; allerdings benötigt der Rotgipfler eine Zuckerreife, die einen natürlichen Alkoholgehalt von 13 Volumsprozent ergibt, um wirklich charaktervolle, lagerfähige Weine hervorzubringen. Sehr gut harmoniert die Sorte auch mit dem Zierfandler, der traditionelle Blend nennt sich Spätrot-Rotgipfler.

Sauvignon blanc
Dass diese Sorte in der südlichen Steiermark einst von Erzherzog Johann eingeführt wurde, ist Legende. Von dort hat sie allerdings ihren Siegeszug in alle anderen Weinbaugebiete angetreten. Charakteristisch ist der aromatische Duft nach Spargel, Brennnesseln, Paprika, Holler, diversen Schoten, Cassis, frisch gemähtem Heu und vielem mehr. Seit längerer Zeit geht der Trend hin zu kraftvollen Weinen, die von ausgereifteren Aromen bestimmt werden. Der vorsichtige Ausbau im Barrique kann gute Ergebnisse erbringen, ist aber rückläufig. Heute zählen die österreichischen Sauvignons, vor allem jene aus der Steiermark, zusammen mit jenen von der Loire und aus Neuseeland zu den besten der Welt.

Sämling 88 (Scheurebe)
Einst als leichter Riesling-Ersatz geortet, hat sich diese etwas aromatische Rebsorte im trockenen bis halbtrockenen Bereich erst in jüngster Zeit durchsetzen können. Darüber hinaus liefert sie speziell im Seewinkel den Grundstoff für hervorragende, hochgradige Süßweine, die dann punkto Fruchtintensität und Klasse den besten Rieslingen und Muskatellern um nichts nachstehen.

Grüner Sylvaner (Sylvaner)
Früher durchaus populär, hat diese Rebsorte auch vom Aufschwung von Raritäten wie Roter Veltliner oder Rotgipfler nicht profitieren können. Im Bukett zeichnet sie sich durch eine seltsam ledrige Komponente, die ein wenig an Williamsbirne erinnert, aus, wobei sie meist relativ geschmacksneutral und unverbindlich ausfällt.

Traminer
In Österreich wird zwischen drei Traminer-Spielarten unterschieden: beim rötlich gefärbten Roten Traminer ist die kokosflockenartige Würze am stärksten ausgeprägt; der Gewürztraminer zeichnet sich eher durch honigartige Noten und würzige Aromen aus. Am feinsten ist der kräuterwürzige Gelbe Traminer, der sich für den trockenen Ausbau am besten eignet. Wirklich interessant sind Traminer erst ab einer hohen Traubenreife. Bestechend sind Traminer mit Restzucker, und zwar nicht nur hochgradige Dessertweine, sondern auch liebliche Spätlesen und Auslesen. Die Haltbarkeit der besten Traminer ist legendär.

Weißburgunder (Pinot blanc)
Eine in so gut wie allen österreichischen Anbaugebieten beheimatete, traditionsreiche Rebsorte, die in der Jugend Anklänge an grüne Nüsse und Zitrusfrüchte verströmt, die mit etwas Flaschenreife Richtung Walnuss, Haselnuss und Weißbrot tendieren. Erfolgreich sind die relativ schlank gehaltenen, steirischen Exponenten, die jung genossen werden sollten. Kräftige Weißburgunder ab einem natürlichen Alkoholgehalt von rund 13% können im trockenen Bereich sehr vielfältige und lagerfähige Weine ergeben, dennoch sind sie etwas aus der Mode gekommen. Diese Weine eignen sich auch für den vorsichtigen Barrique-Ausbau.

Welschriesling
Nicht nur in der Steiermark, auch in vielen anderen Weinbaugebieten Österreichs hat der Welschriesling als Sommerwein eine unangefochtene Spitzenstellung erworben, die ihm erst seit einigen Jahren die leichteren Veltliner-Varianten ein wenig streitig machen. In der schlank-spritzigen Variante, deren Buketteindrücke von frisch gemähtem Gras über Granny Smith und Pfirsiche bis zu diversen Küchenkräutern zu reichen vermögen, gefällt er trocken am besten. Hervorragend ist die Eignung des Welschrieslings zur Erzeugung vielschichtiger, lagerfähiger Dessertweine, wovon vor allem die Süßwein- Spezialisten östlich des Neusiedlersees Gebrauch machen.

