Weinlexikon / Glossar

Das Weingesetz

Abgang
Die anhaltende Empfindung der Geschmacks- und Aromastoffe nach dem Hinunterschlucken eines Weines. Je nachhaltiger und ausdrucksstärker, desto besser ist in der Regel die Weinqualität. Das Maß für eine Sekunde Abgang ist 1 „Caudalie“. 20 Caudalies sind gut, 50 grandios.

Abgebaut
Ein Wein, der den Höhepunkt seiner Entwicklung schon deutlich schmeckbar hinter sich hat.

Aceton
Ein stechender Geruch, der an Nagellackentferner erinnert. Im Grunde ein Weinfehler, in geringem Ausmaß je nach persönlicher Empfindlichkeit mehr oder weniger tolerabel.

Adstringierend
Ein Merkmal bestimmter Gerbstoffe, hinterlässt ein trockenes, zusammenziehendes oder raues Gefühl im Mund. Kann appetitanregend wirken.

Alkoholisch
Bezeichnet den Eindruck, dass ein Wein überproportional viel Alkohol enthält. Der Begriff bezieht sich nur auf die relative Wirkung des Alkohols im Verhältnis zum Körper bzw. Extrakt eines Weines. alt Bezeichnet einen (meist oxidierten) Wein, der seinen Reifehöhepunkt überschritten hat.

Animalisch
Bezeichnung für Aromen, besonders in Rotweinen, die an Tiere und Tierisches erinnern, wie Schweiß, Fell, Moschus, Pferdestall, Fleisch, Blut.

Ansprechend
Bedeutet „mir schmeckt der Wein so, wie er ist“; bei teuren Weinen eine gewisse Einschränkung, bei einfacheren ein Lob. In jedem Fall ein erfrischendes Getränk.

Aromasorte
Alle Rebsorten sind mehr oder weniger aromatisch. Diejenigen unter ihnen, bei denen die Aromatik besonders ausgeprägt ist, werden so genannt. Im Regelfall meint man damit die Muskatfamilie (Gelber Muskateller und Muskat-Ottonel), Riesling, Sauvignon Blanc und Traminer; inzwischen zählt man auch Scheurebe (Sämling 88) und Müller-Thurgau (Rivaner) dazu.

Aromahefen
Hefen, die auf enzymatischer Basis kurzlebige Aromen zu bilden vermögen; sie werden gerne für Primeurweine (Primus, Junker etc.) eingesetzt; bei klassisch ausgebauten Weinen bringen sie nichts.

Aromatisch
Ein duft- oder geschmacksintensiver Wein; vor allem bei den sogenannten Aromasorten wie Riesling, Sauvignon Blanc, Traminer, Sämling, Syrah oder Zinfandel.

Ausgewogen
Der Wein enthält alle wünschenswerten Elemente (Säure, Alkohol, Geschmacksstoffe usw.) in gut abgestimmtem und erfreulichem Verhältnis.

Balance
Siehe Ausgewogen.

Barrique
Bezeichnung für ein kleines Eichenfass mit 225 Liter Inhalt. Das typische Aroma von Barriqueweinen erinnert an Vanille, Zimt, Nüsse, Toast und Rauch. Zu viel überdeckt die Frucht und lässt die Rebsorte kaum erkennen.

Biologischer Säureabbau
Siehe Malolaktische Gärung.

Biowein
Ein Wein, dessen Trauben nachweislich in organisch-biologischer oder biologisch-dynamischer Bewirtschaftungsweise gewonnen wurden. Der Nachweis wird durch Mitgliedschaft in einem und Kontrolle durch einen zugelassenen Bioverband geführt („Zertifizierung“).

Biss
Der erste, meist durch betonte Frucht, Säure oder Tannin ausgelöste Eindruck, den ein Wein auf der Zunge macht. Er sollte positiv sein, braucht aber nicht unbedingt übermäßig kräftig auszufallen. Fehlt der Biss ganz, dann ist ein Wein schwächlich oder flach.

Bitter
Eine Geschmacksnuance der Gerbstoffe, meist bei noch nicht voll ausgereiften Trauben.

Blumig
Weist auf Anklänge von Blumen im Duft oder Geschmack eines Weines hin. Gelegentlich ist von Rosen, Veilchen usw. die Rede.

