Sie sind zwar eine invasive Art, schmecken aber köstlich: die amerikansichen Signalkrebse, die sich in der Donau stark vermehren, delikat schmecken und immer öfter auf den Tellern landen. Im Restaurant-Hotel Schloss Dürnstein zum Beispiel.

Delikat: Linguine mit Krebs © Hotel Schloss Dürnstein

Invasive Tierarten sind schlicht gebietsfremde, also nicht einheimische Arten. Diese werden von Biologen nicht gerne gesehen, oft als Bedrohung angestammter Tierarten gefürchtet. Daher haben nicht alle Menschen Freude mit dem amerikanischen Signalkrebs, der neuerdings in großer Zahl in der Donau gesichtet und von Hobbyfischern gefangen wird.

Der Krebs steht schon seit Jahren immer wieder auf den Speisekarten von Feinschmecker-Restaurants. Meist kommen die Krustentiere aus der Traun in Oberösterreich, wo sie sich schon vor längerer Zeit explosionsartig vermehrten und in großen Mengen gefangen werden. Über die Traun gelangten die Signalkrebse offenbar bei Hochwasser oder über Fischwander-Routen in die Donau. Jetzt haben die Tiere die Wachau erreicht.

Der amerikanische Signalkrebs verdrängt dabei die heimischen Flusskrebse. Wie er in die Traun gelangte, ist nicht mehr zu klären, vermutlich aber durch achtloses Aussetzen. So sehr Biologen den Krebs fürchten, so sehr schätzen ihn Gourmets. Sein extrems zartes, nussiges, bissfestes Fleisch machen den Signalkrebs zu einer gefragten Delikatesse, die geschmacklich an Hummer durchaus herankommt.

In der Wachau werden die Krebse, wie üblich, mit Reusen gefangen, in denen sich meist Fleischabfälle als Köder befinden. Schloss Dürnstein-Hausherr Christian Thiery, selbst Besitzer einer Fischkarte, holt fast täglich Krebse aus der Donau: „Die Reuse ist immer gut gefüllt, die Krebse müssen sich in jüngster Zeit stark vermehrt haben.“

Küchenchef Emil Széchenyi setzt auf klassische Zubereitung der Köstlichkeit, etwa in Form von Linguine oder Spaghetti mit Krebs, aber auch als Krebsenschaumsuppe in Anlehnung an die berühmte Hummer-Bisque: „Das Fleisch ist hocharomatisch, passt hervorragend zu Pasta. Die Karkassen landen in Suppen- und Saucentöpfen."

Beim Besuch der schönsten Terrasse der Wachau und des Restaurants von Schloss Dürnstein einfach nach tagesaktuellen Donaukrebs-Gerichten fragen. Noch bis 26. Oktober 2020 ist das täglich möglich, dann geht's in die Winterpause.

Christian Thiery fängt in der Donau bei Dürnstein frische Krebse. © Vinaria
Frisch gefangene Krebse. © Vinaria
Küchenchef Emil Széchenyi (rechts), Jungkoch Dennis Linhart © Vinaria