US-Wahlgewinner Joe Biden könnte sehr rasch nach Amtsübernahme am 20. Jänner 2021 auch die vielen Handelsbarrieren wieder abbauen, die Vorgänger Donald Trump errichtet hatte. Auch die Zölle auf Weine aus der EU.

Biden ist klarer Wahlsieger in den USA, wird voraussichtlich auf 306 Wahlpersonenstimmen kommen (270 reichen zur Mehrheit). An seinem Sieg können auch die von Trump angezettelten Klagen nichts mehr ändern, selbst wenn diese alle erfolgreich sein sollten.

Biden, bereits Vizepräsident unter Barack Obama, und seine künftige Vizepräsidentin Kamala Harris planen bereits jetzt, zahlreiche Verordnungen und Gesetze, die Trump erlassen hatte, wieder rückgängig zu machen oder zu ersetzen. So rasch als mögich. Im Handelsbereich wird das sicher die Causen „China“ und „Europäische Union“ betreffen. Gegenüber beiden Wirtschaftsblöcken agierte Trump unsensibel, zornig, rachsüchtig und unüberlegt mit Phantasie- und Strafzöllen. So sind Weine aus vielen Ländern der EU ebenso wie Käse, Oliven u.a. mit Importzöllen bis zu 25% belegt. Aus Rache für diverse Geplänkel im Handelsstreit.

Das hat große Exporteure von Wein in die USA gehörig unter Druck gesetzt, allen voran Franzosen, Italiener und Spanier. Der Absatz für Champagner ist dermaßen eingebrochen, dass Händler und Winzer vor Beginn der Lese auf einer Milliarde (!) Flaschen Champagner in ihren Lagern saßen. Auch Bordeaux- und Burgundweine waren und sind massiv betroffen. Ebenso Weine aus den bekannten italienischen Appellationen und aus Spanien, etwa aus dem Rioja- und Duerogebiet sowie Rieslinge aus Deutschland.

Alleine Frankreich reklamiert Exportausfälle bei Wein in die USA von rund 400 Millionen Euro seit die Trump-Sanktionen im Oktober 2019 eingeführt wurden. EU-weit klettert dieser Wert weit über die Milliarden-Euro-Grenze. Die EU hat bisher im Gegenzug auf Zölle auf US-Weine verzichtet.

Wobei auf die kontinentaleuropäischen Produzentenländer noch eine Gefahr im Brexit lauert. Das völlig offene Handelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU ab 1. Jänner 2021 könnte auch für die Weinbranche neue Hürden bringen.