So faszinierend die Welt des Barolo auch ist, das Gesetzeswerk daherinter kann schon manchmal Rätsel aufgeben. Vor allem die Vielzahl an Regularien macht den Durchblick alles andere als einfach. Hier die wichtigsten Parameter.

Produktionsregeln für Barolo DOCG:

Barolo DOCG – Denominazione di origine controllata e garantita – ist die höchste Qualitätsstufe auf der Pyramide der kontrollierten und geschützten Ursprungsbezeichnungen in Italien. Barolo darf nur aus Nebbiolo-Trauben gekeltert werden. Produktionsrichtlinien, Rebsorten und Anbaugebietsgrenzen sind in der DOCG streng geregelt. Anstelle der DOCG kann auch die gleichwertige Bezeichnung DOP (Denominazione di origine protetta) verwendet werden, was aber selten der Fall ist.

Anbaugebiet Barolo DOCG: 11 Gemeinden südlich der Stadt Alba

Fläche/Produktion: 1.800 ha/ca. 11 Millionen Flaschen p.a.

Traubensorte: 100% Nebbiolo

Höchstertrag: 8.000 kg Trauben/ha (mit MeGA und Nennung des Weinbergs 7.200 kg/ha)

Mindestalkohol: 13,0 % vol.

Vorgeschriebene Lagerzeit: 38 Monate (ab 1. November), davon 18 Monate im Holzfass (Riserva: 62 Monate, davon 18 Monate in Fässern aus Eichen- oder Kastanienholz)

Die komplexe Welt der Lagenbezeichnungen im Barolo:

MGA –Menzioni Geografiche Aggiunte: MGA, in der genauen Diktion Menzioni Geografiche Aggiunte (Ergänzende Geografische Angaben), zeichnen besonders qualitative Barolo-Lagen aus. Es gibt 181 offizielle Lagenbezeichnungen, die jeweils auf dem Etikett angeführt werden können, dies ist aber nicht zwingend vorgeschrieben.

Zusätzlich zur MGA-Lagennennung ist auch die Angabe der Subriede erlaubt: erkenntlich wird dies mit den Bezeichnungen „Vigna“ bzw. „Vigneto“ (Weinberg), z.B.: Barolo Bussia Vigneto Bofani.

MGA ist immer ein Lagenwein, ganz im Unterschied zu den traditionellen Ortsweinen, die Cuvées von mehreren Lagen sind (z.B. Barolo del Comune di la Morra), wie auch die zahlreichen Markennamen und Weine mit modischen Fantasiebezeichnungen. Die angesprochenen Lagencuvées sind per se nicht weniger qualitätsvoll und haben in der Langhe eine lange Tradition. Die besten Vertreter wie z.B. „Tre Tine“ von Giuseppe Rinaldi oder „Sperss“ von Gaja sind oftmals Cuvées von einzelnen MGA Crus, doch das darf auf dem Etikett so nicht bezeichnet werden. Die Barolo-Nomenklatur auf dem Flaschenetikett macht hinsichtlich überschaubarer Herkunftsbezeichnungen dem Weinbaugebiet Burgund wahrlich Konkurrenz.

MGA ist definitiv kein Cru-Klassifizierungssystem, so wie dies mit den mehrstufigen Bewertungsklassen wie z.B. im Burgund durch „1er Cru“- bzw. „Grand Cru“-Bezeichnungen der Fall ist. Auf diese Lagenklassifikation greifen auch deutsche Winzervereinigungen, etwa der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VdP) mit den Bezeichnungen „Erstes Gewächs“ oder „Großes Gewächs“ zurück, ebenso die Österreichischen Traditionsweingüter, wie auf dem Etikett mit „Erste Lage, 1ÖTW“ ersichtlich ist.

INFO: Hilfestellungen zur MGA-Lagenidentifizierung bieten die offiziellen Cru-Karten des Langhe-Konsortiums, die kostenfrei als PDF zur Verfügung stehen. Unentbehrlich für alle Barolo-Freaks ist die zweibändige „Barolo-Bibel“ von Alessandro Masnaghetti mit dem Titel
„BAROLO MGA vol. I“ und „BAROLO MGA vol. 2“.

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