Alexander Höftberger, Student der Fachhochschule Wiener Neustadt, entwickelte ein Rezept für ein alkoholisches Schmankerl: Der Brotginsky, ein Gin mit 15 verschiedenen Aromazutaten, wird aus Brot vom Vortag hergestellt.

Das schmeckt nicht nur, sondern ist auch besonders nachhaltig und liegt voll im Trend. Wacholder, Orangenschalen, rosa Pfeffer, Apfel und Zimt - 15 verschiedene Botanicals, also Kräuter, Samen, Rinden oder Früchte, finden sich im Gin, den Alexander Höftberger entwickelt hat. Er ist Student am Campus Wieselburg (im Mostviertel) der Fachhochschule Wiener Neustadt

Das Besondere daran: Das Getränk wird aus Brot hergestellt, das sonst weggeworfen werden würde. Der Student nutzte für seine Arbeit das Labor des Campus Wieselburg, wo er Lebensmittelproduktentwicklung & Ressourcenmanagement studiert. Studierende wie er lernen hier unter anderem, wie Spirituosen, Bier, Leberkäse oder auch Joghurt hergestellt werden. Dabei wird stets der Aspekt der Nachhaltigkeit betont - so kam Höftberger die Idee zum Brotginsky.

Jedes 5. Brot landet im Müll

„In Österreich landet durchschnittlich jedes fünfte Brot im Müll. Doch für den Mistkübel ist unser Brot eindeutig zu schade“, sagt Moritz Aschauer, der eine Bäckerei in Pabneukirchen in Oberösterreich betreibt und den Gin herstellt und verkauft. Die beiden kennen sich vom Studium, denn Aschauer studiert Produktmarketing & Projektmanagement am Campus Wieselburg. Aschauer hatte die Geschäftsidee und rief hochBROTzentig ins Leben. Die Vorteile liegen auf der Hand - einerseits werden noch verwendbare Lebensmittel nicht verschwendet, andererseits macht das Unternehmen mit dem neuen Produkt sogar Gewinn.

Netzwerk am Campus

Es ist eine perfekte Symbiose: Basis für den Gin bildet das getrocknete und zerkleinerte Altbrot der Bäckerei Aschauer. Höftberger bringt sein Fachwissen in der Produktentwicklung ein. Die Bio-Destillerie Farthofer (Besitzer Josef Farthofer hat früher am Campus gearbeitet) maischt das Brot ein und destilliert es zu köstlichem Gin. Im Handel kostet der Brotginsky 34,90 für die Halbliter-Flasche.

„Damit ist es uns möglich, beinahe das gesamte unverkaufte Brot weiter zu verarbeiten“, sagt Aschauer, der das Projekt leitet und durch sein wirtschaftliches Know-how ermöglicht. Für das Design der Etiketten auf den Flaschen zeichnet Designer Jürgen Undeutsch verantwortlich; ebenfalls Mitarbeiter der Fachhochschule. „Am Campus Wieselburg arbeiten wir interdisziplinär. Ich kenne viele Studierende aus anderen Studiengängen und so kommen solche Projekte zustande“, sagt Erfinder Alexander Höftberger.

Beim Gin war für das Team rund um Geschäftsführer Aschauer aber noch lange nicht Schluss. Neben Brotginsky finden sich auch „Brotka“, ein 50-fach destillierter, milder Wodka und „Brotuzo“, ein Ouzo mit eher würzigem Geschmack im Angebot.

© hochbrotzentig.at
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