D: Versuche mit Drohnen im Weingarten

D: Versuche mit Drohnen im Weingarten

D: Versuche mit Drohnen im Weingarten

Drohnen versprechen erhebliche Vorteile beim Pflanzenschutz in den Steillagen der Weinanbaugebiete. In Deutschland laufen schon das ganze Jahr über Versuche mit Drohnen im Weingarten. Etwa an der Mosel oder am Neckar. Mit den ferngesteuerten Fluggeräten kann Pilzbefall im Weinberg frühzeitig und punktgenau erkannt werden. Dazu kann der Einsatz von Pflanzenschutzmittel effizienter gesteuert und dadurch teils stark reduziert werden.  

Zurzeit laufen besonders Versuche zur Wirksamkeit des Rebschutzes mit Hilfe von Drohnen. Dabei sollen optimale Flugrichtung und Flughöhe sowie der notwendige Aufwand von in Wasser gelösten Pflanzenschutzmitteln ermittelt werden. Für die Steillagen an der Mosel hat der Experte Matthias Porten vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Bernkastel-Kues schon erste Erkenntnisse: „Die kleinen Drohnen passt besser als der bisher oft verwendete Hubschrauber zu den kleinteiligen Strukturen im Weinbau. Die Drohne hat auch klare Vorteile hinsichtlich der Lärmentwicklung und der Sicherheit.“

Rheinland-Pfalz ist zwar das Bundesland mit der größten Weinanbaufläche in Deutschland. Bei den Steillagen ist aber Baden-Württemberg mit rund 7000 Hektar an der Spitze. Danach folgen Rheinland-Pfalz (5200 ha), Bayern mit dem Anbaugebiet Franken (900 ha), Hessen (800 ha), Sachsen-Anhalt (115 ha) und Sachsen (77 ha). Insgesamt sind nach Angaben des Bundes etwa 15 Prozent der Anbauflächen als Steillagen eingestuft.

Peronospora (Falscher Mehltau), Botrytis (Grauschimmelfäule) und Oidium (Echter Mehltau) sind die größten Feinde der Winzer. Damit im Herbst gesunde Trauben gelesen werden können, werden die Reben im konventionellen Weinbau mehrmals mit Pflanzenschutzmitteln eingesprüht. Deutlich weniger Pflanzenschutz brauchen neue pilzwiderstandsfähige Rebsorten, kurz Piwi-Rebsorten genannt. Diese sind aber nur spärlich ausgepflanzt und kaum im Ertrag.

In extremen Steillagen brauchen die Winzer nach wie vor Hubschrauber für effektiven Pflanzenschutz. In weniger steilen Lagen werden auch mit Seilwinden gezogene Raupen eingesetzt. „Die ersten zwei bis drei Spritzungen sind sicher mit Drohnen machbar“, sagt ein Mosel-Winzer. Bei stärkerer Belaubung fragt er sich aber, ob die Drohne genügend Druck unter den Rotoren entwickle, um den Wirkstoff effizient auszubringen. Bei Preisen ab 15 000 Euro je Drohne ist der Einsatz für Betriebe mit Steillagen ab sechs Hektar sinnvoll.

Quelle: Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR), www.dlr.rlp.de 

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