In der klaren Vollmondnacht zum 30. November 2020 konnten in Weinregionen wie etwa an der Nahe, in Rheinhessen, in der Pfalz, in Franken oder im Rheingau einige Winzer bei frostigen Temperaturen erfolgreich gefrorene Eisweintrauben lesen.

Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, ist dieser vergleichsweise frühe Zeitpunkt für eine Eisweinlese gut für die Weinqualität, da die Trauben für die Eisweinbereitung möglichst gesund sein sollen. Beste Voraussetzungen daher für qualitativ hochwertige Eisweine des Jahrgangs 2020. Geerntet wurden überwiegend Riesling-Trauben, die sich aufgrund ihrer späteren Reife besonders gut für die Eisweinbereitung eignen.

Für die Eisweinlese gilt: Je kälter es wird, desto höher ist der Konzentrationseffekt in den Traubenbeeren. In Franken sank am Lesetag das Thermometer sogar bis auf minus zwölf Grad Celsius.

Das Geheimnis der Eisweine liegt in der dichten Konzentration der Beereninhaltsstoffe. Bei den frostigen Temperaturen gefriert das Wasser in den Beeren und verbleibt in der Weinpresse. Moste mit derart hohen Zuckergehalten können von den Hefen nur sehr mühsam zu Wein vergoren werden. Dementsprechend haben Eisweine in der Regel sehr hohe natürliche Restzuckergehalte von weit über 100 Gramm pro Liter, weisen aber nur relativ geringe Alkoholgehalte auf, oftmals nur um sieben Volumenprozent. Dank der frischen Fruchtsäure wirkt diese enorme Restsüße dennoch nicht aufdringlich.