Zierfandler (spätrot)
Eine regionale Spezialität der Thermenregion, die wegen der unangenehmen Eigenschaft, an einer Rebe Trauben und auf einer Traube Beeren unterschiedlichster Reife hervorzubringen, schwer zu behandeln ist. Am besten schmeckt sie als mächtiger, trockener Wein oder mit ein bisschen Restzucker ausgebaut. Das eher verhaltene Primärbukett kann mit Flaschenreife zu Rieslingartiger Finesse mutieren. Charakteristisch sind der hohe Extrakt sowie die rassige Säurestruktur. Bei entsprechend hoher Reife können Zierfandler jahrzehntelang reifen; selbiges gilt auch für die Cuvée mit Rotgipfler, dem Spätrot-Rotgipfler. Legendär sind auch Eleganz, Rasse und Standfestigkeit der besten Zierfandler-Süßweine.

Rotweine
Blauburger
Diese österreichische Neuzüchtung mit den Elternteilen Blaufränkisch und Blauer Portugieser, die sich nie so recht durchgesetzt hat, ergibt mehr oder weniger einen Rotwein ohne Eigenschaften, dessen tiefe Farbgebung und samtiger Tanninhintergrund am besten zu Cuvées mit ausdrucksstärkeren Sorten à la Zweigelt oder Blaufränkisch genützt wird.

Blauburgunder (Pinot noir, Spätburgunder)
Da ihn die Zisterzienser praktisch in allen ihren Weingärten angepflanzt haben, kann der Pinot Noir auch in den österreichischen Weinbaugefilden schon auf eine lange Tradition zurückblicken. Dennoch ist er lange Zeit das Stiefkind der österreichischen Rotweinlandschaft geblieben. Mittlerweile hat der Pinot Noir aber auch in Österreich seine verdiente Wertschätzung erhalten und befindet sich in so gut wie allen nennenswerten Rotweingegenden im Vormarsch. Sehr schöne Ergebnisse haben in den letzten Jahren Pinots von der Thermenregion, aus Carnuntum, vereinzelt aus dem Wein- viertel und Kamptal und vom Leithagebirge und Westufer des Neusiedlersees geliefert.

Blauer Portugieser
Einstmals geradezu ein Synonym für die Rotweinlandschaft der südlichen Südbahn, wo sie heute, abgesehen vom nördlichen Weinviertel, noch ihre hauptsächliche Herkunft hat, ist diese intensiv nach Blumen duftende, in der Säure eher niedrig gehaltene Rebsorte auf dem Rückzug begriffen. Ihre manchmal ausdrucksarme Art und der bescheidene Tanningehalt liegen nicht im Trend der Zeit. Dennoch kann aus einem sehr guten Weinjahr vereinzelt bei geringen Erträgen ein Portugieser mit einiger Standfestigkeit gewonnen werden, der ein bisschen gekühlt durchaus die Rolle eines Sommer-Rotweins à la Beaujolais mit Anstand einnehmen kann.

Blauer Wildbacher
Diese weststeirische Spezialität wird in der Regel dazu genützt, um mittels der üblichen Rosé-Erzeugungsmethoden den spritzig-frischen Schilcher mit seinen unnachahmlichen, entfernt sauvi- gnonesken Buketteindrücken zu bereiten. Die stilistische Ausrichtung reicht von traditionell etwas säurebetonterem Typus bis zu relativ sanft anmutenden Gewächsen. Auch die Bandbreite der Sorte ist in den letzten Jahren gewachsen und reicht von süßen Varianten über Frizzante und Sekt bis zu echten Rotweinen, die mit entsprechender Maischestandzeit und üblicherweise mit Säureabbau, manchmal verbunden mit etwas Barrique-Reifung, erzeugt werden. Die auf herkömmliche Rotweinverfahren zurückgehenden Blauen Wildbacher haben sich sowohl reinsortig als auch in der Cuvée mit bekannteren roten Rebsorten durchaus bewährt; sie haben zwar ihr ungestümes, dunkelbeeriges Geschmacksbild behalten, aber sich auch Kraft und Tanninfond eines richtigen Rotweines angeeignet.

Blaufränkisch
Die wichtigste Rotweinsorte des Burgenlands ist wohl die wertvollste autochthone Rotweinsorte hierzulande. Unverkennbar ergibt sie reiche Fruchtnuancen, die von Herzkirschen über Waldbeeren, Weichseln und Zwetschken reichen können; mit längerer Flaschenreife wechseln viele hochwertige Blaufränkische zu einem fast Pinotartigen Geschmacksbild über. Auf den schweren Böden des Mittelburgenlands kann der Blaufränkische schon ab einem Mostgewicht von rund 17 Grad KMW durchaus achtbare Ergebnisse liefern, während dies anderswo erst ab etwa 19 Grad KMW möglich ist. Der Blaufränkisch eignet sich auch für den Barrique-Ausbau sowie für den Verschnitt mit Zweigelt, Merlot oder Cabernet, wobei er meist die führende Rolle übernimmt. Hervorragende Blaufränkische gedeihen im ganzen Burgenland, vor allem an den Abhängen des Leithagebirges sowie im Mittel- und Südburgenland.

