Italien ist das größte Weinerzeugerland der Welt, das jährlich rund 50 Millionen Hektoliter produziert. Der enorm wichtige Export, der gut 50 Prozent des Umsatzes ausmachte, geriet im Frühjahr 2020 ins Stocken. Der Umsatz des Sektors in Italien liegt bei rund elf Milliarden Euro. Hauptabnehmer im Ausland sind Weinliebhaber in den USA, gefolgt von Deutschland.

„Die Lage ist ernst, aber nicht so dramatisch, wie im Frühjahr 2020 befürchtet“, sagt Giulio Somma von dem Branchenverband Unione Italiana Vini. Kurz vor Jahresende errechnete die internationale Wein-Organisation OIV bei der Produktion 2020 einen nur leichten Rückgang im Jahresvergleich auf rund 47 Millionen Hektoliter.

Deutsche Winzer kamen im laufenden Jahr auf knapp 9 Mio. Hektoliter - ein Fünftel der Menge Italiens. Österreich produzierte eine durchschnittliche Ernte von der Menge her, rund 2,3 Mio. Hektoliter und damit etwa 5% vom Weinvolumen Italiens.

Weine aus Italien bleiben 2020 bei den deutschen Importen der internationale Spitzenreiter. Das ergibt sich aus vorläufigen Berechnungen der eingeführten Weinmengen, wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilte. Nummer zwei auf der Hitliste der Weinimport-Länder ist Frankreich vor Spanien. Deutschland ist das wichtigste Exportland für italienische Winzer.

Von Oktober 2019 bis September 2020 wurden rund 4,5 Millionen Hektoliter Wein italienischer Herkunft nach Deutschland eingeführt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 4,2 Prozent. Deutsche Weine sind dagegen im Jahr der Corona-Krise klar besser gelaufen, so das DWI.