Botrytis Cinerea
Eine Schimmelpilzart. Bei unreifen Trauben bewirkt er Sauerfäule, bei reifen Trauben Edelfäule. Der Pilz durchlöchert die Beerenhäute, sodass ein Teil des Wassers verdunstet und der Extrakt – die festen Inhaltsstoffe, vor allem Zucker – konzentriert wird. Notwendig für die Erzeugung von Beerenauslesen, Ausbrüchen und Trockenbeerenauslesen.

Brandig
Siehe Alkoholisch.

Brett
Kurzform für Brettanomyces, eine Bakterienart, die animalische Aromen – etwa in Richtung Pferdeschweiß – verursacht.

Brut, Herb
Schaumweine mit maximal 12 g/l Zuckerrest (Dosage).

Brut Vature, Brut Zero
Schaumweine ohne Dosage, maximal 3 g/l Zuckerrest.

Bukett/Bouquet
Die Gesamtheit aller Geruchseindrücke eines Weines. Wird bestimmt durch die Rebsorte, die Art der Weinbereitung und bei älteren Weinen durch die Flaschenreife.

Burgundergruppe
Damit sind im engeren Sinn Weißer, Grauer und Blauer Burgunder (Pinot Blanc, Gris und Noir) gemeint; oft wird auch von einer erweiterten Burgundergruppe gesprochen, in diesem Fall zählt man in Weiß die aromatisch eher neutralen Sorten Chardonnay und Neuburger dazu; in Rot meint man dann Pinot Noir und St. Laurent.

Charmant
Bezieht sich meist auf einen eleganten, ansprechenden Wein mit Charisma. Selten etwas herablassend gemeint – z. B. wenn es sich um Wein handelt, der eindrucksvollere Qualitäten haben sollte.

Cremig
Ein sanfter, dichter Wein (meist Weißwein) mit hohem Extrakt und nicht allzu viel Säure, der den Gaumen „eincremt“.

DAC Districtus Austriae Controllatus (Österreichische kontrollierte Herkunftsbezeichnung)
für regionaltypische Weine, die nach entsprechender Prüfung zur staatlichen Prüfnummer diese Bezeichnung tragen dürfen. Existiert derzeit für Krems-, Kamp- und Traisental (Grüner Veltliner und Riesling), das Weinviertel (Grüner Veltliner), Neusiedlersee (Zweigelt) und das Mittelburgenland (Blaufränkisch) sowie für die beiden neuen Weinbaugebiete Leithaberg (weiß und rot) sowie Eisenberg (Blaufränkisch); zu den Letzteren siehe die Einleitung zu den Weinbaugebieten Neusiedlersee-Hügelland und Südburgenland.

Delikat
Zarte Statur, mit Charme und Finesse.

Demi-Sec, Halbtrocken
Schaumweine mit einer Dosage von 32 bis 50 g/l.

Dicht
Ein körper- und extraktreicher Wein mit engmaschiger Struktur, einem dicht gewebten Stoff vergleichbar.

Dick
Weine mit reichem Körper, viel Extrakt und Aroma, manchmal mit Restsüße, die am Gaumen etwas schwer oder behäbig wirken.

Dosage
Die Einstellung des gewünschten Restzuckergehalts (in g/l gemessen) bei Schaum- und Perlweinen.

Doux, Süß Schaumweine
mit einer Dosage von über 50 g/l.

Dry,
Trocken Schaumweine mit einer Dosage zwischen 17 und 32 g/l.

Dünn
Ein wässriger Wein mit schwachem Körper, wenig Extrakt und Aroma.

Dumpf Muffiger Geruch,
meist aufgrund eines Ausbaus in ungepflegten Holzfässern.

Eckig Kantiger,
unausgeglichener Wein, oft mit hohem Gerbstoff, grüner Säure und (zu) wenig Körper. Kann aber bei sehr jungen Weinen positiv gemeint sein, in dem Sinn, dass sich Ecken und Kanten mit der Reifung abschleifen und harmonisieren werden.

Eingebunden
Bezeichnung für einen (meist höheren) Säure-, Tannin- oder Restzuckergehalt, der im Gesamteindruck nicht unangenehm in den Vordergrund tritt.

Eichenholz
Duft oder Geschmack nach frisch gesägtem Eichenholz, z. B. von einem neuen Fass. Angebracht bei einem feinen, für lange Flaschenreife bestimmten Wein, in der Vergangenheit oft stark übertrieben. Siehe auch Barrique.

