Portrait St. Pölten: Die Genuss-Hauptstadt

Portrait St. Pölten: Die Genuss-Hauptstadt

Portrait St. Pölten: Die Genuss-Hauptstadt

Kulturhauptstadt 2024 wird die niederösterreichsche Landeshauptstadt St. Pölten wahrscheinlich werden. Die Chancen stehen gut, wenn im November die finale Entscheidung ansteht. Genuss-Hauptstadt ist St. Pölten längst. Mit einem kleinen, feinen Weinbaugebiet vor den Toren, am Weg zur Donau: dem Traisental. In den vergangenen zehn, 15 Jahren hat sich auch das gastronomische Gesicht der einstigen Eisenbahnerstadt, die mittlerweile zur BoomTown avancierte, dramatisch geändert. Hand in Hand mit dem architektonischen Antlitz und dem kulturellen Steilflug.

Vor 30 Jahren begann der Autodidakt Robert Langeneder in der Innenstadt mit seiner „Galerie“. Einer der ersten Stammgäste: der Möbelmanager und nachmalige Finanzminister Hansjörg Schelling. Über zwei Dekaden musste Langeneder warten, bis er und die Stadt die erste Haube erkochen konnten. Heute ist die Galerie Geschichte, der Patron in Pension. Ambitionierte Pläne harren in der Fuhrmannsgasse 1 der Realisierung, 2020 soll es soweit sein. Bekannte Namen stehen dahinter.

Topwirt des Jahres - Ein St. Pöltner Urgestein ist die Gaststätte Figl im östlichen Stadtteil Ratzersdorf. Ein urig-gemütliches Gasthaus, das die verfeinerte Wirtshausküche in die Tat umsetzte, Weinkultur inklusive. Der Figl ist längst in anderen Händen, in jenen der umtriebigen Unternehmerin Ulrike Mesner nämlich. Name und Herz sind aber gleich geblieben, mehr noch: haben stark expandiert, nicht zuletzt wegen des kompetenten Gastgebers Matthias Strunz. Der Lohn der Mühe: der begehrte Titel „Topwirt des Jahres“ (2018) der NÖ Wirthauskutur. Gault&Millau setzte dem noch eine Haube drauf. Der Figl ist sowas wie der Heimathafen der St. Pöltner Gastlichkeit geworden und das Flaggschiff.

Ein Revival erlebt seit einiger Zeit der sehr traditionelle Gasthof Winkler am Mühlweg. Seit Generationen im Familienbesitz, wird heute die Tradition der österreichischen Küche hochgehalten, ein Preis-Wert-Tipp übrigens.

Szene-Turbo - Ein Glück, dass der Hauptstadt mit Matthias Stadler ein Bürgermeister vorsteht, der von Kulinarik und Vinophilie viel versteht, den richtigen Mix aus Bodenständigkeit und Ambition getroffen hat. Das sorgt für den nötigen Auftrieb, den die Szene in so einer Stadt einfach braucht.

Rund um den Herrenplatz hat sich schon vor etlichen Jahren reges Gastroleben entwickelt. Ein bunter Mix von rund zehn Lokalen lockt da, nicht nur im Sommer. Ankerplatz ist das Cafè Schubert, eigentlich ein klassisches Cafè-Restaurant, durchgängig bespielt vom Frühstück bis zur schönen Flasche Wein spätabends. Rundherum Bars, Ethnolokale, das Vino und die „Osteria“, eine kleine Trattoria in versierter Hand von Erich Stierschneider, der vor langer Zeit schon dem längst verblichenen Wachauer Florianihof die Haube erkochte.

Der Rathausplatz ist das ganze Jahr über ein Angelpunkt des städtischen Lebens. Viel Gastronomie gibt es rundherum, wobei die Zeit die Spreu vom Weizen trennte. Neue Trendlocation: das „Schauspiel“, ein gelungener Mix aus Cafè, Restaurant, Bar, Schanigarten. Wer meint, sowas schon mal gesehen zu haben, in Krems nämlich, hat gewonnen: das „Schauspiel“ ist das Schwesterlokal das „Wellenspiel“ an der Donau und hat denselben Besitzer: Otto Raimitz.

Der Rathausplatz, vor Weihnachten zuletzt auch Schauplatz des spektakulär erfolgreichen Ö3 Weihnachtswunders, bietet zudem viel kulinarische Abwechslung. Der Italiener La Dolce Vita etwa oder der Grieche Rhodos, das Cafe Roma und das „S’Zimmer“.
Ganz in der Nähe, an der Promenade, hat sich Gastro-Turbo Leo Graf sein Refugium geschaffen. Das Stadthotel Graf verfügt nicht nur über 35 moderne Zimmer, sondern auch über ein unpräteniöses, kompetentes Restaurant mit regionaler Weinkultur.

Diese wird auch im Gasthof Böck „Roter Hahn“ im Süden der Stadt hochgehalten. Der Böck ist mittags wie abends Anlaufstelle für das Tagesmenü ebenso wie für die wirklich gute Flasche Wein. Sogar eigene „Winzertage“ gibt es hier bei Familie Widgruber, dazu 55 Betten.

Bier- & Marktstadt - Eines sei noch gesagt: St. Pölten ist auch eine Bierstadt, immerhin seit über 40 Jahren Heimat der Egger Privatbrauerei, einer der größten Österreichs und sehr erfolgreich. Die vielfach prämierten Egger-Biere sind so etwas wie der rote Faden durch die Gastronomie der Stadt.

Ein Streifzug durch den Wochenmarkt am Domplatz ist speziell samstags ein kulinarisches Erlebnis der besonderen Art. Eine derartige Vielfalt an feinen Alimentari, kalten und warmen Schmankerln, Feinkost, Brote, bäuerlichen Fleischwaren, Obst und Gemüse sowie Craft-Bieren aus der Region kann der Wiener Naschmarkt kaum überbieten.

Dazu kommen Ab-Hof-Produzenten, zahlreiche biologische und sogar vegane Angebote. Selbst die wunderbaren apulischen Bio-Zitronen, so groß wie ein halber Fussball, sind saisonal hier zu finden. Nicht verwunderlich, wurde der St. Pöltner Wochenmarkt gerade eben zum besten Markt Österreichs gewählt!


Die gesamten Wein- und Genussreise-Reportagen lesen Sie im Vinaria-Spezial „Traisental“, das der Ausgabe 2/19 beiliegt. Zahlreiche weitere Infos, Tipps und Angebote sowie kostenlose Bestellungen der Beilage bei:

Tourismusinfo St. Pölten 
www.stpoeltentourismus.at

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