Im ersten Halbjahr 2020 ist der chinesische Weinmarkt um ein Drittel eingebrochen; sowohl vom Volumen wie auch vom Wert her gesehen. Im Sommer sind zaghafte Anzeichen einer Erholung sichtbar.

Jetzt wird wegen der 2. beziehungsweise in China 3. Welle der Covid-Pandemie gezittert, die die zarten Pflänzchen der Erholung der Märkte wieder zunichte machen könnte.

160 Millionen Liter Flaschenwein wurden von Jänner bis Juni nach China importiert. Der Wert beläuft sich auf etwa 753 Mio. US-Dollar (633 Mio. Euro). Die Einbrüche begannen bald nach Chinesisch-Neujahr im Februar und erreichten ihren Höhepunkt im April und Mai mit Rückgängen um mehr als die Hälfte.

Im Sommer ist es generell ruhiger mit Importgeschäften in China wegen der Ferienzeit. Dazu kommen die anhaltenden Unruhen in Hong Kong, der Importdrehscheibe auch für Festlandchina. Erstmals seit langem kamen im 1. Halbjahr 2020 die meisten importierten Weine nicht aus Frankreich, sondern aus Australien. Die Zahlen stammen von der China’s Association for Imports and Export of Wine Spirits (CAWS).

Besonderer Ausreißer sind die Importe von Wein aus Argentinien: Diese stiegen im Vergleichszeitraum um satte 654% in der Menge. Im Wert aber nur um 20,6%. Der Grund liegt im völligen Preisverfall: Die Durchschnittspreise für argentinische Weine fielen um 84% auf Dollarbasis. Die Ursache liegt dabei nicht nur im Verschleudern von Billigwein, sondern im völligen Verfall der argentinischen Währung gegenüber dem Dollar und Euro angesichts der wieder einmal drohenden Staatspleite des südamerikanischen Landes. Es wäre die dritte Staatspleite in weniger als 20 Jahren.