Elegant
Der Lieblingsausdruck eines professionellen Weinkosters, wenn ihm die Worte fehlen, um einen Wein zu beschreiben, dessen Proportionen (Gehalt, Geschmack, Aroma, Struktur), dessen erster Eindruck ebenso wie seine Nachhaltigkeit, Konsistenz und alle sonstigen Qualitäten den Vergleich mit natürlicher Schönheit anderer Art nahelegen.

Erdig
Wird entweder für Weine gebraucht, die stark mineralisch duften, oder für solche, die eine Note nach frisch aufgerissener Erde (meist Rotweine) aufweisen. Überwiegend positiv gemeint.

Erste Lage
Lageneinstufung des Vereins der „Österreichischen Traditionsweingüter“ ohne offiziellen Charakter.

Essigstich
Geruch nach Weinessig, Folge einer Weinkrankheit, hervorgerufen durch Essigbakterien.

Extra Brut, Extra Herb
Schaumweine mit maximal 6 g/l Dosage.

Extrakt
Gesamtheit aller im Wein gelösten Inhaltsstoffe. Üblicherweise gilt: Je mehr, desto besser. Weine mit zu viel Extraktstoffen werden allerdings hart; hier wurden den Traubenschalen und -kernen zu viele Extraktstoffe entzogen.

Fassgeruch
Kommt von ungepflegten, meist älteren Holzfässern, die nicht regelmäßig gesäubert und geschwefelt wurden.

Federspiel
Wachauer Weißweinkategorie mit 11,5 bis 12,5% Alkohol (Etikettenangabe).

Fest
Eine Geschmacksvielfalt, die Gaumen und Zunge stark durch kräftige Säure oder Herbheit beeindruckt und ein Gefühl von jugendlicher Kraft vermittelt, sodass man sicher ist, dass dieser Wein im Alter sanftere Nuancen annehmen wird.

Fett
Ein Wein, dessen Geschmack und Konsistenz den Mund ganz ausfüllen. Meist ein alkoholreicher, schwerer Wein. Siehe auch Dick.

Feurig
Kraftvolle, alkoholstarke Weine mit rundem Körper und samtigem Tannin, die den Eindruck von Wärme und Temperament vermitteln.

Finesse
Wein von großer Delikatesse und Feinheit, von besonderer Klasse.

Firn
Alterston im Bukett infolge fortgeschrittener Reife. Siehe auch Oxidation.

Fleisch
Stoffige, dichte Weine mit sehr viel Substanz und Frucht.

Flüchtig
Hat zwei Bedeutungen: einerseits nur kurzer Geschmackseindruck. Meist aber als Kurzform für „flüchtige Säure merklich“ verwendet, was ein Synonym für den beginnenden Essigstich ist.

Frisch
Beinhaltet ein gewisses Maß an fruchtiger Säure, ja sogar ein wenig Säuerlichkeit sowie jugendliche Lebendigkeit und Spritzigkeit.

Frizzante
Wörtlich „spritzig“, in Italien weinrechtlich das Synonym von Perlwein. Siehe auch Perlwein.

Fruchtig
Ein viel gebrauchter Ausdruck, der die Fruchtigkeit eines aus guten, reifen Trauben gewonnenen Weins bezeichnet. Ein fruchtiges Aroma ist nicht dasselbe wie ein blumiges. Hilfreich sind Versuche, heraus zu spüren, welche Frucht sich im Duft oder Geschmack eines Weins befindet, z. B. Grapefruit, Zitronen, Pflaumen, Marillen. Man sollte allerdings nicht ganze Aromawolken dieser Früchte, sondern nur zarte Anklänge erwarten.

Füllig
Weine mit viel Extrakt, Alkohol und Körper, die den Mund ausfüllen.

Gefällig
Ein Wein, an dem man Gefallen findet, ohne dass er Gemüt und Geist zu sehr in Anspruch nimmt. Er trinkt sich angenehm, braucht keine lange Reifezeit und bleibt als erfreuliches Getränk und nichts weiter sonst in Erinnerung.

Gehaltvoll
Bezieht sich auf den Geschmack insgesamt und auf den Alkoholgehalt, Extrakt, Körper und vor allem Glyzerin. Manchmal verbirgt sich hinter diesem Wort das Gegenteil von Eleganz, nämlich Überfülle. Meist wird es positiv gebraucht.

