Die bestern Brenner und Schnäpse des Jahres!

Die bestern Brenner und Schnäpse des Jahres!

Die bestern Brenner und Schnäpse: Da geht die Post ab!

Große Vinaria Verkostung der besten Destillate: Vene Maier über die besten Brennereien und die Top-Schnäpse des Jahres, verkostet mit Sommelier Hermann Botolen.

Wie man so sagt auf international: OverÖsterreich rules! Hier geht in Sachen Edelschnaps grad die Post ab, fast so wie es schon mal war, als sich das oberösterreichische Schnapsforum gebildet hatte. Zwei der Mitbegründer waren die Väter, ein anderer der Schwiegervater der neuen Generation von Schnapsbrennern, deren Produkte heute vielleicht strahlender glänzen als jene der Vorgänger. Die Namen lauten: Parzmair, Schosser, Wurm&Wurm.

Ferdinand Parzmair ist der Schnapswelt seit gut dreißig Jahren bekannt, in Schwanenstadt stand und steht die Brennerei, die es heuer unter der Federführung von Franz Ratzinger zum Titel „Brennerei des Jahres 2019“ geschafft hat. Was Parzmair angefangen hat, führt Franz Ratzinger sehr konsequent und präzise weiter. Ratzinger ist der Ehemann von Parzmairs Tochter Karin, gemeinsam sind beide seit 2011 verantwortlich für Entwicklung und Ausbau des „Humerguts“ in Schwanenstadt.

Neu im Portfolio von Parzmair/Ratzinger ist die Serie „REVOLUTION“. English spoken. Natural pure. Unfiltered. „Wir verzichten dabei auf alle erlaubten Hilfsstoffe wie Hefe, Enzyme oder Ansäuerung. Destilliert wird nach etwa zwei Drittel der Gärzeit, dadurch verlieren wir zwar rund ein Drittel der möglichen Ausbeute. Herabgesetzt wird das mit reinem Urgesteinswasser, ganz langsam und ohne Filtration. Wir verlieren zwar etwas an Glanz, aber gewinnen an Fülle und Schmelz. Zum Beispiel unsere Williamsbirne: unglaublicher Schmelz und famose Dichte, das Aroma bringt man fast nicht mehr weg, das steht und steht am Gaumen. Saftig, extrem“, schwärmt Franz Ratzinger.

Die Wurm-Schwestern wiederum sind die Töchter von Christa und Franz Wurm, die Aufsteiger des Jahres 2019. Aber was heißt hier Aufsteiger? Irene und Barbara sind echte Rookies, jung, wild, naturverbunden und sanft wie Rehe, dabei voller Ideen und zielgerichteter Aktivitäten. Hier, im alten Gustergut in St. Florian, steht die Marke „Österreichischer Edelbrand“, vulgo Schnaps, auf sehr kräftigen, schönen und jungen Beinen. „Alles rund ums Obst“ heißt die Devise der Schwestern, die sich seit wenigen Jahren auch um den lang verschütteten Weinbau im Donautal kümmern.

„Schnaps ist noch immer die Königsdisziplin bei uns. Wir schauen darauf, nur die absolute Topqualität zu verarbeiten. Marillen stammen aus der Wachau, Wildfrüchte werden zugekauft, ansonsten haben wir alles aus eigener Ernte. Das verbürgt perfekte Reife und die volle Aromatik, also genau das, was wir wollen“, machen die Wurm-Sisters keine Kompromisse.

Martin Schosser wiederum, Sohn der OÖ-Schnapslegende Max Schosser, ist der Ruhige und Beständige und mit der neuen Brennerei im Zentrum von Ried auch der Schnaps-Platzhirsch vom Traunkreis, von Ried bis Ohlsdorf, von Grünau übers wunderbare Almtal und von Kirchdorf bis Hinterstoder und Nationalpark Kalkalpen. Martin Schosser hat mit der Serie „Max Reserve“ seinem Vater ein wunderbares Denkmal gesetzt. Mit der 21 jährigen Brombeere hat er sowohl den Schnaps des Jahres abgefüllt wie auch mit der Marille im Akazienfass gleich noch einen Kategoriesieg bei den fassgelagerten Obstbränden eingefahren.

