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Veltliner & Riesling 2005
Vital, gefestigt und sehr gut
Nach anfänglich großem Lob für die 2005er-Weißweine –
und einigen leisen Zweifeln, ob der in der Jugend nicht immer präsenten Harmonie – wurde es nach dem „Jahrhundertjahrgang“ 2006 überraschend schnell still um die 2005er, obschon sie sich – wie unser diesjähriger degustatorischer Rückblick zeigt –
eigentlich sehr positiv und kontinuierlich entwickelt haben.
und einigen leisen Zweifeln, ob der in der Jugend nicht immer präsenten Harmonie – wurde es nach dem „Jahrhundertjahrgang“ 2006 überraschend schnell still um die 2005er, obschon sie sich – wie unser diesjähriger degustatorischer Rückblick zeigt –
eigentlich sehr positiv und kontinuierlich entwickelt haben.
problematische Blüteperiode für ersten Optimismus sorgte. Der Sommer war dann allerdings sehr wechselhaft, zum Teil auch recht regenreich und kühl. Als dann pünktlich mit Schulbeginn der Himmel seine Schleusen öffnete, haben sich die Sorgenfalten der Winzer noch vertieft. Trotz der Wetterkapriolen, die sich in einer relativ späten Reife und verstärktem Krankheitsdruck äußerten, gelang es im Großen und Ganzen, recht klar strukturierte und fruchtbetonte Weine mit im Allgemeinen passender Säuredosis zu ernten. Die Gärung verlief in den meisten Fällen unproblematisch, sodass nur wenige Weiße mit unerwünschtem Restzucker hängen geblieben sind. Auch eine etwas spitze Säure blieb – wie nicht zuletzt unsere aktuelle Verkostung bewiesen hat – auf Einzelfälle beschränkt. Schon deutlicher hervorgestochen sind jene Weine, die mit mehr oder weniger Botrytis-Einfluss hervorgebracht wurden. Für den Riesling im Allgemeinen kein Problem, hat dies doch den einen oder anderen Grünen Veltliner etwas schwermütig und behäbig erscheinen lassen, was sich letzten Endes auch in der Punktewertung niedergeschlagen hat. Alkohol- und Extraktgehalt bewegen sich in erfreulichen Dimensionen und lassen sich durchaus mit Jahren wie beispielsweise 2001 und 2007 vergleichen. Apropos 2007: Mit diesem Jahrgang werden die 2005er-Weißen wohl noch oft verglichen werden. Lassen Sie uns eine erste Einschätzung wagen: Die besten 2005er sind vielleicht sogar noch ein bisschen dichter und kompakter sowie generell mit einer etwas höheren Säure ausgestattet, die 2007er vielleicht noch eine Spur klarer und mit zarteren fruchtigen Linien versehen – sie haben kaum Botrytis aufzuweisen und sind im Allgemeinen eleganter ausgefallen –, also gesamthaft betrachtet ist 2007 der etwas harmonischere und charmantere Jahrgang, aber wer weiß, wie wir das in fünf Jahren sehen werden. Leichte Vorteile für die Veltliner. Wie wir schon in unseren ersten Einschätzungen nach den Jungweinverkostungen und den Trophy-Verkostungen der 2005er gemutmaßt haben, sollte im beliebten Veltliner- versus Riesling-Vergleich der Erstere ein wenig die Nase vorn haben, was bei einem Jahrgang mit doch später Reife ja nicht unbedingt verwundern mag. Was die einen oder anderen Veltliner in ihrer Erscheinung ein wenig behindert oder gehemmt haben dürfte, ist eine hin und wieder doch merkliche Botrytis, wie wir dies schon eingangs (und überhaupt öfters) festgestellt haben. Die allerbesten Repräsentanten sind allerdings glockenklar und vor allem mit einer verblüffenden Vitalität und Jugend aufgetreten; hätten wir nicht gewusst, dass der Jahrgang 2005 zur Bewertung ansteht, so hätten wir diese wohl ziemlich sicher für 2007er verkannt. Allen voran in der Phalanx dieser ungemein klaren und charakteristischen Veltliner waren die bildhübschen Exemplare von Bernhard Ott in Form der Rosenberg-Reserve und Walter Bucheggers Reserve Leopold, die zudem so prägnant aufgetreten sind, dass hoher Wiedererkennungswert und sprichwörtliche Individualität wohl gewährleistet sind. In die gleiche Kerbe