Gerbstoff
Die Gesamtheit der Polyphenole in einem Wein wird als Gerbstoffe oder Tannine bezeichnet (die Bezeichnung „Gerbsäure“ ist chemisch nicht korrekt, da es sich nicht um Säuren handelt). Gerbstoffe sind in hohem Maß in den Stielen und Traubenschalen enthalten. Je länger der Most also auf den eingemaischten Beeren bleibt, desto höher wird der Gerbstoffgehalt des Weines. Auch der Ausbau in neuen Holzfässern erhöht den Gerbstoffgehalt.

Geschmeidig
Sanft, rund und anschmiegsam – wird meist auf junge Rotweine angewandt. Eher lebhafter als nur „gefälliger“ Wein, wobei sich gute Qualität eigentlich von selbst versteht.

Gespriteter Wein
Wein, dem im Zuge seiner Herstellung Alkohol zugesetzt wurde. Sherry, Port und Madeira sind die bekanntesten. Weinrechtlich in Österreich „Likörwein“.

Glasverschluss
Eine Entwicklung von ALCOA Deutschland in Bad Kreuznach unter dem Markennamen Vino-Lok. Der Glasstöpsel hat einen Dichtungsring aus lebensmittelechtem PVDC (demselben Dichtungsmaterial auf der Innenseite des Schraubverschlusses), der dafür sorgt, dass der Stöpsel in der (eigens für den Glasstöpsel hergestellten) Flasche einrastet. Eine Metallkapsel sorgt für Schutz. Dem Vorteil der besseren Akzeptanz beim Publikum steht der Nachteil der unbekannten Langzeitdichtigkeit gegenüber. Allerdings haben sich die ältesten damit verschlossenen Weine – heimische Weiße aus dem Jahrgang 2003 – bis jetzt tadellos gehalten.

Glatt
Ein anspruchsloser Wein mit wenig Charakter, oft flach und mit wenig Struktur.

Gleichgewicht
Siehe Ausgewogen.

Globalisierung
Allfälliger Begriff dafür, dass Weine heute auf der ganzen Welt im neuen Holz quasi in einem internationalen Einheitsstil erzeugt werden.
Grasig Einerseits: Grünlicher, unreifer Geschmack, der von zu früh geernteten Trauben oder zu starker Pressung stammt. Andererseits: Als sortentypisches Aroma für jene Sauvignon Blancs verwendet, die nach Kräutern, Gras oder Brennnesseln riechen.

Großlage
In Österreich in der Praxis kaum gebräuchliche, gesetzlich festgelegte Bezeichnung für kleinere Einheiten innerhalb eines Weinbaugebiets, in Deutschland wegen der Verwechslungsmöglichkeit mit Einzellagen ganz besonders im Schussfeld der Kritik. Mit der Umbenennung des Donaulands in Wagram wurde die neue Großlage Klosterneuburg eingeführt (in der Praxis aber kaum benützt). Die bekannteste Großlage ist der Wiener Nussberg.

Grün
Synonym für unreife Noten.

Halbtrocken
Weine mit 9 bis 18 g/l unvergorenem Restzucker (sofern die Differenz zwischen Säure und Zucker nicht mehr als 10 g/l beträgt).

Harmonie
Siehe Ausgewogen.

Hart
Meist junger Wein mit hohem, abweisendem Gerbstoffgehalt. Oft findet ein solcher Wein auch nach längerer Reife nie wirklich seine Harmonie.

Herb
Wird für durchgegorene Rotweine mit viel Tannin (und Säure) verwendet.

Hohl
Es fehlt an befriedigendem Geschmack in der Mitte, d. h. zwischen dem ersten Eindruck und dem letzten Nachgeschmack. Typisch für Weine von Winzern, die weniger auf Qualität bedacht sind und ihre Reben zu viele Trauben tragen lassen. Ein extrem hohler Wein ist „leer“.

Honigartig
Duft und Aroma, die vor allem bei edelfaulen Weinen auftreten, oft aber in geringem Maße und in ansprechender Weise auch bei anderen reifen Weinen eines guten Jahrgangs.

Kabinett Ein trockener, unaufgebesserter Wein mit 17° Mindestmostgewicht und maximal 13% Alkohol. Kantig
Siehe Eckig.

