Deutsches Weingesetz: Österreich ist Vorbild

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Das deutsche Bundesministerium für Landwirtschaft will bessere Vermarktungschancen für deutsche Winzer und mehr Klarheit für Verbraucher. In der Vorlage eines Entwurfs für das neue deutsche Weingesetz soll vor allem die Herkunft betont und damit die Qualität gestärkt werden. Österreich gilt dabei durchaus als Vorbild, auch wenn man das in Berlin nicht so gerne sagt.

Seit vielen Jahren zielen die österreichische Weinwirtschaft und der Gesetzgeber darauf ab, durch die Stärkung der Herkünfte auch Marktanteile zu gewinnen und die Qualitäten nachhaltig zu erhöhen. Die DAC-Regelungen und die Weinpyramide sind die bekanntesten Maßnahmen aus einem ganzen Bündel. Erste DAC-Region Österreichs war das Weinviertel, zugleich das mit Abstand größte Weinbaugebiet des Landes.

Ziel des deutschen Entwurfs sei mehr Wertschöpfung und der Ausbau von Marktanteilen; das neue Gesetz könne im Dezember 2020 in Kraft treten, so Bundes-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), die selbst aus einer Winzerfamilie stammt. Kernelement ist laut Klöckner eine veränderte Herkunftsangabe auf den Flaschen. Diese soll sich künftig stärker an der geografischen Herkunft orientieren, ähnlich dem in romanischen Ländern üblichen Prinzip „Je kleiner die Herkunft, desto höher die Qualität“. Bisher stellt das deutsche Weingesetz die Angabe der Rebsorten in den Mittelpunkt, oft verbunden mit Jahrgang und Namen der Weinbergslage.

In Frankreich, Italien oder Spanien, aber auch in Österreich, steht die Herkunftsangabe im Zentrum, wobei für Weine mit höherem Qualitätsanspruch die genaue Lage (Österreich: Riede) genannt wird. Auch das EU-Recht orientiert sich an diesem Modell. In Deutschland hatten sich Winzer mit größeren Flächen und Genossenschaften lange gewehrt und kritisch zur Zuspitzung auf Lagenweine geäußert.

Der Entwurf sieht außerdem vor, die genehmigungsfähige Fläche für Neuanpflanzungen weiter auf jährlich 0,3 Prozent der mit Reben bepflanzten Gesamtfläche zu begrenzen. Diese Regelung gilt zunächst bis 2023 und soll ein Überangebot an Wein verhindern.