schlagen der überaus feinziselierte Ehrenfels von Franz Proidl und der ebenfalls vor Fruchtsüße und Finesse nur so strotzende Höhereck des Mittelbach’schen Tegernseerhofes. Von den seinerzeitigen Favoriten hat die Ried Frechau des Weinguts Türk aufgrund des plötzlich hervortretenden Holzes (oder war es doch auch die Botrytis?) nicht so reüssiert wie in ihrer Jugend, aber dennoch viel Trinkfreude bereitet. Einem gänzlich anderen Stil verpflichtet sind beispielsweise der ungestüme Honivogl von Franz Hirtzberger, der im Stil einer trockenen Auslese gehalten ist, deren schiere Power und Länge einen offenbar alterslosen Wein ankündigen, der als Aperitif für Jahrzehnte – wenn auch vielleicht eher für kalte Wintertage – konzipiert ist; ähnlich gehalten ist die ebenso reichhaltige und üppige Goldjoch-Interpretation des Weinviertler Altmeisters Roman Pfaffl, ein extrakttiefer Riese, der aber auch mit Unmengen gelber Fruchtnuancen punktet und offensichtlich für die ganz lange Lagerung ausgerichtet ist. Herzhafte Rieslinge. In unserem seinerzeitigen Resümee zu den jungen 2005er-Rieslingen haben wir mehrfach die Ansicht vertreten, dass die Weine vom kristallinen Untergrund, wenn wir es so vereinfachen dürfen, prinzipiell viel klarer und strahlender aufgetreten sind als ihre Konkurrenten, die beispielsweise auf vom Muschelkalk, Schotter oder Löss geprägten Böden gewachsen sind. Diese Einschätzung hat sich eigentlich bewahrheitet; die klassischen Lagen waren in diesem Jahrgang einfach bevorzugt. Nicht immer konnten die Stars von seinerzeit in gleicher Weise reüssieren, wie beispielsweise die Bewertung der diversen Langenloiser Top-Weingüter mit ihren Kreszenzen vom Heiligenstein und Gaisberg zeigt. Waren die Bründlmayer’schen Alten Reben von Haus aus etwas schwermütig und üppig geraten und scheinbar für das ewige Leben angelegt, so sind auch einige Weine von Loimer, Hiedler und Jurtschitsch nach ihrer jugendlichen Genussphase ein wenig abgetaucht (wenn man auch die in ihnen schlummernden Ressourcen nach wie vor nicht übersehen sollte), deutlich gereift oder mit irgendwelchen Petroltönen versehen war nämlich kein einziger von ihnen. Als Primus inter Pares der Kamptaler ließen sich vielleicht am ehesten die Alten Reben von Schloss Gobelsburg bezeichnen, wäre da nicht ein Feuerwerk von Fruchtexplosionen, das Birgit Eichinger mit ihrem Heiligenstein aus der Magnumflasche gezündet hat, der in dieser Verfassung auch österreichweit eine Klasse für sich war. Von den Wachauer Klassikern haben speziell Karl Lagler mit seinem Steinborz, Leo Alzinger mit dem Loibenberg und speziell Franz Pichler mit dem Harzenleiten die Fahne der Smaragd-Kategorie hoch gehalten, während der ungemein mächtige Singerriedel von Franz Hirtzberger noch im Tiefschlaf verharrt. Die Ehre der Kremstaler gerettet hat Josef Mantler mit seinem Steingraben, für das Traisental hat wieder einmal Ludwig Neumayer mit seinem Wein vom Stein überzeugt, wobei Ersterer nun langsam genossen werden sollte, während der Inzersdorfer noch am Anfang steht. Ein Plädoyer für Top-Rieslinge aus dem Weinviertel haben schließlich das Weingut Hofbauer-Schmidt mit den untadelig-reintönigen Alte Reben (hier war der Spitzenplatz schon seit Langem nur mehr eine Frage der Zeit) und Roman Pfaffl mit den zeitlos-ausgewogenen Terrassen Sonnleiten abgegeben – beides im übrigen Weine, die keinerlei Reifezeichen aufgewiesen haben. Alles in allem war also die Performance der besten Rieslinge und Veltliner aus dem nicht gerade einfachen Jahr 2005 sehr zufriedenstellend, was auch für den erreichten Punktedurchschnitt gilt. In einer Ära des Übergangs zu alternativen Verschlüssen waren auch schon deutlich weniger Korkfehler als in den Vorjahren zu beklagen. topveltliner 2005
topriesling 2005
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