Kernig
Wein mit knackig-kräftiger Säure (weiß) oder ebensolchem Tannin (rot), der mit der Reife milder wird.

Konzentration
Hat zwei völlig verschiedene Bedeutungen. Zum einen die hohe Dichte der geschmacklichen und aromatischen Eindrücke im Wein. Zum anderen ist Konzentration ein Verfahren, das dem Most (erlaubt) oder Wein (verboten) Wasser entzieht. Das Gerät dazu heißt Konzentrator, das Verfahren entweder Umkehrosmose oder Vakuumdestillation.

Kompakt
Dicht verwoben, druckvoll am Gaumen.

Körper
Ein körperreicher Wein verfügt über hohen Extrakt, viel Substanz und Stoff sowie einen hohen Alkoholgehalt. Siehe auch „Gehaltvoll“ und „Voll“. Auch in diesem Sinn verwendet: Körper im Sinne von Bau oder Struktur eines Weines.

Korkgeschmack
Ein muffiger Beigeschmack, der leider viel zu häufig vorkommt und von einem kranken Korken stammt. Kann von kaum merklich bis aufdringlich sein, ist aber stets inakzeptabel. Kräftig Sind fest gebaute Weine mit viel Stoff, Volumen und Alkohol.

Kurz
Nach dem Schlucken rasch verklingender Geschmack. Siehe auch Abgang.

Lage
Auch Weinbergslage genannt. Siehe Ried(e).

Lang
Bedeutet, dass der Geschmack eines Weines nach dem Schlucken länger anhält. Siehe auch Abgang.

Lebendig
Frische, spritzige Weine mit Schwung und Rasse.

Leicht
Mit relativ wenig Alkohol und Körper. Eine sehr willkommene Qualität in Weinen, zu denen sie passt – nicht aber bei Rotweinen, die mehr Intensität und Schwere verlangen.

Lieblich
Weine mit 18 bis 45 g/l unvergorenem Restzucker.

Mächtig
Schwerer, körper- und alkoholreicher Wein.

Maderisiert
Wenn ein Wein so stark oxidiert ist, dass er ähnlich wie ein Madeira schmeckt und riecht. Ein schwerer Fehler, wenn nicht beabsichtigt.

Mager
Etwas mehr Konsistenz wäre besser: Es fehlt am vollmundigen Geschmack und meist kommt noch übertriebene Herbheit hinzu.

Malolaktische Gärung
Auch Biologischer Säureabbau oder Milchsäuregärung genannt. Chemischer Vorgang, bei dem Milchsäurebakterien die spitz und sauer schmeckende Apfelsäure in die mildere Milchsäure umbauen. Wird vor allem bei Rotweinen und Barriqueausgebauten Weißweinen durchgeführt.

Matt
Müder Wein ohne Frische.

Mild
Wein mit wenig Säure, manchmal restsüß.

Mineralisch
So duften oder schmecken Weine, die auf Böden mit hohem Mineralgehalt gewachsen sind, z. B. auf Kalk-, Granit-, Vulkan- oder Schieferböden. Kann z. B. an feuchte Erde, Kreide oder Kräuter erinnern.

Mollig
Gehaltvolle Weine mit weichen Rundungen, die meist vom hohen Extrakt- oder Restzuckergehalt stammen.

Muffig
Siehe Dumpf.

Muskulös
Stabil und robust gebaute Weine mit Biss und kräftiger Struktur, oft kraftvoller Alkohol.

Nachhall/Nachgeschmack
Siehe Abgang.

Nase
Siehe Bukett.

Nervig
Mit prägnanter, aber sympathischer Säure, gepaart mit Lebendigkeit und Rasse.

Neutral
Entweder ein Wein mit schwachem, aromatischem Ausdruck oder aus einer eher neutralen Sorte, wie etwa Welschriesling.

Nuanciert
Hochwertige, komplexe Weine zeigen vielfältige Aromen.

Ölig
Weine mit hohem Glyzeringehalt fließen ölig ins Glas und auf den Gaumen.

Oxidation
Wenn ein Wein oxidiert ist, dann erinnert er in Geruch oder Geschmack an langsam vor sich hin bräunende Apfelschalen (die unter dem Sauerstoffeinfluss ebenfalls oxidieren). Bei sehr alten Weinen akzeptabel, bei jungen nicht (Fassproben ausgenommen). Siehe auch Firn und Maderisiert.

