Neuer Spitzen-Riesling aus dem Spitzer Graben

Neuer Spitzen-Riesling aus dem Spitzer Graben

Neuer Spitzen-Riesling aus dem Spitzer Graben

Einen Terroir-typischen Wachauer Top-Riesling von internationalem Format. Mit diesem Ziel sind der Spitzer Winzer Franz-Josef Gritsch und der Wiener Unternehmer Robert Wutzl mit dem Projekt Kalkofen angetreten. Der Name entstammt der Lage im Spitzer Graben, dem kühlsten Teil der Wachau.

Biegt man von Spitz an der Donau in den sogenannten Spitzer Graben hinauf, merkt man, dass manches anders ist als unten an der Donau: das Tal wird enger, die Weinberge sind ein paar Terrassen höher und die Kühle des Waldviertels ist vor allem abends spürbar intensiver.

Dort, rechter Hand und schon in der Ortschaft Vießling, liegt der Kalkofen – eine besonders exponierte Lage zwischen der Spitzer Biern und der Vießlinger Ried Schön. Viele Jahre fand der Kalkofen, der mit 4,7 Hektar zu den kleineren Wachauer Rieden zählt, wenig Beachtung. Nur eine Handvoll Winzer bewirtschaften die steile, karge Terrassenlage.

Einer von ihnen ist der Spitzer Top-Winzer Franz-Josef Gritsch. Aber erst kurz. Doch das Potenzial dieser außergewöhnlichen Lage hat Gritsch schon lange erkannt. Denn ein kleiner Traubenlieferant aus dem Spitzer Graben, der Weinbau nur im Nebenerwerb nachging, brachte ihm Jahr für Jahr verlässlich Top-Riesling-Trauben vom Kalkofen – aus einer Anlage mit rund 40 Jahre alten, vitalen Rieslingstöcken.

Partnerschaft - Das weckte die Neugier und auch den Ehrgeiz von Franz-Josef Gritsch und seinem Wein-Partner Robert Wutzl – mit dem Gritsch zusammen am Atzberg einen besonderen Grünen Veltliner macht –, auch vom Kalkofen einen einzigartigen Riesling zu schaffen.

Das war vor nunmehr sechs Jahren. Zwei Jahre hat es gedauert, bis die beiden das Kalkofen-Projekt in die Tat umsetzen konnten. In Summe kaufte Robert Wutzl rund zwei Hektar zusammenhängendes Rebland – davon sind etwa 1,5 Hektar reine Weingarten-Fläche. Der Rest sind Zufahrtswege und Buschland.

Dabei denken Wutzl und Gritsch weit über den Wachauer Tellerrand hinaus: Ziel ist nicht nur, mit dem Kalkofen einen der besten Rieslinge Österreichs zu machen, „sondern Messlatte sind besonders die besten deutschen Rieslinge mit ihrem tollen Süße-Säure-Spiel. Diese Stilistik mit dem Terroir des Kalkofens abzubilden ist unser Bestreben.“ Daher habe man sich auch für Neupflanzungen bei den Riesling-Klonen in Deutschland umgeschaut, welche Selektionen sich als besonders geeignet darstellten.

Der erste Kalkofen-Jahrgang war 2015 – mit überschaubarer Flaschenanzahl. Denn anfangs stand ja nur der gekaufte alte Weingarten des früheren Traubenlieferanten zur Verfügung. Die übrigen neuen Flächen wurden über die vergangenen Jahre aufgearbeitet.

Vielschichtig - Das Besondere am Kalkofen sieht Winzer Franz-Josef Gritsch in der klimatischen Unterschiedlichkeit zu seinen anderen Spitzer Top-Riesling- und -Veltliner-Lagen, wie dem 1000-Eimer-Berg, dem Singerriedel, dem Setzberg und dem Atzberg. „Am Kalkofen bist du von der Reife her eine Woche später dran.“

Von 275 Meter Seehöhe zieht sich der Kalkofen auf rund 400 Meter rauf und hat dabei eine Hangneigung von bis zu 75 Prozent. Die von Wutzl und Gritsch bewirtschafteten Flächen sind im oberen Bereich und reichen bis zur Waldgrenze.

Vom Bodenprofil her ist am oberen Rücken eisenhaltiger Verwitterungsgneis. Und wo sich der Weinberg von Süd nach Südost hinüberdreht, ist „kalkhaltiger Marmorsilikat. Diese im Boden befindlichen Kalkadern machen auch aus dem Kalkofen so einen straffen, puristischen Riesling mit einer dunklen, vielschichtigen Würze.

Für die Würze sind vor allem die kühlen Winde vom nahen, fast 1000 Meter hohen Jauerling verantwortlich. Aber generell herrscht im Spitzer Graben ein Sog aus dem Norden, wodurch die Trauben nicht nur abends schnell abkühlen, sondern auch bei Regen sorgt der verlässliche Wind dafür, dass die Trauben schnell abtrocknen. Sollte dennoch
Botrytis auftreten, wird diese bei der Ernte schon am Stock ausgelesen.

Gritsch baut den Kalkofen sowohl im großen Holzfass, im Betonei und im Stahltank aus – um auszuprobieren, aber auch, um dem Wein verschiedene Facetten zu geben. „Nur eines allein ist nicht so optimal“, sagt Gritsch. Und Wutzl ergänzt: „Wir wollen mit dem Kalkofen ganz bewusst einen Wein machen, der anders ist.“ Dann werden die verschiedenen Chargen gekostet und im großen Holz so zusammengezogen, „wie wir uns das vorstellen“. Im April/Mai nach der Ernte kommt der Kalkofen-Riesling als Smaragdwein auf die Flasche und schließlich auf den Markt.

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Hans Pleininger

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