WeinArt trauert um Carlo Wolf, 1949-2017

WeinArt trauert um Carlo Wolf, 1949-2017

WeinArt trauert um Carlo Wolf, 1949-2017



Ein ganz Großer und Pionier der Wein- und Gourmetszene ist nicht mehr: WeinArt in Steinbach am Attersee trauert um seinen Gründer und Mastermind Carlo Wolf, der einen jahrelangen Kampf gegen den Krebs verlor. Carlo Wolf war unter anderem Gründer von Rungis Express, WeinWolf, WeinArt und LandArt. Seinem Wunsch entsprechend verzichtet die Familie auf eine große Trauerfeier, Freunde nahmen heute, Montag (24. April), nachmittags stillen Abschied von Carlo Wolf in Steinbach am Attersee. Er hinterlässt vier erwachsene Kinder.

Carlo Wolf war stets ein leidenschaftlicher Verfechter des perfekten Grundprodukts, in der Gastronomie ebenso wie beim Wein, dem seine große Liebe gehörte. Am 8. Oktober 1949 im deutschen Bad Honnef geboren, absolvierte Wolf die Hotelfachschule Bad Reichenhall in Bayern und danach diverse Stationen in der Gastronomie im In- und Ausland. Rasch entdeckte er seine Leidenschaft für französische Weine, die ihn sein Leben lang nicht mehr los ließ.

1975 bis 1980 führte Wolf das Restaurant Chez Loup in der damaligen deutschen Bundeshauptstadt Bonn und eroberte einen Michelin-Stern. Als Qualitätsfanatiker und Frischepionier suchte er nach einer Lösung für die Spitzengastronomen in Binnenländern, um täglich zu frischester und bester Ware zu kommen, vor allem aus dem Meer. 1978 fiel die Initialzündung zur Gründung des Rungis-Express. Einem Lieferservice, das tagesaktuell beste Ware vom Pariser Feinkost- und Fischmarkt Rungis nach Deutschland, später nach Mitteleuropa, brachte. Mit dem Rungis-Express revolutionierte Carlo Wolf die Speisekarten und Küchen der besten Köche und Restaurants. Plötzlich war Ware tagesfrisch verfügbar, von denen selbst die besten Chefs in Deutschland und Österreich zuvor nur träumen konnten.

Der Rungis-Express war derart erfolgreich, dass Carlo Wolf das Unternehmen 1986 um viel Geld verkaufte und sich neuen Investments zuwandte. WeinWolf Deutschland wurde ebenso gegründet wie der Pommery-Vertrieb in Deutschland. Es folgten Grand Cru und WeinArt in Deutschland, danach die Pendants in Österreich rund um den neuen Stammsitz von LandArt in Steinbach am Attersee.

Carlo Wolf war stets ein Visionär, aber auch ein Händler. So verkaufte er seine Firmen oft genauso schnell wie er diese gründete. In Deutschland trennte er sich bereits vor Jahren von seinen Geschäften und konzentrierte sich in Österreich auf LandArt und WeinArt, die seit rund zehn Jahren von seiner Tochter Katharina Wolf geführt werden, mit der Carlo bis zuletzt eine innige, familiäre Beziehung pflegte. Katharina übernimmt demnach auch das Erbe, tritt bereits seit Jahren erfolgreich in die Fußstapfen des Vaters, hat auch seine Leidenschaft für Wein und Genuss geerbt.

Sein Fokus auf Österreich erlaubte Carlo Wolf den Aufbau des 3-Hauben-Restaurants Tanglberg in Vorchdorf (Oberösterreich), fast direkt an der Westautobahn A1. Das Restaurant wird seit langem von Wolfs früheren Geschäftspartnern geführt. Danach widmete sich der ewige Pionier von 2002 bis 2005 der Restrukturierung und dem Aufbau von Schloss Halbturn im burgenländischen Seewinkel. Vor allem das rund 50 Hektar große Weingut erfuhr eine spektakuläre Neupositionierung und startete damals den bis heute andauernden Aufstieg zum internationalen Spitzenweingut.

Katharina Wolf schreibt auf der Homepage von WeinArt unter anderem: „WeinArt ist die Gründung meines Vaters Carlo Wolf, Verfechter des perfekten Grundprodukts und stets leidenschaftlich veranlagt. Und so trank er sich durch die große, meist französische Weinwelt, ohne die wichtigsten deutschen Winzer an Mosel, Saar oder Rhein auszulassen und dabei auf die Champagne zu vergessen.

Seine Lebensart verschaffte mir mein heutiges Wissen, denn ich durfte schon früh partizipieren, bin quasi mit der Flasche groß geworden. Mein fröhlicher und geselliger Vater wollte sein Wissen immer teilen, wollte missionieren, wollte hinausrufen, wer die besten Weine der Welt macht, welche die besten Winzer der Welt sind. So war er nicht nur Verkünder, sondern immer auch Weinhändler. So wurde ich Weinhändlerin. Es war die logische Konsequenz, eine Familiensache.
Winzer sind Künstler. Schon alleine weil sie einem manchmal unberechenbaren Klima, einem oft störrischen Boden oder einer sensiblen Traubensorte wohlschmeckende und beglückende Säfte abringen. Der Winzer ist Künstler. Der Weinhändler der Galerist.“

www.weinart.at
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