Perlwein
„Halb schäumender Wein“: Weine mit einem CO2-Überdruck von maximal 2,5 bar, entstanden durch zweite Gärung (siehe Schaumwein) oder durch CO2-Zusatz (in letzterem Fall muss das auf dem Etikett vermerkt sein). Die Angabe der gesetzlichen Süßebegriffe für Perlwein – „trocken“ (bis 32 g/l Dosage), „halbmild“ (32 bis 50 g/l) und „mild“ (über 50 g/l) – ist nicht vorgeschrieben und in der Praxis auch nicht üblich. Pikant Frische, feinwürzige oder mit feiner Säure versehene Weine.

Pfeffrig
Sortentypisches Aroma des Grünen Veltliners, vor allem im leichteren Bereich. Feinwürzig, erinnert an Pfefferoni, Paprika und Pfeffer.

Premium
Bezeichnung für österreichischen Qualitätswein mit Jahrgangsangabe mit mindestens 13% Alkohol (Etikett).

Rassig
Eleganter, nerviger Wein mit straffer Säure.

Rau
Weder der Geschmack noch die Konsistenz sind angenehm. Säure oder Herbheit treten scharf in den Vordergrund.

Reichhaltig
Nicht unbedingt süß, jedoch einen Eindruck von opulenter Fülle vermittelnd.

Reintönig
Sauber im Bukett und am Gaumen. Klares Aromenbild.

Reinzuchthefen
In der Natur vorkommende selektionierte und vermehrte Hefestämme. Siehe auch Aromahefen und Spontangärung.

Resch
Wird für durchgegorene Weißweine ohne Restzucker und mit hoher Säure (meist Apfelsäure) gebraucht.

Reserve
Weine, die den Bestimmungen für die Bezeichnung „Premium“ entsprechen (siehe dort); zusätzlich darf der Antrag auf Erteilung der staatlichen Prüfnummer erst ab 15. März nach der Lese (weiß) bzw. dem darauf folgenden 1. November (rot) eingereicht werden.

Ried(e)
Bezeichnung für eine bestimmte Weinbergslage.

Robust
Herzhaft, fest und kräftig, mit jungem Tannin, mit Tendenz zu rustikalen Aromen.

Rund
Harmonisch und voll.

Saftig
Im Sinne von Saft und Kraft, mit einer Substanz so recht zum Kauen, etwas „magerer“ als „fleischig“.

Säure
Für Laien oft ein negativ besetzter Begriff, wird meist als „zu scharf“ verstanden. Doch verschiedene Säuren sind für die Qualität und die Haltbarkeit eines Weins (insbesondere eines weißen) unentbehrlich; sie geben ihm auch seine erfrischende Kraft. Bei der malolaktischen Gärung wird die pikantere Apfelsäure in mildere Milchsäure umgewandelt, dadurch bekommt der unmittelbare Biss des Weins einen milderen, komplexeren Geschmack. Unerwünscht ist die Essigsäure, die man als flüchtige Säure bezeichnet. Enthält ein Wein zu viel davon, beginnt bald sein Abstieg.

Samtig
Weiche, ausgeglichene, dennoch kräftige Rotweine ohne dominierendes Tannin, in denen sich süßes Glyzerin, hoher Extrakt und reife Säure zu einem schmeichelnden Gesamtbild vereinen.

Schaumwein
Ein schäumender Wein, dessen CO2- Gehalt durch eine zweite alkoholische Gärung in Drucktank (Méthode Charmat) oder Flasche (Méthode traditionelle) oder durch Zusatz von CO2 entstanden ist (Letzteres ist auf dem Etikett anzugeben). Der Mindestdruck beträgt 3 bar, in der Praxis sind es 5 bis 6 bar. Schaumweine müssen eine Süßebezeichnung tragen: Siehe Extra Brut, Brut, Extra Dry, Dry, Demi-Sec, Doux. Die Grenzen wurden 2009 neu festgelegt, neu ist eine Toleranz von ±3 g/l bei jeder Süßestufe.

Schlicht
Einfacher Wein, wenn auch oft nicht ohne Charme.

Schmalzig
Siehe Fett.

Schmelz
Taktiler Eindruck eines Weins am Gaumen, dessen cremige Textur mit einem Hauch von Glanz einhergeht.

