Wie die französische Tageszeitung Le Figaro berichtete, prüft die französische Accor-Gruppe eine Fusion mit der in Großbritannien ansässigen InterContinental Hotels Group. Ein Zusammenschluss würde das weltweit größte Hotelunternehmen formen auf Basis der Hotelanzahl.

Das SO/Vienna ist das Spitzenhaus der Accor-Gruppe in Österreich. © sofitel.accor.com

Im Ranking der größten Hotelketten der Welt liegt IHG mit den Hauptmarken Intercontinental und Holiday Inn auf Rang 3. In 113 Ländern werden 5.600 Hotel betrieben oder gemanagt oder in Franchise geführt. 836.500 Zimmer stehen bereit, zuletzt wurde ein Jahresumsatz von rund 3,7 Milliarden Euro erzielt. Accor mit den Hauptmarken Ibis, Mercure, Novotel und Sofitel wird aktuell auf Rang 7 gelistet. Mit 4.900 Hotels und 720.000 Zimmern in 110 Ländern und einem Jahresumsatz von 3,7 Milliarden Euro.

Größter Hotelkonzern der Welt bliebe wohl auch nach der Fusion Marriott mit einem Umsatz von rund 17 Millarden Euro. Auf der derzeit Zweitplatzierte, die Hilton Group, wäre zumindest vom Umsatz her für IHG & Accor gemeinsam kaum einzuholen, wohl aber bei der Anzahl von Hotels und Zimmern.

Die Zeitung berichtete weiter, dass der CEO von Accor, Sebastien Bazin, ein Team unter der Leitung von CFO Jean-Jacques Morin zusammengestellt hat, um die Möglichkeiten einer Fusion auszuloten. Accor und IHG wollten zu den Spekulationen keinen Kommentar abgeben. Le Figaro meint zu wissen, dass der Aufsichtsrat von Accor für so einen Deal, aber der Vorstandsvorsitzende Bazin skeptischer sei.

IHG wäre nach derzeitigem Stand der größere Partner, mit einem Börsewert von über acht Milliarden Euro, während Accor auf 6,2 Milliarden kommt. IHG kam bisher auch besser über die Corona-Krise, verlor in der ersten Jahreshälfte 2020 auf operativer Ebene „nur“ rund 260 Millionen Euro. Accor musste dagegen Einbußen in Höhe von 1,36 Milliarden Euro verkraften, wurde damit von der Pandemie viel stärker gebeutelt. Der Börsenkurs von Accor fiel 2020 um über 43 Prozent, jener von IHG um 23 Prozent.

Im Falle einer Fusion läge das entscheidende Sagen beim neuen Hotelriesen höchstwahrscheinlich bei IHG in London. Ob das mit der stolzen französischen Seele und dem auch sehr selbstbewussten Auftreten der Accor-Spitze vereinbar wäre, bliebe im Fall des Falles abzuwarten.

Eine Fusion könnte für Accor interessant sein, um die Präsenz in Nordamerika zu vergrößern, wo die IHG-Kette mit Holiday Inn eine starke Stellung im mittleren Marktsegment besetzt. IHG wiederum könnte von der starken Position von Accor in Europa profitieren.