Soviel an genießbaren Lebensmitteln landet in einem durchschnittlichen Haushalt in Österreich pro Jahr im Müll. Neben der Produkt-Kennzeichnung ein großes Thema, gerade in der weihnachtlichen Schlemmerzeit.

Bei verarbeitetem Fleisch wie Würstel, Schinken, Salami und Streichwurst muss der Hersteller die Herkunft nicht angeben. © Land schafft Leben

Oh Würstel: Woher kommst du? Ob Festtagsbraten oder Würstel, kalte Platte oder Raclette, an den Feiertagen lassen wir es uns kulinarisch gut gehen. Dabei wissen wir oft nicht, woher das Fleisch kommt und unter welchen Bedingungen es produziert wurde – und werfen zusätzlich sogar noch einen Teil davon weg.

Der Verein Land schafft Leben informiert, welche Regeln bei der Kennzeichnung gelten und wie wir bewusst mit dem wertvollen Produkt Fleisch umgehen können. Verarbeitetes Fleisch liegt am heiligen Abend in Österreich im Trend: etwa als Würstel in der Suppe oder als Aufschnitt auf kalten Platten. Darin kann sich Fleisch verstecken, dessen Herkunfts- und Produktionsbedingungen unbekannt sind; der Hersteller muss dies nämlich nicht kennzeichnen.

Hannes Royer, Obmann des Vereines Land schafft Leben, fordert eine Gesetzesänderung: „In einer Welt, in der alles transparent ist, scheint es fast absurd, dass wir nicht einmal wissen, woher das Fleisch in unseren Würsten kommt. Im Ausland gelten oft nicht dieselben Haltungsbedingungen wie in Österreich. Daher setzen wir uns als Verein für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für alle Fleischprodukte ein.“

Orientierung beim Einkauf von Fleisch

Innerhalb der EU müssen Hersteller nur die Herkunft bestimmter Lebensmittel wie etwa von frischem Obst und Gemüse, Eier und verpacktem Frischfleisch angeben – nicht aber von verarbeitetem Fleisch. Dazu zählen neben Fertigprodukten auch Wurstwaren wie Bratwürstel, Frankfurter, Salami, Schinken und Streichwurst. Auch mariniertes, verpacktes Frischfleisch wie zum Beispiel Grillfleisch fällt darunter. Wer sich gerne an der Frischetheke bedienen lässt, sollte sich auch hier bewusst sein: wo das Tier aufgewachsen ist und geschlachtet wurde, muss für den Konsumenten nicht erkenntlich sein.

Bei verpacktem Frischfleisch ist die Regelung hingegen strenger. Dieses muss genau gekennzeichnet sein und darf etwa nur das rot-weißrote AMA-Gütesiegel tragen, wenn die Tiere in Österreich geboren, gemästet, geschlachtet und zerlegt wurden.

Bewusster Umgang mit wertvollen Produkten

Der Einkauf ist erledigt, das Festtagsfleisch eingekühlt und der Kühlschrank randvoll mit Köstlichkeiten. In der Weihnachtszeit wird gerne geschlemmt – und am Ende nicht alles aufgegessen. Etwa 133 kg an genießbaren Lebensmitteln wirft ein durchschnittlicher Haushalt in Österreich pro Jahr weg. Rund 11 Prozent davon sind Fleisch, Wurstwaren und Fisch. Bevor das übrige Raclette-Fleisch und Reste vom Festtagsbraten im Müll landen, sollte man deswegen einen Moment darüber nachdenken, appelliert Vereinsobmann Hannes Royer: „Macht euch wieder einmal bewusst, dass für euren Schweinsbraten ein Tier sein Leben lassen muss.“