Gambero Rosso Verkostung
Wenn auch der kombinierte Wasser- und Feueralarm im BMW-Museum in München für ein recht abruptes Ende der Veranstaltung gesorgt hat, kann aufgrund der profund vorbereiteten Präsentation doch unumwunden bestätigt werden, dass wegen des mehr als soliden Durchschnittsniveaus für die italienischen Roten der bedeutendsten Anbaugebiete keineswegs Feuer am Dach ist.

m futuristisch-luftigen Ambiente des BMW-Zentrums, das allenfalls den Ausstellern aufgrund des permanenten Disco-Flackerns ein gewisses Blinzeln in die an sich heiteren Gesichter gezaubert hat, konnte eigentlich sehr ungestört und sorgfältig verkostet werden. Da fiel auch weniger ins Gewicht, dass einige bekannte Weingüter, respektive ihre Drei-Gläser-Weine durch Abwesenheit glänzten, denn dies hat so manches No-name-Weingut aus österreichischer Sicht durch überraschende Glanzleistungen gewissermaßen aufgewogen. Im Blickpunkt unserer diesmaligen Degustation standen die Rotweine der Toskana, von Umbrien und des Piemont; der an sich immer spannendere Süden mit durchaus attraktiven Tropfen aus Sizilien, Kalabrien, Kampanien und Co. fiel ja leider der bayrischen Panikattacke zum Opfer.
Von den präsentierten Jahrgängen erwiesen sich die Sangiovese und Cuvées der Toskana aus dem Jahrgang 2006 als überaus elegant und ausgewogen und stellten die etwas behäbigen und feurigen 2005er mehr oder weniger klar in den Schatten. Für das Gebiet rund um Montalcino bleibt die Einschätzung des 2004ers als sehr guten bis ausgezeichneten Jahrgang unangetastet, wenn auch die Qualitätsunterschiede ebenso wie die sattsam bekannten Differenzen punkto Stilrichtung unverändert blieben. Für die immer stärker in Erscheinung tretenden Sagrantino-Weine von Umbrien ist 2006 verlässlich als sehr guter Jahrgang zu bewerten, der auch einiges Lagerpotenzial aufweisen sollte.
Damit ab ins Piemont, das – trotz aller immer wieder kolportierter Absatznöte – so gut wie keine Proponenten des großen Jahrganges 2004 vorgestellt hat; die 2005er sind zwar überaus charmant, harmonisch und abgerundet und vielleicht grosso modo als Kombination von 1998 und 2000 anzusehen – also ein guter Durchschnittsjahrgang, der weder von feuchten noch von heißen Perioden gekennzeichnet ist –, lassen aber die Größe der 2001er oder 2004er doch vermissen, vom 1996er oder 1989er ganz zu schweigen. Dafür dürfen wir uns aber auf einen 2007er freuen, der laut einhelliger Aussagen von den Barolo-Hochburgen bis zu den Barbera-Zentren untadelig hohes Niveau bieten sollte.


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