Alte Brände, die Max Schosser hinterlassen hat: Die Raritätenlinie heißt „Max Reserve“ und umfasst acht reinsortige Jahrgangsbrände aus den Jahren 1995 bis 1998. Diese Reserve-Linie, so Martin Schosser, ist noch ausbaufähig.

Großes im Glas auch bei Waltraud Jöbst aus der Steiermark: Ein Name mit großem Nachhall in der Kathedrale des Edelbrands. Ihr gebührt der Platz auf dem diesjährigen Best-of-Schnaps-Stockerl wie jener für Lindsay Vonn in der Skiwelt. Liquidus Aurum, flüssiges Gold von der großen Dame der österreichischen Schnaps-Szene: Großartiger, gereifter Zwetschkenschnaps, man kann den „Aurum Grand Dame“ ohne weiteres als einen der Besten der Welt bezeichnen, begleitet vom fassgelagerten Schilcher-Trester, einem wunderbar balancierten Golf Cuvée und dem feinwürzigen Lavendel-Gin.

Rum & Grappe - Im europäischen Ausland herrscht ebenfalls beste Stimmung in der Branche. Vor allem, seit sich sogenannte internationale Spirits an den Bars und den privaten Couchtischen durchsetzen. Gin, Whisky und Rum sind die neuen Renner beziehungsweise Dauerbrenner. Hier glänzen alte Könner und junge Wilde ebenso wie die Marketingabteilungen großer Konzerne, die quasi die Welt zuschütten mit ihren Gurkenwässern und chininsweeten Tonics. Darum kümmern wir uns freilich nicht, uns interessieren ausschließlich die puren Stoffe, wie sie aus den kleinen, meist familienbetriebenen Destillerien kommen. Als Paradebeispiel dafür steht David Gölles: ein veganer, freundlicher und fröhlicher junger Mann, der Offenheit lebt.

Wie auch in Rosá in der Provinz Vicenza (Italien), gleich neben dem schönen Grappastädtchen Bassano: Bei Vittorio Capovilla wachsen die Bäume in den Himmel. Sprichwörtlich zwar nur, aber in Bezug auf seine „International Spirits“ auch sehr realitätsnah. Capovilla macht königliche Rums aus dem ganzen Zuckerrohr, was heißt, dass nicht nur die Überreste der Zuckergewinnung, die Melasse, zur Vergärung und Destillation eingesetzt wird, sondern die ganze Pflanze. Mit seinen Rums und Grappe hat sich Capovilla so ziemlich in die Spitze der heurigen „Best of Schnaps“-Verkostung gehievt.

„Medaillen“-Spiegel: Wie knapp es beim Ranking zugehen kann, sieht man anhand der gesamten Anzahl von „Medaillen“: Sieger Parzmair bringt es auf 12, Waltraud Jöbstl auf eindruckvolle 11 Medaillen. Das trifft übrigens auch auf die Brennereien Pfau und Schosser zu, und die feine Kleindestillerie von Elmar Brunn liegt mit 10 Medaillen gleichauf mit der schon mehrfach siegreichen Weltklassebrennerei Gölles.

Apropos Elmar Brunn. Der hochprozentige König des Bregenzerwaldes, hat sich innert weniger Jahre voll in der Riege der besten Schnapsmacher etabliert. Brunns Bilanz kann sich sehen lassen: die Gesamtrange, die in Krumbach auf die ehrenwerten Schnapstrinker wartet, ist sehr eindrucksvoll.

So wie auch jene von Hans Krenn, dessen Waldviertler Wirtshaus-Brennerei im Yspertal Jahr für Jahr bemerkenswerte Spirits hervorbringt. Birnen-, Äpfel- und Zwetschkenbrände von fleischiger wie saftiger Textur und Wildfrüchte wie Schlehe und Wildkirsch, die zu den Besten ihrer Art gehören und den guten Ruf des heimischen Landschnapses hochhalten. Gleiches darf über die Brennerei Schüller aus Maria Taferl und die Brennerei Weingartner vom Hermons Hof im Tiroler Kössen (Region Kaiserwinkl, wen’s interessiert) festgehalten werden, während bei Christian Zöchmeister aus dem Weinzentrum Großhöflein noch die spezielle Ehrung für seinen Schlehenbrand dazu kommt, der es auf die Pyramide zum „Schnaps des Jahres 2019“ geschafft hat.