Cabernet Sauvignon

Mit zunehmendem Alter der Rebstöcke und bei entsprechender Traubenreife hat sich die Qualität der österreichischen Cabernets deutlich gesteigert. Die gelungenen Vertreter zeigen vornehme Aromen nach Cassis, Zedernholz, Tabak, Mokka, Milchschokolade usw. Bei hoher Reife sind auch in Österreich, und dies wohl am ehesten im nördlichen Burgenland und in der Thermenregion, profilierte Cabernets möglich. Allerdings ist der reinsortige Cabernet im Rückzug begriffen; meist wird einer Cuvée mit Merlot bzw. Blaufränkisch der Vorzug gegeben, was in der Regel zu besseren Resultaten führt.

Merlot
Anfangs ein wenig als Zuwaage aus dem Bordelais betrachtet, hat der Merlot in Österreich zuletzt deutlich an Prestige gewonnen. Bei entsprechender Ertragsbeschränkung und hoher Reife sind seine feinen Buketteindrücke nach Efeu, schwarzen Oliven, geröstetem Kaffee und Waldbeeren in ihrer feinen Abstimmung unverkennbar. Reinsortiger Merlot kann, speziell in der Thermenregion, in den nordburgenländischen Weinbaugebieten und im Mittelburgenland, hervorragende und eigenständige Weine erbringen. Seine Eignung zu Cuvées mit Cabernet, Blaufränkisch und Zweigelt ist unbestritten. Bei dieser Sorte sind in Österreich noch beachtliche Steigerungen zu erwarten.

Roesler
Eine interspezifische rote Neuzüchtung aus Klosterneuburg, bei der Pilzresistenz ein Züchtungsziel war. Bei tiefer Farbgebung und robustem Körper sowie angemessenen Tanninen werden fruchtsaftige Weine erzielt, die zwar mehr Profil besitzen als der Blauburger, aber doch deutlich weniger als beispielsweise St. Laurent oder Zweigelt. Alles in allem scheint der Roesler als Verschnittpartner für rote Cuvées seine Berechtigung zu haben.

St. Laurent
In den 1950er-Jahren fast ausgestorben, hat diese Rebsorte, die inzwischen als Sämling des Pinot Noir identifiziert ist, endlich die wohlverdiente Renaissance erfahren. Sie verbindet auf unnachahmliche Weise die feinen Linien sowie Eleganz und Rasse eines sehr guten Pinot mit einer urösterreichischen, tiefen Frucht, meist nach Weichseln und Brombeeren, und bringt genau jenen Tanninrückhalt hervor, den Lagerweine benötigen. Die besten St. Laurents eignen sich hervorragend für die Reifung in Barriques sowie zu Cuvées mit Pinot Noir oder Blaufränkisch, am besten haben uns bislang allerdings die reinsortigen Exemplare gefallen. Die Urheimat des St. Laurent ist mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit die Thermenregion.

Syrah (Shiraz)
Als dritte französische Rebsorte hat der von der nördlichen Rhône stammende Syrah den Weg zu uns gefunden. In hinreichend warmen Weinjahren kann sie einen an kalten Rauch, Teer, Schwarztee, Leder sowie dunkle Beeren erinnernden, hinreißenden Mix ergeben; am Gaumen präsentiert sich meist ein kraftvoller, tanninreicher Wein, der die Barrique-Lagerung gerade- zu ersehnt. Reinsortige Syrahs, die die absolute Spitze der österreichischen Rotwein-Pyramide erklommen haben, gab es allerdings noch kaum, doch ist die Geschichte des Shiraz in Österreich noch zu jung, um auf tiefere Erfahrungen zurückgreifen zu können.

Zweigelt (Blauer Zweigelt, Rotburger)
Ohne Zweifel handelt es sich beim Zweigelt um jene europäische Rotweinzüchtung – aus den Elternteilen Blaufränkisch und St. Laurent –, die mit Abstand den größten Erfolg erzielt hat und bei sinnvoller Ertragsbeschränkung sowohl reinsortig als auch im Verein mit Rebsorten wie Blaufränkisch, St. Laurent, Cabernet oder Merlot sehr gute Ergebnisse liefern kann. Auf das rotbeerige Bukett, das an Zwetschken, Herzkirschen und Rumtopf erinnert, folgen meist eine eher milde Säurestruktur und ein mittlerer Tanningehalt, wobei viele Zweigelt-Varianten eher an den Vater Blaufränkisch als an die Mutter St. Laurent erinnern. Hervorragende, reinsortige Zweigelt-Exemplare können über viele Jahre ohne Qualitätsverlust reifen. Das Qualitätspotenzial der Rebsorte ist sicher noch nicht bis ins letzte Detail ausgelotet.