Schweiz wirbt mit Kanzler Kurz, der ist nicht erfreut

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Eine Millionenkampagne des Schweiz Tourismus soll das Corona-Minus ausgleichen helfen und den Tourismus wieder in Schwung bringen. Für ein Sujet muss auch Österreichs Bundeskanzler herhalten, gänzlich unfreiwillig. Text: Wir brauchen keine Kurz-, sondern Weitsicht.

Die Coronakrise hat die gesamte Tourismusbranche auf globaler Ebene schwer getroffen. Die Verluste sind enorm, gehen in die Milliarden. Mit einer eben gestarteten Millionenkampagne ist Schweiz Tourismus in den Kampf um Gäste gezogen – mit einem interessanten Testimonial. Unter den angriffigen Sujets der Kampagne findet sich auch eines mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (33). „Wir brauchen keine Kurz-, sondern Weitsicht“, lautet die Headline des umstrittenen Sujets, das auch ein Foto von Kanzler Kurz zeigt.

Dieser wurde natürlich nicht um Erlaubnis gefragt, ist auch alles andere als erfreut. Kann aber de facto nichts dagegen machen. Kurz könnte zwar klagen, das würde die Aufmerksamkeit der Kampagne in aller Welt aber enorm beflügeln. Also werden sich Sebastian Kurz und sein Team wohl ärgern, aber zähneknirschend schweigen.

Schweiz-Tourismus-Direktor Martin Nydegger dazu: „Jeder vierte Tourismusbetrieb lebt in akuter Gefahr, das laufende Jahr nicht zu überleben. Darum wird nach der Devise "Zünden wir alle Raketen, die wir haben" mit der neuen Kampagne auf Teufel komm raus geworben.