Die umtriebige Szene-Gastronomin und Fernsehmoderatorin in Deutschland, österreichische Grün-EU-Abgeordnete und Großgrundbesitzerin Sarah Wiener (Foto) musste für ihre Restaurants und das Catering in Deutschland Insolvenz anmelden.

Der Geschäftsbetrieb in den Restaurants in Berlin und Hamburg solle vorerst weiterlaufen, teilte die Sarah Wiener GmbH mit. Das Catering ist derzeit ohnehin zum Stillstand verurteilt. 120 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen. Wie überall machen Corona-Abstandsregeln, fehlende Events und Geschäftsessen zu schaffen.

Sarah Wiener ist gebürtige Wienerin, lebte aber jahrzehntelang in Berlin. Dort eröffnete die Autodidaktin zuerst ein „Filmcatering“, was immer man sich darunter vorstellen möge (Brötchen für die Filmcrew). Danach folgte ein Restaurant in Berlin, das ihren Namen trug, bald weitere Lokale. Dazwischen schlaue Kochbücher, stets irgendwelchen hippen Trends auf der Spur.

Bald entdeckte das nach Inhalten jeder Art lechzende deutsche Privatfernsehen das mediale Talent Sarah Wieners und stellte diese kurzerhand zu allerlei Themen vor die Kamera. So tingelte Wiener durch halb Europa, um für einen Sender die Gourmetregionen in verschiedenen Ländern zu erkunden und deren beste Produkte. Viel Show und wenig Tiefgang, bemängelten Kritiker oft.

Ihres Geburtslandes Österreich besann sich Wiener als die Partei der Grünen im jüngsten Europa-Wahlkampf dringend medienaffine Persönlichkeiten für die zu vergebenden Mandate suchte. Die Grünen waren zuvor nach jahrelangen Bemühungen hochkant aus dem österreichischen Parlament geflogen. Erst der nunmehrige Vizekanzler Werner Kogler brachte den zertrittenen Haufen auf Schiene und den EU-Wahlkampf dann ganz gut über die Bühne. Sarah Wiener freut sich seither über ihr EU-Mandat samt Büro, Spesen und Gage – und ist seit der Wahl in Österreich kaum mehr wahrnehmbar.

Die Zeit wird sie nach den Problemen mit ihren Betrieben wohl ihrem Bauernhof in Uckermark im ostdeutschen Brandenburg widmen, wo sie sich derzeit meist aufhält (als rotweißrote EU-Abgeordnete, wohlgemerkt). Mit dem fast 1000 Hektar großen Landwirtschaftsbetrieb, der auch EU-Förderungen bekommt, geriet Wiener während des Wahlkampfes in die Schlagzeilen der österreichischen Medien. Die basisdemokratische Fundi-Abteilung der Grünen wollte sich mit einer Großgrundbesitzerin anfangs gar nicht anfreunden. Die Landwirtschaft gehört Wiener mit Partnern. Dort möchte sich die Gruppe künftig auf hochwertige Lebensmittelproduktion konzentrieren.