Der Weinjahrgang 2020 hat in Deutschland sehr gute Qualitäten und eine etwas unterdurchschnittliche Erntemenge von bundesweit geschätzten 8,6 Millionen Hektolitern hervorgebracht.

Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, haben die deutschen Weinerzeuger dank des sonnigen und trockenen Spätsommers hochreife und sehr gesunde Trauben geerntet. Entsprechend aromatisch und ausgesprochen fruchtig präsentieren sich bereits die ersten Weißweine im Fass und die Rotweine zeigen großes Potenzial, so das DWI.

Der Spätsommer hat die Weinernte sehr beschleunigt. Bei Temperaturen von oftmals weit über 25 Grad Celsius sind die Zuckergehalte in den Trauben schnell angestiegen, so dass viele Sorten gleichzeitig die Lesereife erreicht hatten. Geerntet wurde häufig in den frühen Morgenstunden oder auch nachts, um die Trauben möglichst kühl in den Keller zu bekommen. In vielen Betrieben war die diesjährige Weinlese bereits nach drei bis vier Wochen abgeschlossen. Einige Winzer hoffen noch auf Beeren- oder Trockenbeerenauslesen, für die der Jahrgang gute Chancen bietet.

Heterogen fallen die geschätzten Erträge in den dreizehn deutschen Weinbaugebieten aus. Sie reichen von minus 38 Prozent im Vergleich zum zehnjährigen Durchschnittsertrag in Franken bis hin zu einem Plus von 31 Prozent an der Hessischen Bergstraße. In den beiden größten deutschen Anbaugebieten Rheinhessen und Pfalz sind ein Minus von einem Prozent beziehungsweise eine Plus von sechs Prozent bei den Erntemengen zu erwarten. Baden und Württemberg schätzen jeweils ein Ernteminus von zehn Prozent.

Bundesweit liegen die aktuell prognostizierten Erträge des 2020er Jahrgangs mit voraussichtlich rund 8,6 Millionen Hektolitern in etwa auf dem Niveau des zehnjährigen Mittels und etwas über dem Vorjahresertrag aus 2019. Die deutsche Erntemenge ist damit knapp viermal so groß wie die österreichische. In Österreich zittern die Winzer noch mit dem derzeit wieder sehr feuchten Witterungsverlauf, zumal die Trauben für die höheren Weinqualitäten meist noch am Stock hängen.