Mayer am Pfarrplatz: "Riesling United 2019"

Mayer am Pfarrplatz: "Riesling United 2019"

Mayer am Pfarrplatz: "Riesling United 2019"

Der Riesling gilt in vielen Weinbereichen und –regionen als die Königsklasse bei den Weißweinen. Und wie es sich für Majestäten geziemt, ist die Weißwein-Diva anspruchsvoll und passt nicht überall hin. „Der Riesling ist dünnschalig, kleinbeerig und empfindlich, was Botrytis betrifft – und Riesling ist spätreifend,“ sagt Gerhard J. Lobner, Geschäftsführer vom Wiener Weingut Mayer am Pfarrplatz und dem Weingut Rotes Haus, beides im Besitz von Winzer und Investor Hans Schmid.

Um die Eleganz und die Vielschichtigkeit des Rieslings zu zeigen, wurde „Riesling United" erfunden, eine hochkarätige Degustation, die alle zwei Jahre stattfindet und vom Wiener Weingut Mayer am Pfarrplatz veranstaltet wird. Wo mit fünf weiteren renommierten Riesling-Produzenten das ganze Spektrum der Königsklasse aufgezeigt werden soll. Diesmal lud Mayer am Pfarrplatz zu diesem exklusiven Tasting die Weingüter Alzinger (Wachau), Jurtschitsch (Langenlois) sowie aus Deutschland Gunderloch (Rheinhessen), Christmann (Rheinland-Pfalz)und Nik Weis - St. Urbans-Hof (Mosel). Alle Weingüter kommentierten ihre Weine persönlich, gewährten dabei interessante Einblicke in Weingüter, Familien, Lagen, Terroirs und Jahrgänge: Leo Alzinger, Alwin Jurtschitsch, Sophie Christmann, Nik Weis und Johannes Hasselbach (Gunderloch) sowie Paul Kiefer (Mayer am Pfarrplatz).

Im historischen Keller des Pfarrwirts in Wien-Döbling stieg vor wenigen Tagen "Riesling United 2019", die insgesamt dritte Auflage des Tastings. Verkostet wurde in fünf Flights zu je sechs Weinen, einer von jedem der beteiligten Weingüter. Von leicht, jung und trocken über gehaltvoll, kräftig bis süß, TBA inklusive. Der Pfarrwirt servierte dazu fünf Gänge, die den Riesling hofierten.

Vinaria Verkostungs-Doyen Viktor Siegl hat seine Eindrücke kurz zusammen gefasst. Vorweg: Die eher einfachen Einstiegsweine aus 2018 haben die Problematik dieses Jahrganes aufgezeigt, in Österreich wie in Deutschland. Am besten gefielen dabei im Moment Alzinger und Gunderloch.

Mayer am Pfarrplatz (Wien): Exzellent und ganz verschieden die beiden aktuellen Top-Rieslinge 2017 Preussen und 2016 Marmor.

Alzinger (Wachau): Sehr gutes, schönes Federspiel 2018 und sehr solide Steinertal Smaragde. Leo Alzinger präferiert den 2016er, Vinaria den 2017er. Sehr schön auch ein jung gebliebener 2012er Loibenberg.

Jurtschitsch (Langenlois): Manche leider etwas "brav", fast indifferent; sehr schön der 2013er Heiligenstein Alten Reben, eine Erste Lage ÖTW.

Nik Weis (Mosel): Sehr ungewöhnliche Serie für die Herkünfte Mosel und Saar, alle Weine offenbar mit Säureabbau, dadurch oft seltsam weich und fruchtarm. Einsames Highlight war freilich die tolle TBA, klar der beste Süsswein des Tastings.

Christmann (Pfalz): Recht unterschiedliche Eindrücke, ganz elegant und fruchttief die beiden jungen Topweine Kapellenberg und vor allem Idig 2016 - der beste trockene Riesling der Veranstaltung. Der 2017er ist übrigens genauso gut und noch im Verkauf, weniger beeindruckend die beiden gereiften Gewächse.

Gunderloch (Rheinhessen): Ganz klar die beste Serie des Abends, eigentlich keine Schwachpunkte, wunderbar schon der günstige Ortswein Nackenheim um 16 Euro, ausgezeichnet die beiden Pettenthal. Das Reifepotenzial ist generell groß, auch der Dessertwein aus 2008 gefiel hervorragend!

www.weingut-mayer-am.pfarrplatz.at

Viktor Siegl, Erwin Goldfuss
Zurück