Das Sport- und Modehaus Strolz in Lech am Arlberg hat beim Landesgericht Feldkirch (Vorarlberg) ein Sanierungsverfahren beantragt. Massive Umsatzeinbrüche durch die CoV-Krise werden als Grund genannt. Die Höhe der Schulden beträgt rund zwölf Millionen Euro.

Olivia Strolz © krone.at

Das berichtet der ORF Vorarlberg. Seit Jahrzehnten ist „der Strolz“ mitten in Lech das Nobelkaufhaus der Alpen in Österreich. Hochwertige Marken und bestens betuchte Kunden zeichnen für gewöhnlich ein Bild des Luxus auf fünf Etagen. Doch hinter den Kulissen ist schon lange nicht alles eitel Wonne.

Geschäftsführerin Olivia Strolz möchte den Betrieb fortführen und möglichst viele der 70 Arbeitsplätze erhalten. Seit dem ersten Lockdown im März 2020 habe es massive Umsatzeinbrüche gegeben und eine Besserung sei derzeit nicht in Sicht, begründet sie die Beantragung des Sanierungsverfahrens, das sie damit selbst einleitete.

In einem regulären Geschäftsjahr liege der Umsatz der Strolz GmbH bei rund 19 Millionen Euro, die Höhe der Überschuldung beträgt ersten Schätzungen und Angaben zufolge rund zwölf Millionen Euro.

Die knapp 70 Mitarbeiter sind bereits informiert worden, von der aktuellen Schließung sind rund 60 Mitarbeiter unmittelbar betroffen. Im optimalen Fall muss sich Strolz von den Mitarbeitern nur vorübergehend trennen. Diese sollten mit einer möglichen Wiedereröffnung Anfang 2021 nach dem dritten Lockdown und damit frühestens zum 18. Jänner wieder eingestellt werden.

Ziel von Olivia Strolz ist eine schrittweise Wiedereröffnung der Geschäfte. Das Stammhaus in Lech soll bereits während der bevorstehenden Weihnachtsfeiertage teilweise geöffnet werden. Weitere Filialen sollen dann Ende Jänner folgen. Die Strolz GmbH betreibt sieben Filialen in Lech, Zürs und Stuben. Wieweit das Szenario Wunschtraum bleibt oder Realität werden kann, werden die kommenden Wochen zeigen.

Das Hauptgeschäft von Strolz und Kollegen in so exponierten Tourismusorten entfällt auf die Wintersaison. 30 Prozent des Jahresumsatzes werden laut Strolz üblicherweise im Dezember erwirtschaftet. Die Hauptkunden kommen vor allem aus Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien. Im Schnitt gibt es in Lech rund 180.000 Nächtigungen über die Weihnachtsferien, berichtet ORF Vorarlberg.

In die Schlagzeilen geriet Olivia Strolz auch rund um die heftig umkämpfte Bürgermeisterwahl in Lech am Arlberg. Diese kostete nach heftigen Turbulenzen dem langjährigen Ortschef Ludwig Muxel das Amt. Sein Nachfolger Stefan Jochum, davor Gemeinderat und Standesbeamter, hat mit vielen Baustellen zu kämpfen, im wahrsten Sinne des Wortes. Die größte ist gleich jene des künftigen Gemeindezentrums, das als gewaltiger Bauklotz neben der Talstation der Seilbahn nach Oberlech entsteht.

Nicht nur sind Ausmaß und klotzige Gestaltung des Baus heftig umstritten, auch die Geheimniskrämerei des Altbürgermeisters und einiger Gemeindezampanos rund um die künftigen Mieter sorgte für viel böses Blut. Demnach soll der Komplex ein großes Einkaufszentrum beherbergen, für das angeblich exklusive Vermietungsgespräche mit René Benkos Signa-Holding geführt wurden. Benko möchte in Lech einen exklusiven Ableger seiner Luxus-Kaufhäuser KaDeWe etablieren.

Das wiederum bringt die ansässigen Händler in Rage. Auch Olivia Strolz kritisierte die Pläne scharf. René Benko ist in Lech kein Unbekannter und kein Unumstrittener: mit seinem Superluxus-Chalet N (N für Nathalie, seine Frau) in Oberlech hat er für Wirbel gesorgt, vor allem die Bewilligungsverfahren gerieten ins Kreuzfeuer der Kritik.