Rebsorte Marselan vor Durchbruch in China

Rebsorte Marselan vor Durchbruch in China

Eine wenig bekannte französische Rebsorte ist drauf und dran, den Weinbau in China zu revolutionieren. Marselan nennt sich die Rebsorte, der ein durchschlagender Erfolg im Reich der Mitte vorhergesagt wird. Zumindest sehen das einige Experten so, darunter der führende Wissenschaftler Professor Li Demei. Derzeit ist Cabernet Sauvignon die dominante Rotweinsorte in den wachsenden und stark expansiven Weinbaugebieten Chinas, etwa in Ningxia.

Mit Marselan-Trauben möchten chinesische Produzenten auch auf eine stärkere Identität des nationalen Weinbaus setzen. Marselan wurde erstmals 1961 gezogen und ist eine Kreuzung aus Cabernet Sauvignon- und Grenache-Reben. Professor Li Demei setzt auf die Vielseitigkeit und Robustheit dieser Rebsorte bei künftigen Auspflanzungen in China.

Geschmacklich weisen Marselan-Weine durchaus viele Komponenten des Cabernet Sauvignon auf: die dunkelviolette Farbe, eine frische und Aroma betonte Nase, reife Fruchtnoten und die Kräuterwürzigkeit. Zwischen 150 und 200 Hektar sind derzeit in China mit Marselan bepflanzt. Nur Frankreich hat weltweit mehr Fläche von dieser Rebsorte im Ertrag. Zahlreiche Weinbaubetriebe experimentieren mit der Sorte oder haben bereits ausgepflanzt. So auch Domaines Barons de Rothschild, Stammhaus von Lafite-Rothschild, in deren Weinbergen in der Shandong-Provinz.

Aber die Marselan-Rebe hat bereits einen Rivalen: Cabernet Gernischt. Ähnlich der alten Bordeaux-Rebsorte Carmenere, die derzeit hauptsächlich in Chile ausgepflanzt ist. Changyu, Chinas ältester Weinproduzent mit langer Tradition, setzt seit langem auf Cabernet Gernischt und füllte den ersten Rotweine dieser Sorte bereits im Jahr 1937. Üppige Frucht, gute Struktur und eine Nase mit Aromen vom grünen Pfeffer stehen für den Cabernet Gernischt, der als ausgezeichneter Speisenbegleiter in der chinesischen Küche einen Fixplatz erobert hat.

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