Die 5-Sterne-Schnäpse - Das Ranking der höchstbewerteten Brände der aktuellen Verkostung sieht einen würdigen und renommierten Sieger: Valentin Latschen von der Brennerei Pfau. Von seinen Schnäpsen wurden von der Best-of-Schnaps-Jury gleich vier Brände mit 19+ Punkten ausgezeichnet! Der 15-jährige Whisky legt die Latte hoch für österreichische Gerstenbrände, sein Zwetschkenbrand im Eichenfass ist ein Statement, die Quitte ist zwar eine schwierige Frucht, aber in Latschens Brennerei glänzt sie wie ein frischer güldener Taler. Die Zirbe wiederum steht für den Wald wie ein Kunstwerk. Waldig, würzig, markant! Franz Ratzinger, der Gesamtsieger, besticht auch in dieser Auswertung mit drei Bränden mit 19 Punkten und darüber, detto die Schwestern Wurm, sie sind mit drei 5-Sterne-Bränden famose Zweite, gleichauf mit dem großen Meister Capovilla, dessen Grappe sowieso fast nicht zu toppen sind.

Abo bestellen - Die gesamte Verkostungs-Reportage mit allen Bewertungen und -beschreibungen finden Sie in der Ausgabe Vinaria 7/2019. Bestellen Sie Vinaria jetzt einfach & bequem zum Erscheinungstermin nach Hause. Das 1-Jahresabo Vinaria inkl. Prämie für Neuabonnenten ist ab € 39,- (EU-Ausland € 55,-) erhältlich. Jetzt im Vinaria Abo-Shop bestellen.

Die Top Brenner 2019

1. Platz Brennerei Parzmair 5x Gold 3x Silber 4x Bronze
2. Platz Distilleria Capovilla 5x Gold 0x Silber
3. Platz Brennerei Jöbstl 4x Gold 4x Silber 3x Bronze
4. Platz Brennerei Pfau 3x Gold 6x Silber 2x Bronze
5. Platz Destillerie Schosser 3x Gold 4x Silber 4x Bronze
6. Platz Brennerei Gölles 3x Gold 3x Silber 4x Bronze
7. Platz Brennerei Brunn 2x Gold 4x Silber 4x Bronze
8. Platz Brennerei Krenn 2x Gold 4x Silber
9. Platz Brennerei Wurm & Wurm 2x Fold 1x Silber
10. Platz Brennerei Schüller 1x Gold 1x Silber 4x Bronze
11. Platz Brennerei Zöchmeister 1x Gold 1x Silber
12. Platz Weingut Högl 1x Gold 1x Silber
13. Platz Brennerei Weingartner/Hermons Hof 1x Gold

Die Brände des Jahres 2019 (Schnaps des Jahres)

19,75 PUNKTE: Destillerie Schosser     
Brombeere Max Reserve, Jahrgang 1998 / SCHNAPS DES JAHRES 2019 / 1. PLATZ


19,5 PUNKTE: Brennerei Zöchmeister            
Schlehenbrand 2018 / SCHNAPS DES JAHRES 2019 / 2. PLATZ       

19,375 PUNKTE: Brennerei Brunn        
Himbeerbrand 2018 / SCHNAPS DES JAHRES 2019 / 3. PLATZ

19,25 PUNKTE:  Brennerei Parzmair     
Quitte 2018


19,25 PUNKTE: Brennerei Wurm&Wurm       
Quitte 2005 

19,25 PUNKTE: Brennerei Gölles
Alte Zwetschke Faßstärke 1989

19,25 PUNKTE: Distilleria Capovilla      
Grappa Amarone Legna 2010

19,25 PUNKTE: Brennerei Parzmair      
Traubenkirsche 2015

19,125 PUNKTE: Brennerei Schosser   
Marillenbrand Akazienfass 2016

19,125 PUNKTE: Brennerei Wurm&Wurm     
Muskatellertrester faßgelagert 2016 

19,125 PUNKTE: Distilleria Capovilla    
Rhum Liberation Guadeloupe k. A.

 

Vene Maier

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