Schraubverschluss
Der meistverwendete Verschluss in Österreich. Jahrzehntelange positive Erfahrungen mit Schraubverschlüssen bei Weiß- wie Rotwein gibt es aus Frankreich und Australien. Dem steht nur der Nachteil gegenüber, dass der Wein füllfertig sein muss und die Dosierung der Sulfitbeigabe genau abgestimmt werden muss, da es sonst zu Reduktionsnoten kommen kann.

Sekt
Ein schäumender Wein, dessen CO2-Gehalt durch eine zweite alkoholische Gärung in Drucktank (Méthode Charmat) oder Flasche (Méthode traditionelle) entstanden ist. Die Bezeichnung ist nur für Schaumweine aus Deutschland und Österreich legal. Siehe Schaumwein.

Smaragd
Trockene Wachauer Weißweinkategorie von 12,5% (Etikettenangabe) aufwärts, oft aber 13% und mehr.

Spontangärung
Der Verzicht auf den Einsatz von Reinzuchthefen, im (oft berechtigten) Vertrauen, dass die indigenen (im Weingarten und Keller natürlich vorkommenden) Hefen einen Most vielleicht langsamer, aber im Endeffekt ebenso gut vergären können wie Zuchthefen. Anhänger der Spontangärung erwarten sich damit spannendere, weniger gleichförmige Weine.

Spritzig
Leicht und meist angenehm säuerlich frisch, oft durch einen gewissen Gehalt an Kohlensäure unterstützt.

Stilvoll
Ausdrucksvoll und eigenständig, ja selbstbewusst

Sommerwein
Synonym für leichtgewichtige, jugendlich zu trinkende Weine, die auch bei warmem Wetter Freude bereiten.

Steinfeder
Trockene Wachauer Weißweine mit maximal 11,5% (Etikettenangabe).

Stk
Abkürzung für „Steirische Terroir- und Klassikwinzer“, eine privatrechtliche Vereinigung steirischer Topwinzer. Diese haben ihre Lagen in „Erste“ und „Große STK-Lagen“ klassifiziert (ohne offiziellen Charakter).

Stoffig
Wein mit Körper und Substanz, also Extrakt.

Süffig
Ansprechende, unkomplizierte Weine, die leicht über die Zunge gehen und Lust auf mehr machen.

Sulfite
Salze der schwefeligen Säure, umgangssprachlich „Schwefel“ genannt, die zur Haltbarmachung des Weins unumgänglich sind.

Süß
Weine mit mehr als 45 g/l unvergorenem Restzucker.

Tannin
Siehe Gerbstoff.

Terrassenwein
Siehe Sommerwein.

Terroir
Umfassender Begriff, der das Zusammenspiel von Boden, Rebe und Kleinklima beschreibt, die im Wein zum Ausdruck kommen sollen.

Tief(gang)
Ein so beschriebener Wein will aufmerksam genossen sein. An ihm ist mehr, als der erste Eindruck verrät; sein Geschmack entfaltet sich auf der Zunge zu ungeahnten Dimensionen. (Tiefe Farbe bedeutet dagegen nur dunkle Farbe.) Alle wirklich feinen Weine haben Tiefe.

Trocken
Weine mit maximal 9 g/l unvergorenem Restzucker (sofern die Differenz zwischen Säure und Zuckerrest nicht mehr als 2 g/l ausmacht).
Unharmonisch
Das Gegenteil von „harmonisch“. Verschlossen Ein Jungwein, der seine Eigenschaften und Merkmale erst entwickeln muss.

Voll
Manchmal auch durch „körperreich“ wiederzugeben: Ein Wein mit „weiniger“ Fülle, d. h. Alkohol und Extrakt (alle Geschmacksstoffe) in vollmundigem Zusammenwirken.

Weich
Sanftes, anschmiegsames Tannin und reichhaltiger, runder Körper, niedrige Säure.

Weinig
Etwas seltsames Adjektiv, meist im Sinne einer harmonischen, etwas cremigen Textur verstanden.

Wuchtig
Sehr kraftvolle Weine mit Substanz und Dichte.

Würzig
In der Nase und/oder am Gaumen ausgeprägte Gewürzaromen wie Muskat, Zimt, Koriander, Kümmel, Anis etc.

Zart
Delikat, filigran und dezent.