Weinnotizen 08/2009

Gerhard Retter ist „Bester Sommelier Österreichs“
Gerhard Retter (rechts im Bild konzentriert bei der Verkostungsprüfung) ist „Bester Sommelier Österreichs“ und wird Österreich bei der ASI-Weltmeisterschaft der Sommeliers in Chile 2010 vertreten. (Die ASI ist die Association de la Sommellerie Internationale, der mit Abstand älteste weltweite Dachverband der Sommeliers.) Der gebürtige Grazer, der sich im Februar 2009 in Lütjensee bei Hamburg selbstständig gemacht hat, konnte sich bei der nationalen Ausscheidung zum Besten Sommelier Österreichs Anfang Oktober in der Steiermark – in Piber und Graz – souverän gegen 11 Mitbewerber durchsetzen. „Wahrscheinlich hat mir meine Heimatstadt Glück gebracht“ strahlt der stolze Sieger nach dem anstrengenden Wettbewerb. Denn obwohl der 36-jährige schon seit langem in Deutschland lebt – und Anfang des Jahres den Betrieb seiner Schwiegereltern in Norddeutschland übernommen hat –, schlägt sein Herz natürlich für Österreich im allgemeinen und die Steiermark im besonderen: „Ich bin stolz darauf, meine Heimat bei der WM in Chile vertreten zu dürfen.“ Der Wettbewerb zum „Besten Sommelier“ findet (wie die WM) alle drei Jahre statt. Beim letzen Mal, im April 2006 in Feldkirch, wurde Gerhard Retter, damals Sommelier im Berliner „Adlon“, Zweiter hinter dem Tiroler Aldo Sohm – übrigens mit nur einem Punkt Abstand.


Klein, fein, gut: L’Insieme on Tour
„L’Insieme-Degustations-Tour“, das ist ein kleines, aber konkretes Weinprojekt der Öno-Solidarität. „Klein“, weil gerade acht Winzerbetriebe aus den Langhe sich in „L’Insieme“ zusammengefunden haben. „Konkret“, weil die Winzer jedes Jahr einen Teil des Ertrags aus ihrer L’Insieme-Degustations-Tour an Solidaritätsprojekte spendieren. „Insieme“ – miteinander, zusammen, gemeinsam –, das sind die Top-Winzer Elio Altare, Gianfranco Alessandia, Giuseppe Caviola, Giuliano Corino, Federico Grasso, Giulio und Paolo Morando, Carlo und Lorenzo Revello sowie Mauro Veglio. Siebenmal haben sie gemeinsam einen Rotwein gefüllt, 5 Euro pro Flasche geht an wohltätige Projekte: Nach sieben Ernten bereits 500.000 Euro für insgesamt deren 42 an der Zahl. Die achte Tour durch Österreich findet wieder in der letzten Jännerwoche statt. Von Bregenz (26. 1.) geht’s über Graz (27. 1.) nach Wien ins Palais Coburg (28. 1.) und schließlich ins Lentos-Museum nach Linz. Unterstützt und organisiert wird die L’Insieme Degustations Tour jährlich vom „Enoclub Linzieme“, einer Gruppe von Weinfreuden aus Linz.


Coburg: Romanée-Conti 1934
Nein, Kostnotiz gibt es keine, denn wir gehören nicht zu jenem Dutzend zahlender Gäste, die für einen Abend mit 11 Weinen der Domaine de la Romanée-Conti (DRC) die Kleinigkeit von 6.600 Euro auf den Tisch des Hauses gelegt haben. Dazu aber bekamen die Gäste nicht nur ein wunderschönes Menü, sondern auch die Anwesenheit (und die Kommentare) von Aubert de Villaine, 70, Mitbesitzer und Geschäftsführer der Domaine, rechts im Bild. Nun muss man wissen, dass Aubert de Villaine ein vergleichsweiser bescheidener Mensch ist, dem nichts unangenehmer ist als Rummel um die eigene Person, und der daher höchst selten bei solchen Veranstaltungen anzutreffen ist. Warum er es diesmal (und durchaus auf besonderes Betreiben von Peter Morandell, dem Importeur der Weine von der DRC) nach Wien geschafft hat, erklärt er selber: „Zum einen habe ich den Jahrgang 1934 erst zweimal in meinem Leben probiert. Zum anderen gibt es vier Weine von der Domaine aus dem Jahr 1978 (Échézeaux, Richebourg, La Tache und Romanée-Conti), die aus einem amerikanischen Keller stammen, und da interessiert es mich, wie die Weine nach einer oder zwei Weltreisen im Vergleich zu Weinen aus unserem Keller schmecken.“ Wie das Ergebnis war, wissen wir nicht, denn das Gespräch mit Monsieur de Villaine hatte vor dem Abendessen stattgefunden.


Thomas Dorfer ist „Koch des Jahres 2009“
Am 25. September wurde Thomas Dorfer, dem Küchenchef des Landhauses Bacher in Mautern an der Donau, im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung der Titel „Koch des Jahres 2009“ verliehen. Drei-Hauben-Koch Dorfer erreichte 18 von 20 Punkten im Guide Gault Millau 2009. Die Preisvergabe des in der Branche begehrtesten Awards erfolgte 2009 bereits zum insgesamt 27. Mal. Thomas Dorfer machte bereits 1996 auf seinem Karriereweg Station im Landhaus von Lisl und Klaus Wagner-Bacher. Im Jahr 2002 kehrte er als Küchenchef des Hauses zurück, um schließlich als Ehemann von Tochter Susanne Bacher zu bleiben. Seither steht Thomas Dorfer zusammen mit Schwiegermutter Lisl Wagner-Bacher am Herd. „Thomas Dorfer ist unumstritten einer der talentiertesten Köche, die wir in Österreich haben. Selbstverständlich ist man schon beim Bocuse d’Or auf ihn aufmerksam geworden. Seither zeigt seine Leistungskurve ständig nach oben, seine Kreativität begeistert“, so Gault-Millau-Chefredakteurin Martina Hohenlohe.


Weinbaupräsident Pleil feiert seinen 60er
Josef Pleil, seines Zeichen erfolgreicher Präsident des Österreichischen Weinbauverbands und Vorsitzender in vielen Fachgremien feierte am 28. 11. seinen 60. Geburtstag. Seitdem der Weinskandal die Weinwirtschaft in ihren Grundfesten erschüttert hat, bemühte sich Josef Pleil um die Rehabilitierung des heimischen Weins mit durchschlagendem Erfolg. Viele heute selbstverständliche Eckpfeiler des Österreichischen Qualitätsdenkens, wie z.B. das strenge Prüfnummernsystem, aber auch die rigiden Hektarhöchsterträge und zahlreiche weitere entscheidende Gesetzesnovellen hat er maßgeblich mitgestaltet. So „nebenbei“ wurde unter seiner Mithilfe der SALON Österreichischer Wein initiiert und die Weinmarketing ins Leben gerufen. Mit der Schaffung von neuen Ausbildungsmöglichkeiten hat Pleil Weichenstellungen für die
erfolgreiche Zukunft der Österreichischen Weinwirtschaft
gesetzt. Wir gratulieren herzlich zum 60er!


zurück »