Christoph Wagner ist tot
Die VINARIA-Redaktion trauert um Professor Christoph Wagner (56), mit dem der bedeutendste Gourmetjournalist und -buchautor Österreichs und einer der einflussreichsten Fachleute des deutschsprachigen Raums am 17. Juni verstorben ist.

Der gebürtige Linzer verfügte über überragendes Fachwissen und journalistisches Können, und verstand es dank seines gleichermaßen pointierten wie flüssigen Schreibstils seine Leser zu fesseln: Sein Talent, komplexe Themen verständlich aufzubereiten, mit Anekdoten und Querverweisen zu untermalen und mit einer Prise Ironie zu würzen machten diesen einzigartigen Journalisten zum beliebtesten Autor in den Bereichen Gastronomie und Kochen. Das Arbeitspensum, dass er bewältigte, war enorm: Neben seiner regelmäßigen journalistischen Tätigkeit publizierte Christoph Wagner jedes Jahr zumindest ein Buch, meistens waren es mehrere.
Chistoph Wagner wurde 1954 in Linz geboren. Nach seinem Schulabschluss studierte er in Wien Germanistik, Anglistik und Kulturelles Management. Im Jahr 1979 begann er seine journalistische Karriere als Theaterkritiker beim Wiener Extrablatt, wo er später Kulturchef wurde. Danach wechselte er zur Tageszeitung Kurier, wo er erstmals eine wöchentliche Gastrokolumne verfasste. Ab 1984 war er Chefredakteur des GaultMillau Österreich, 1989 gründete er das GaultMillau Magazin. Ab 1996 war er Restaurantkritiker und Gourmet-Kolumnist bei Profil, bis er 2006 zu News wechselte. Daneben publizierte in zahlreichen anderen Magazinen und Journalen. Herausragende Bedeutung hat Christoph Wagner als Autor zahlreicher Kochbücher erworben, darüberhinaus auch als Verfasser von Krimis.
Die letzten vier Jahre war Christoph Wagner für VINARIA tätig: Seit der Gründung des Genuss-Magazins VINARIAgourmet im Jahr 2006 fungierte er als dessen Chefredakteur, prägte als solcher das Magazin sowohl inhaltlich als auch konzeptiv.
Abgesehen von allen beruflichen Verpflichtungen war Christoph Wagner vor allem ein Familienmensch, für den seine Frau Renate und seine beiden erwachsenen Töchter stets den Lebensmittelpunkt darstellten. Ihnen gilt unser ganzes Mitgefühl.
Christoph Wagner hinterlässt eine Lücke, die nicht zu füllen ist – als Autor und als Mensch: ein hoch intelligenter und gebildeter, ebenso unbestechlicher wie unprätentiöser Mensch, der uns schmerzlich fehlt.


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