Reichenau/Rax: Hotel Knappenhof ist pleite

Weinreise

© Der Knappenhof GmbH

Ein Traditionshotel in den Wiener Alpen in Niederösterreich schlitterte in die Pleite: Der Knappenhof in Reichenau an der Rax wird nach der durch Corona zwangsverlängerten Winterpause nicht mehr wieder aufsperren. Die Eigentümerin der Betriebsgesellschaft Der Knappenhof GmbH, Dr. Brigitte Klenner-Kaindl, hatte schon davor angekündigt, dass sie die Saison 2020 abschreiben und in diesem Jahr nicht mehr öffnen wird.

Nun wurde von der Schuldnerin ein Konkursverfahren beantragt, dass das Landesgericht Wiener Neustadt auch eröffnete. Zum Masseverwalter wurde der Neunkirchner Rechtsanwalt Dr. Andreas Wippel bestellt. Vom Insolvenzverfahren sind 27 Gläubiger mit Gesamtforderungen von 928.000 Euro betroffen. Zuletzt wurden am Knappenhof noch zwei Dienstnehmer beschäftigt. Eine Unternehmensfortführung wird nicht angestrebt.

Der Lockdown im Zuge der Covid-19-Krise wird zwar von der Antragstellerin als Ursache des Konkurses angeführt, dürfte aber nur der sprichwörtlich letzte Tropfen ins volle Glas gewesen sein. Die Geschäfte am Knappenhof in prächtiger Aussichtslage am Fuße der Rax liefen schon in den vergangenen Jahren mehr als schleppend. Die Situation hatte sich 2018 zusätzlich verschärft durch den Abgang der vor allem in Wiener Medien gehypten Küchenchefin Heidi Neuländtner, einst Souschefin von Christian Petz und aktuell selbst Wirtin in der „Wirtschaft am Markt“ in Wien-Meidling.

"Trotz bereits vorhandener Probleme bei der Führung des Betriebes führt die Antragstellerin nunmehr schließlich ihre eingetretene Zahlungsunfähigkeit auf diese behördlichen Maßnahmen zurück", heißt es in einer Aussendung des Alpenländischen Kreditorenverbandes.

Das 4-Sterne Hotel mit Restaurant befindet sich im Eigentum der Haselsteiner Familien-Privatstiftung des Bauindustriellen Hans-Peter Haselsteiner, die von der Pleite nicht betroffen ist. Die schuldnerische Gesellschaft Der Knappenhof GmbH steht ihm Eigentum von Dr. Brigtte Klenner-Kaindl, hatte das Haus gemietet und seit 2004 betrieben. Was die Haselsteiner Familien-Privatstiftung künftig mit der in die Jahre gekommenen Immobilie plant, ist derzeit nicht bekannt.